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Rendsburg-Eckernförde Der Effekt von Strandes neuen Buhnen
Region Rendsburg-Eckernförde Der Effekt von Strandes neuen Buhnen
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09:56 01.05.2019
Von Tilmann Post
Foto: Ein dicker Algenteppich hat sich an den neuen Buhnen gebildet.
Ein dicker Algenteppich hat sich an den neuen Buhnen gebildet. Quelle: Tilmann Post
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Strande

Nachdem die Bauwerke Ende März fertiggestellt worden sind, hat sich ein dicker, brauner Teppich gebildet, der bereits einen üblen Geruch verbreitet. Sobald sich der Wind drehe, ändere sich die Situation wieder, verspricht der Bürgermeister.

Der Stau von Seetang, Seegras und Algenmaterial reicht in Höhe des Kinderspielplatzes an der Promenade mehrere Meter in die Ostsee hinein und färbt sie auf einer Breite von mehr als 100 Metern tiefbraun. Vom Grund bis zur Wasseroberfläche reicht die dicke Masse, die sich von Nordosten her jeweils vor den beiden neuen Buhnen angesammelt hat.

Buhnen sind Teil des Küstenschutzkonzeptes

Die 35 Meter langen Wälle aus Findlingen waren Ende März als Teil von Strandes Küstenschutzkonzept gebaut worden. Sie liegen in einem Abstand von 56 Metern hinter den beiden bereits vor vielen Jahren errichteten Buhnen und sollen die Querströme unterbrechen, die Sand vom Ufer abtragen und Richtung Schilksee transportieren. Das Material lagerte sich in der Vergangenheit vor Strandes Hafeneinfahrt ab, die deshalb häufig ausgebaggert werden musste.

Von den Buhnen erhoffte sich Bürgermeister Holger Klink (CDU) auch, dass der Strand schöner wird. Weniger Erosion bedeute mehr Sand und dadurch weniger Steine. So könne auch der Seetang eingedämmt werden, da sich die Unterwasserpflanzen zwischen die Steine setzten.

Bei Ostwind staute sich Seetang dort schon immer

Angesichts der angespülten Massen ist Klink nun jedoch gelassen. „Bei Ostwind staute sich das Seegras dort schon immer. Die neuen Buhnen verstärken den Eindruck jetzt vielleicht“, sagt er. „An der Ostsee gibt es keine Küstenlinie ohne Seegrasproblematik.“

In Strande werden ihm zufolge in jeder Badesaison 15 bis 20 Container Seegras auf die Deponie fahren, das koste 15.000 Euro jährlich. Die Bauhofmitarbeiter reinigten im Sommer morgens mit großem Aufwand den Strand, zum Teil sogar mit Forken per Hand. „Wir können das Meer aber nicht leerharken“, so der Bürgermeister.

Westwind soll Pflanzen wieder hinaustreiben

Anfang Mai sei Westwind angesagt, die ohnehin vorherrschende Richtung. Dann erledige sich das Problem von selbst, denn die angespülten Pflanzen werden Klink zufolge wieder herausgetrieben. Deshalb habe der Bauhof das Material, das sich bereits auf dem Strand gehäuft hatte, zurück ins Wasser geschoben. „Eine natürliche Entsorgung statt teuer über Land“, sagt der Bürgermeister.

Eine Bilanz, ob die Buhnen die gewünschten Effekte haben, sei noch nicht möglich. „Dazu ist es noch viel zu früh, den Erfolg sehen wir erst über die Saison“, so Klink. Er rechne aber fest damit, dass sich die Strömung weiter verlangsame. „Die beiden bisherigen Buhnen hatten sich ja bereits bewährt.“

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Fotostrecke: Der Effekt von Strandes neuen Buhnen
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