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Sommer-Schule in den Sommerferien in Bordesholm

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09:19 27.07.2021
Von Frank Scheer
Flemming Stauske (24) leitet den "Lern-Sommer" in Bordesholm, hier gibt der Masterstudent Tipps im Fach Mathematik.
Flemming Stauske (24) leitet den "Lern-Sommer" in Bordesholm, hier gibt der Masterstudent Tipps im Fach Mathematik. Quelle: Frank Scheer
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Bordesholm

Die Hans-Brüggemann-Gemeinschaftsschule (HBS) in Bordesholm gehört zu den 140 Schulen im Land, die in den letzten beiden Ferienwochen eine „Sommer-Schule“ anbietet – ein für die Schüler kostenfreies Angebot des Bildungsministeriums. Junge Masterstudenten leiten die Kurse. Auf dem Stundenplan steht von Montag bis Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr aber nicht nur das Büffeln von Lernstoff, der beim Homeschooling nicht angekommen ist. 40 Kinder und Jugendliche nutzen den Lern-Sommer SH, wie das Angebot offiziell betitelt ist, in Bordesholm.

Masterstudenten leiten das Angebot

Die Teilnahme an der „Sommer-Schule“ ist freiwillig. HBS-Rektorin Ute Freund berichtete am Montag, dass vor dem Start der Sommerferien vielen Kindern allerdings eine Teilnahme wegen großer Defizite nahegelegt worden sei. Alle Klassenstufen, auch aus der Oberstufe, seien vertreten. In unterschiedlichen Gruppen befassen sich fünf Masterstudenten mit den Schülern in alterskonformen Gruppen mit Mathe, Deutsch und ein bisschen Englisch. Für Abwechslung sorgen Sport und Musik. „Es geht nicht nur um Nachhilfe, das kann man in den zwei Wochen auch teilweise nicht schaffen. Wichtig ist für uns, dass die Schülerinnen und Schüler wieder soziale Kontakte in der Gruppe haben“, so Ute Freund. Ihr Resümee nach der ersten Woche: „Total klasse!“ Am Freitag ist auch gekocht worden. Pfannkuchen mit Obstsalat.

Essen während des Online-Unterrichts gekocht

Flemming Stauske (24) ist einer der Honorarkräfte, er steht kurz vor dem Einstieg in den Lehrerberuf. Er bestätigt: „Mit Online-Unterricht hat man nicht jeden erreicht.“ In seiner Gruppe steht Mathe auf dem Plan. Analysis ist Thema. „Irgendwie habe ich im letzten Jahr bei Mathe abgeschaltet“, erzählt ein Junge. In anderen Fächern habe er keine Probleme gehabt, deshalb wisse er nicht, ob seine Mathe-Unlust nur am digitalen Unterricht gelegen habe. „Man ist doch zu leicht abgelenkt, wenn man den Lehrer nicht vor sich hat. Ich habe mir beispielsweise auch mal Essen gekocht, und auf dem Tablet lief nebenbei der Unterricht“, erzählt er auch.

In der Sommer-Schule ist für die Fünft- und Sechstklässler neben Büffeln auch Sport angesagt. Quelle: Frank Scheer

Das Thema Ablenkung bestätigt auch ein Mädchen. Vor dem Lockdown sei ihr Übergang in die Oberstufe kein Thema gewesen. Ihre Leistungen seien anschließend beim Homeschooling stark abgesackt. Ihr und auch den anderen hatte der Austausch mit anderen Schülern gefehlt. Die Betreuung in der Sommerschule sei individuell, ihr bringe das eine Menge, sagt sie. „Die Ferien konnte ich in den ersten vier Wochen genießen. Ein paar Freundinnen musste ich jetzt absagen, aber nachmittags hat man für Aktivitäten auch noch Zeit“, erzählt sie.

Spaß gehört zur Sommer-Schule

„Das Prinzip der Ferienschule kommt aus den USA“, so Flemming Stauske. Eine sinnvolle Sache, findet er. Ein Vorteil sei wohl auch, dass man als Student altersmäßig noch nicht so weit von den Schülerinnen und Schüler weg sei. „Uns sind viele Probleme der Schüler noch nicht ganz so fremd.“ Das Konzept haben die fünf jungen angehenden Lehrer selbst zusammengestellt, das Material und die Themen sind von den HBS-Lehrern gekommen.

Spaß gehört aber mit dazu – das war den fünf Mädchen und Jungen aus den Jahrgängen fünf und sechs deutlich anzumerken, die mit ihrem „Lehrer“ auf dem Kleinfeld hinter der Sporthalle Fußball spielten. Seine Idee für einen effektiveren Onlineunterricht, sollte er in der Corona-Pandemie nochmals notwendig werden. „Mehr Quiz-Spiele einbauen. Da gibt es viele effektive Dinge.“

Auf dem Schulhof ohne Maske

In allen Klassen wird es in der ersten Schulwoche, die am 2. August mit knapp über 700 Kindern und Jugendlichen (67 Anmeldungen für den neuen elften Jahrgang der Oberstufe) an der HBS beginnt, eine Überprüfung des Leistungsstands geben, teilte Ute Freund mit. Damit wolle die Schule Defizite aus dem Corona-Schuljahr 2020/21 entdecken und gegensteuern.

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„Die Schülerinnen und Schüler müssen ankommen, ein bisschen Normalität spüren. Dann geht es um individuelle Förderungen.“ Es besteht weiterhin im Unterricht die Maskenpflicht – auf dem Schulhof muss die Mund-Nasen-Bedeckung aber nicht mehr getragen werden. Die Kohortenregelung wird nach der ersten Woche auch aufgehoben. Zweimal wöchentlich wird in der Schule ein Corona-Test gemacht.

Rektorin rät zur Corona-Impfung

Ute Freund appelliert in diesem Zusammenhang an alle Familien, sich an die Regelungen für Reiserückkehrer zu halten. „Was mich erschreckt, ist die sinkende Zahl der Impfwilligen.“ Ute Freund hält eine Corona-Impfung auch für Kinder ab zwölf Jahren für mehr als sinnvoll. „Die Delta-Variante wird kommen, und die nächsten Variante steht in den Startlöchern. Es geht darum, sich selbst und andere Menschen zu schützen.“

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