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Rendsburg-Eckernförde Neuer Simulator für U-Boot-Ausbildung
Region Rendsburg-Eckernförde Neuer Simulator für U-Boot-Ausbildung
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21:09 17.12.2018
Von Christoph Rohde
Foto: Verschiedene Kurse, Tiefen und Bewegungen: Betreuer, Kapitänleutnant Olaf Stefanides (stehend), und Ausbilder, Kapitänleutnant Robert Radigk, demonstrieren die Fähigkeiten des neuen Tiefensteuersimulators für U-Boote.
Verschiedene Kurse, Tiefen und Bewegungen: Betreuer, Kapitänleutnant Olaf Stefanides (stehend), und Ausbilder, Kapitänleutnant Robert Radigk, demonstrieren die Fähigkeiten des neuen Tiefensteuersimulators für U-Boote. Quelle: CRISTOPH ROHDE
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Eckernförde

Vieles, was es in der Zentrale eines hochmodernen U-Bootes der Klasse 212A gibt, stellt auch der Tiefensteuersimulator dar. Acht U-Boot-Fahrer können in der Kabine Platz nehmen, die sich hydraulisch in verschiedenen Richtungen bewegen lässt. Vor den Plätzen hängen Touchdisplays, die eine für den Laien verwirrende Anzahl an Instrumenten anzeigen. In der Mitte eines der Bildschirme bewegt sich das U-Boot, lässt sich neigen, hochfahren und abtauchen. Vom Ausbilderplatz aus kann Kapitänleutnant Olaf Stefanides verschiedenste Szenarien einspielen.

U-Boot-Fahrer müssen potenzielle Notlagen trainieren

„Wir zeigen jetzt mal Stärke sechs“, sagt der Simulator-Betreuer mit einem verschmitzten Grinsen. Wenig später beginnen die Besucher in den Sitzen zu schwanken wie auf einem Dampfer in stürmischer See. Das Boot geht auf Tiefe, das Seerrohr schneidet unter, langsam wird es ruhiger. Doch nicht nur alltägliche Fahrsituationen lassen sich hier nachahmen. Mindestens ebenso wichtig sind potenzielle Notlagen, für deren Bewältigung die U-Boot-Fahrer intensiv trainieren.

Notanblasvorrichtung holt das Boot schnell aus der Tiefe

Der Ausbilder gibt einen Wassereinbruch vor. Schon wird das Boot buglastig, beginnt abzufallen. 100, 150, 200 Meter – Gedanken an den Film „Das Boot“ tauchen auf. Nur dass hier nicht unter dem Druck der Tiefe die Nieten aus den Wänden platzen. Und der „Alte“ aus dem Weltkriegs-Film wäre sicher froh gewesen, wenn er eine derart effektive Notanblasvorrichtung an Bord gehabt hätte, wie die 212A-Klasse. Innerhalb von gut 20 Sekunden wird Wasser aus den Tauchzellen gedrückt und das Boot taucht wieder auf.

Anlage ist auch für die internationale Ausbildung geeignet

Jeder, der auf einem U-Boot der Marine fahren will, muss diesen Simulator durchlaufen. Am längsten, ein Dreivierteljahr, üben die Schiffstechnischen Offiziere mit ihm. Denn sie sind es, die alle Systeme an Bord beherrschen müssen. Der Simulator lässt sich an die verschiedenen Ausführungen des U-Boot-Typs anpassen und kann auch Englisch. Das heißt: Die Anlage lässt sich ebenso für die internationale U-Boot-Ausbildung nutzen. Bei den Kommandanten-Lehrgängen beispielsweise gibt es bereits eine Kooperation mit den Niederländern und Norwegern.

Baustein für die Zukunft des U-Boot-Fahrens

„Für die U-Boot-Ausbildung ist eine solcher Simulator nicht Standard“, weiß Geschwader-Kommandeur Cordes. Hier ließen sich risikoreiche Lagen in einer kontrollierten Umgebung ruhigen Gewissens demonstrieren und U-Boot-Fahrer „am Limit“ trainieren. „Das bringt Sicherheit und internationale Reputation“, so Cordes. Für ihn sei der von Rheinmetall gemeinsam mit der Marine entwickelte Simulator ein wichtiger Baustein zur Zukunft des U-Boot-Fahrens.

Frank Scheer 17.12.2018
Beate König 17.12.2018
Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 17.12.2018