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Rendsburg-Eckernförde So verlief der traditionelle Weihnachtsmarkt in Flemhude
Region Rendsburg-Eckernförde

So verlief der Weihnachtsmarkt um die Feldsteinkirche in Flemhude 

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11:56 28.11.2021
Von Frank Scheer
Auf dem eintägigen Weihnachtsmarkt in Flemhude war am Sonnabend weniger Andrang als vor der Corona-Krise. Die meisten Anbieter waren aber zufrieden.
Auf dem eintägigen Weihnachtsmarkt in Flemhude war am Sonnabend weniger Andrang als vor der Corona-Krise. Die meisten Anbieter waren aber zufrieden. Quelle: Frank Scheer
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Quarnbek

Die Corona-Infektionszahlen erreichen neue Höchststände, die möglicherweise gefährliche Virusvariante Omikron ist wohl in Deutschland angekommen. Die Lepoldina, die nationale Akademie für Wissenschaften, fordert sofortige Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte und Genesene. Frank Ulrich Montgomery plädiert, bundesweit die Weihnachtsmärkte zu schließen. In Brügge und Bordesholm sind die Veranstaltungen abgesagt worden – was meinen Besucherinnen und Besucher des Flemhuder Weihnachtsmarktes zu dieser Entwicklung. Als 3G-Veranstaltung im Außenbereich zog der eintägige Markt am Sonnabend trotz Nieselregens 1000 bis 2000 Besucher zur alten Feldsteinkirche.

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42 Aussteller, darunter auch viele Institutionen und Vereine aus der Region, beteiligten sich in den Buden rund um die Kirche. „Vor gut einer Woche haben wir im Organisationsteam einstimmig entschieden, dass die Veranstaltung als 3G mit Einlasskontrollen stattfinden soll“, berichtete die Mitorganisatorin Stephanie Voss. Viele hätten sich total darauf gefreut und seien „ausgehungert“ gewesen – in Schleswig-Holstein seien die Inzidenzen zu dem Zeitpunkt noch nicht so hoch gewesen. „Wenn man aber die Entwicklung der letzten Tage sieht, könnten wir einer der letzten Märkte gewesen sein“, räumte sie nachdenklich ein.

Von Bürgermeister Klaus Langer erhielten geimpfte oder genesene Gäste, wie Petra Kroll, die ihren Impfpass vorgezeigt hatte, einen Stempel. Quelle: Frank Scheer

Quarnbeks Bürgermeister Klaus Langer – Flemhude gehört zur Gemeinde – erzählte: „Kritik, dass wir die Veranstaltung anbieten, kam nur vereinzelt.“ Im Einlassbereich drückte der Gemeindechef Geimpften und Genesenen einen Stempel auf die Handflächen – in der Kirche und in der Cafeteria galt 2G. Bemerkenswert findet er: „Seit Jahren stellt die Firma Kroglowski drei Lehrlinge zum Aufbau der Stände ab.“ Marktbesucherin Petra Kroll betonte, sie komme aus der Region und sei auch nur deshalb gekommen. „Die Anbieter haben sich viel Mühe gemacht.“ Andere Weihnachtsmärkte würde sie momentan meiden. Viele Besucherinnen und Besucher betonten, dass sie in irgendeiner Form mit den Beteiligten zu tun hätten und zum Schnacken gekommen seien.

Betreute Grundschule Melsdorf verkaufte für Ausflüge

„Hier kann auch eigentlich nicht viel passieren“, meinte Sönke Schömer von der Betreuten Grundschule Melsdorf. Die Buden seien auseinander gezogen worden, auf den breiten Wegen könne man sich aus dem Weg gehen. „Persönlich würde ich im Moment einen Weihnachtsbasar irgendwo drinnen auch nicht besuchen.“ Die Veranstalter wiesen an mehreren Stellen zudem darauf hin, bei Ansammlungen die Maske wieder aufzusetzen. Mit einem fünfköpfigen Team verkaufte die Betreute Grundschule Reibekuchen, Würstchen im Brötchen und selbst gebackene Plätzchen. „Das Geld fließt in Ausflüge“, so Schömer. Ein Stück weiter hatten die Pfadfinder eine Jurte aufgebaut und verkauften Pommes.

Mistelzweige waren in den Körben oder Händen vieler Besucher zu sehen. Seit mehr als 15 Jahren verkauft das Ehepaar Ute und Ralf Tiedemann aus Baden-Württemberg die immergrünen Misteln. Ein alter schleswig-holsteinischer Brauch besagt, dass ein aufgehängter Zweig Haus und Hof vor allem Bösen beschützen würde, erzählte Tiedemann, der in der Flemhuder Kirche getauft worden ist und sich wegen der familiären Kontakte am Markt beteiligt. Mit dazu gehört Marga Sävke, die Liköre und Marmeladen verkaufte. „Der traditionelle Markt habe durch die verschiedensten Anbieter seinen ganz eigenen Charme.“ Es sei schön, dass der Markt angeboten werde. Aber wegen der Coronakrise und des schlechten Wetters seien deutlich weniger Besucher gekommen, meinten beide.

Traditioneller Weihnachtsmarkt in Flemhude

In der Kirche gab es ein Rahmenprogramm. Unter anderem brachte Ursula von Ammon aus Kiel Jung und Alt in einem kleinen Nebenraum Märchen aus Nordnorwegen näher. Dort war es beispielsweise bei der Vorlesung um 14.30 Uhr so voll, dass einige Eltern mit ihren Kindern wegen der Enge umgekehrt waren.

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