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Rendsburg-Eckernförde Acker-Gold der besonderen Art
Region Rendsburg-Eckernförde Acker-Gold der besonderen Art
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18:43 19.08.2018
Von Manuela Schütze
Foto: Jan Godenschwager (55) ist mit seinem kleinen Trecker der Marke Orenstein & Koppel gekommen. Den Pflug dahinter hat nur zwei Pflugscharen. "Es muss schließlich zusammen passen", sagt der Oldtimerfreund.
Jan Godenschwager (55) ist mit seinem kleinen Trecker der Marke Orenstein & Koppel gekommen. Den Pflug dahinter hat nur zwei Pflugscharen. "Es muss schließlich zusammen passen", sagt der Oldtimerfreund. Quelle: Manuela Schütze
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Neu Wittenbek.

Karsten Koch (60), erster Vorsitzender des Vereins, zeigte sich sehr zufrieden. Es stehe der Spaß im Vordergrund, sei kein Wettbewerb, sagt er. Kinder dürfen mitfahren, es wird geklönt, sich ausgetauscht, andere Nachbarvereine aus Westensee, Sehestedt und Eckernförde sind mit von der Partie. „Wir wollen Technik von früher zeigen.“

Die Trockenheit des Sommers bekommen auch die Oldtimerfreunde zu spüren. Beim Schaupflügen macht das Wort vom „Sommerfrost“ scherzhaft die Runde. „Der Boden ist eigentlich zu hart zum Pflügen“, bestätigt Jan Godenschwager. Er ist mit seinem Trecker der Marke Orenstein & Koppel, Baujahr 1950, aus Fockbek gekommen. „Die Anfahrt dauerte zwei Stunden“, erzählt der Mann mit Strohhut vergnügt. Hinter seinem Trecker hängt ein kleiner Pflug mit zwei Pflugscharen. Es müsse schließlich alles zusammenpassen, sagt er und fährt aufs Feld pflügen.

Drei Stunden dauerte es von Tensfeld nach Warleberg, berichtet Jens Bünning (61). Er steht neben seinem MF 135, Baujahr 1968, ins Fachgespräch mit Dieter (78) und Norbert (46) Eichelbaum vertieft. „Wir gucken uns alles an“, erklärt der 78-Jährige kurz und bündig. Den Sammler fasziniert, wie man früher „mit wenig gute Technik hergestellt hat. Heute ist alles nur noch Elektronik“. Manthey hat zum Stoppelfest seinen 35er-Deutz, wassergekühlt, mitgebracht. 1985 habe er seinen ersten Trecker gekauft, „damit fing das Elend an“, sagt er lachend.

Wenige Meter weiter steht der amerikanische Fordson Major Diesel von Franz Noehr (65). Er erstrahlt in leuchtendem Blau. „Ich habe mir damit einen Traum erfüllt. Ich wollte genau diese Marke, da ich sie aus Kindertagen kannte.“ Weil diese Trecker eine sehr einfache Technik hätten, habe man sie oft schnell verschrottet. Er habe einige Jahre gesucht, sei nach Frankreich, Holland und Belgien gefahren, um einen zu finden. Schließlich entdeckt er 2015 über die Kleinanzeigen von Ebay diesen Trecker in Niedersachsen. 1,5 Jahre habe er geschraubt und Teile ausgetauscht. Jetzt sei das 4,2 Tonnen schwere Schmuckstück mit 95 PS „eigentlich fertig“.

Im Gegensatz zum glänzenden amerikanischen Gefährt sieht jeder dem 28er-Deutz, Baujahr 1953, von Benedict Pastwa (14) seine Jahre an. Das „Familienstück“ zeigt ein rundum rostiges Gewand. Er habe nur „das Nötigste an der Technik restauriert. Die Optik bleibt so, das ist Patina, die Geschichte des Treckers“, sagt der 14-Jährige.

Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 19.08.2018
Frank Scheer 19.08.2018
Tanja Köhler 19.08.2018