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Strander Kamp: Politik empfiehlt Bürgerentscheid über Neubaugebiet

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12:43 29.01.2021
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Die Strander FDP hat sich dafür stark gemacht, ein mögliches Neubaugebiet am Strander Kamp zum Gegenstand eines verbindlichen Bürgerentscheids bei der Ortsentwicklung zu machen. Eine Mehrheit gab es aber nur dafür, einen Entscheid zum empfehlen.
Die Strander FDP hat sich dafür stark gemacht, ein mögliches Neubaugebiet am Strander Kamp zum Gegenstand eines verbindlichen Bürgerentscheids bei der Ortsentwicklung zu machen. Eine Mehrheit gab es aber nur dafür, einen Entscheid zum empfehlen. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
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Strande

Auslöser für die Initiative war das Ortsentwicklungskonzept, das in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung verabschiedet wurde. Darin geht es auch um das Bestreben, in der von Ein- und Zweifamilien-Häusern geprägten Gemeinde Wohnungen in verschiedenen Größen sowie zu „günstigen“ Kosten anbieten zu können.

Ziel soll es sein, in Strande trotz angezogener Immobilienpreise „eine sozial und altersmäßig ausgewogene Mischung in ihrer Bevölkerung zu haben“. 

FDP wollte verbindlichen Bürgerentscheid zu Neubaugebiet

Bei der Verabschiedung des Konzeptes betonte die Politik, dass dieses viele Ideen enthält, von denen aber keine zwangsläufig umgesetzt werden muss. Jede vorgeschlagene Maßnahme muss zudem erst in den kommunalen Gremien beraten und beschlossen werden: gegebenenfalls auch mit „weiterer vertiefender Einwohnerbeteiligung“. 

Allerdings sieht die FDP aufgrund der Formulierung im Maßnahmen- und Umsetzungskonzept die Gefahr, dass Strander davon ausgehen, ein Neubaugebiet am Strander Kamp bereits beschlossene Sache sei. Das ist aber nicht der Fall, betont die Politik.

Möglich wäre das am Strander Kamp 

Die Ackerfläche rechts der Ortseinfahrt gilt als einziger noch möglicher Standort für Wachstum, nachdem die bisherige Entwicklung im Innenbereich des Ostseebades fast ausgereizt ist. Im Flächennutzungsplan ist sie bereits als Wohnbaufläche dargestellt.

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FDP-Fraktionschef Ulrich Kauffmann wies auf die Erfahrungen im vergangenen Jahr hin: Zwei von der Politik einvernehmlich angeschobene Projekt – das Bürgerhaus am Ankerplatz und das Seniorenwohnen – waren „nicht überall auf Gegenliebe“ gestoßen. Die Frage eines Neubaugebietes berge aber „ein noch viel höheres Konfliktpotenzial“. Das Thema werde in Strande schon seit Jahren kontrovers diskutiert. 

Es geht auch um den Erhalt der Dorf-Infrastruktur

Einerseits könnte es dauerhaft den Erhalt der Infrastruktur in Strande sichern, wie Dorfladen und Feuerwehr. Der Ortsentwicklungsplaner hatte auch darauf hingewiesen, dass die Eigenständigkeit der einzügigen Grundschule in Gefahr sein könnte, wenn die Schülerzahlen dauerhaft unter 80 rutschen. Der Altersdurchschnitt in Strande liegt zudem über dem Landesdurchschnitt. 

 „Wir wollen die Entscheidung über ein Neubaugebiet den Bürgern überlassen“, erklärte Ulrich Kauffmann. Die müssten ja auch mit den Folgen leben. Die im Ortsentwicklungsplan dazu erwähnte „Bürgerbeteiligung“ war seiner Fraktion zu unverbindlich. CDU-Vertreter Nicolaus Graf zu Reventlow schloss sich dem FDP-Antrag an. 

SPD und CDU gegen frühe Festlegung

Sönke Strand (SPD) fand zwar auch, dass Strande junge Familien braucht. Allerdings „sollten wir uns keine Fußfessel auferlegen mit einem zwingenden Bürgerentscheid“. Das sah auch SPD-Fraktionschefin Claudia Sieg so.

Christoph Hernekamp (CDU) widerstrebte ebenfalls die „frühe Festlegung auf einen Bürgerentscheid“, zumal das Thema in den nächsten drei Jahren nicht akut sei. Man könne das zu einer „dringenden Empfehlung“ machen.

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Bürgermeister Holger Klink (CDU) machte sich für eine schlichte Empfehlung stark: Schließlich sei im Entwicklungskonzept ohnehin eine „intensive“ Bürgerbeteiligung dazu empfohlen.

Thema wird wohl erst nächste Gemeindevertretung beschäftigen

Das konnte auch Thomas Behrenbruch (SPD) mittragen: „Das Thema Bürgerentscheid ist in Strande verbrannt.“ Die Empfehlung, die Bürger über ein Neubaugebiet entscheiden zu lassen, setzte sich schließlich mit zwölf Ja- und einer Nein-Stimme durch. Das Thema dürfte aber frühestens die nächste gewählte Gemeindevertretung beschäftigen.

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