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Rendsburg-Eckernförde Unterkunft für Flüchtlinge: Warum in Altenholz ein Haus des Bundes leer steht
Region Rendsburg-Eckernförde

Unterkunft für Flüchtlinge: Warum in Altenholz ein Haus leer steht

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08:30 04.05.2022
Von Daniela Weichselgartner
Dieses Haus in Altenholz-Stift steht leer. Anwohner fragen sich, warum es nicht für Flüchtlinge aus der Ukraine zur Verfügung gestellt wird.
Dieses Haus in Altenholz-Stift steht leer. Anwohner fragen sich, warum es nicht für Flüchtlinge aus der Ukraine zur Verfügung gestellt wird. Quelle: Paul Wagner
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Altenholz

Ein leer stehendes Haus in Besitz des Bundes in Altenholz wirft bei den Anwohnern Fragen auf: Warum wird die Doppelhaushälfte nicht für die Unterbringung für Geflüchtete zur Verfügung gestellt? Warum steht das Haus seit 2019 leer? Und das, obwohl Gemeinden und Kreis Rendsburg-Eckernförde dringend dazu aufrufen, Wohnraum für Flüchtlinge bereitzustellen.

Die Gemeinde Altenholz würde die Doppelhaushälfte gerne mieten, um sie Flüchtlingen aus der Ukraine anbieten zu können, sagt Bürgermeister Carlo Ehrich. Deshalb hat die Gemeinde Kontakt mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) aufgenommen.

Altenholz: Fehlende Unterlagen verzögern Bereitstellung für Flüchtlinge

Die (Bima), die die Immobilie verwaltet, steht im Austausch mit der Gemeinde Altenholz. Sie Bima teilte unserer Zeitung mit, dass das Gebäude saniert werden müsse. Die Bima wartet auf Planungsunterlagen zur Sanierung, um bewerten zu können, ob der Zustand des Hauses für eine zeitweise Vermietung ausreichend ist.

Deshalb könne man noch nicht entscheiden, ob die Doppelhaushälfte vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden könne. Es müsse zum Beispiel geprüft werden, ob Schadstoffe vorhanden sind oder die Elektroanlage in einem guten Zustand ist.

Schon einmal wohnten Flüchtlinge in der Doppelhaushälfte in Altenholz

Als ab 2015 viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen, mietete die Gemeinde Altenholz die Doppelhaushälfte schon einmal und brachte dort eine geflüchtete Familie unter. Seit die Familie im Juli 2019 auszog, steht das Haus leer.

Die Gemeinde Altenholz habe derzeit „noch nicht den ganz großen Druck“, zusätzliche Unterkünfte für Flüchtlinge finden zu müssen, sagt Bürgermeister Ehrich. „Das kann sich aber schnell ändern“, ergänzt er. Rund 40 Menschen aus der Ukraine sind derzeit in der Gemeinde Altenholz angekommen.

Altenholz hat noch einzelne Wohnungen für Flüchtlinge

Viele von ihnen haben laut Ehrich über private Kontakte eine Wohnung oder Zimmer gefunden, bei manchen hat die Gemeinde eine Unterkunft vermittelt. Derzeit könne die Gemeinde noch rund zehn bis zwanzig Personen unterbringen.

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Im Kreis Rendsburg-Eckernförde reichen die Kapazitäten für Unterkünfte derzeit gerade noch aus, sagt Christian Ströh, Leiter des Fachdienstes Zuwanderung bei der Kreisverwaltung. „Durch tolle Unterstützung der Bevölkerung haben wir viele Leute unterbringen können“, sagt er.

Auch wenn derzeit weniger Menschen aus der Ukraine ankommen, könne man aber nicht abschätzen, wie sich die Situation entwickle und ob wieder mehr Wohnraum benötigt werde.

Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 03.05.2022
Beate König 03.05.2022