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Rendsburg-Eckernförde Die schönen Ecken auf dem Prüfstand
Region Rendsburg-Eckernförde Die schönen Ecken auf dem Prüfstand
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15:30 09.05.2019
Von Christoph Rohde
Foto: Der Eckernförder Kurpark glänzt mit den Blüten-Arrangements der Stadtgärtner. Workshop-Teilnehmer fanden, er sei auch für mehr Veranstaltungen geeignet.
Der Eckernförder Kurpark glänzt mit den Blüten-Arrangements der Stadtgärtner. Workshop-Teilnehmer fanden, er sei auch für mehr Veranstaltungen geeignet. Quelle: Cornelia Müller
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Eckernförde

Seit knapp einem Jahr läuft der Prozess zur Fortschreibung des Eckernförder Tourismuskonzepts bis 2030. Zurück liegen Einwohnerbefragungen, Gäste-Interviews und Experten-Runden. Nach den Workshops gehe es darum, Visionen und Ziele zu konkretisieren sowie Maßnahmen und Projekte zu entwickeln, sagte der beauftragte, externe Berater Michael Deckert. Gespräche mit Politikern und Tourismus-Experten hatten ergeben, dass künftig mehr Klasse als Masse gewünscht sei, der Tagestourismus nicht weitere ausgebaut werden solle, sich die Qualität von Unterkünften, touristischer Infrastruktur und Veranstaltungen noch steigern ließe.

Bei Schlechtwetterangeboten ist noch Luft nach oben

Wert wird von den befragten Bürger nach wie vor auf eine Balance zwischen den Bedürfnissen der Einheimischen und dem Tourismus gelegt. Charme und Kleinteiligkeit der Stadt sollten erhalten bleiben, berichtete Deckert. Gleichzeitig werde aber auch erkannt, dass die Urlauber für Umsätze und Arbeitsplätze in der Stadt sorgten. Nicht neu sind die Erkenntnisse, dass Eckernfördes Attraktivität auf dem maritimen Dreiklang aus Innenstadt, Strand und Hafen basiert. Dass der Tourismus große Bedeutung besitzt, zu Spitzenzeiten aber auch zu Belastungen führt. Sowie dass bei den Schlechtwetterangeboten noch Luft nach oben besteht.

Kritik an Sauberkeit, Parkplätzen und öffentlichen Toiletten

Viel sei schon geschehen, machte Touristikmanager Stefan Borgmann deutlich. Der barrierefreie Ausbau des Strandareals werde nicht nur von Menschen mit Behinderung gut angenommen, die neuen Spielschiffe fänden Anklang bei Familien und der Kurbereich sei mit einer optisch aufgewerteten Kurmuschel und dem Ostsee-Golf attraktiver geworden. Allerdings gibt es auch Kritik: So wurden bei einer Befragung im Frühjahr unter anderem Sauberkeit in der Innenstadt, zu wenig Parkplätze und der Zustand öffentlicher Toiletten bemängelt. Bei einer Stadtbildanalyse über 30 Orte aus Schleswig-Holstein kamen außerdem das Erscheinungsbild des Bahnhofs sowie uneinheitliche Sitzgelegenheiten und Papierkörbe schlecht weg.

Verlängerung der Borbyer Uferpromenade gewünscht

Und was sagten die Workshop-Teilnehmer? Eckernförde könne vorankommen, wenn die Vor- und Nachsaison weiter belebt werde, meinte Swana Swalve-Bordeaux. Dabei komme auch dem Exer als strandnaher Parkplatz eine besondere Bedeutung zu. Klaus-Peter Frerichs regte an, die Anreise nach Eckernförde per Bahn mit einem Car-Sharing vor Ort zu verbinden. Auch ein Ausbau der Infrastruktur für Radfahrer könne dazu beitragen, die Innenstadt von Autoverkehr zu entlasten. Weitere Teilnehmer wünschten sich eine Verlängerung der Borbyer Uferpromenade, mehr maritimes Flair am Hafen, eine Blühwiese im Kurpark und mehr Veranstaltungen dort. Keine guten Noten erhielt der Zustand der Holzbänke: „Sie schreien nach einer Überholung“, notierte eine Bürgerin.

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