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Rendsburg-Eckernförde Jetzt ist Spielraum für Ferienwohnungen
Region Rendsburg-Eckernförde Jetzt ist Spielraum für Ferienwohnungen
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12:30 22.03.2018
Von Cornelia Müller
Foto: Fischerstraße Eckernförde: Hier und auch in anderen Gassen der Altstadt gibt es bereits viele Ferienwohnungen. Vermieter lassen sich etwas einfallen, um auf liebevoll ausgestattete Quartiere auch ganzjährig aufmerksam zu machen.
Fischerstraße Eckernförde: Hier und auch in anderen Gassen der Altstadt gibt es bereits viele Ferienwohnungen. Vermieter lassen sich etwas einfallen, um auf liebevoll ausgestattete Quartiere auch ganzjährig aufmerksam zu machen. Quelle: Cornelia D. Mueller
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Eckernförde

Voller Saal am Dienstag im Stadthallenrestaurant bei der Vermieterversammlung. Die Touristik- und Marketing GmbH (ETMG) will mit dem Bauamt der Stadt über die Neuerungen in der bundesweiten Baunutzungsverordnung (BauNVO) aufklären.

Darum geht es: Eigentümer von Ferienwohnungen und kleinen Beherbungsbetrieben („Fremdenzimmer“) können sich wappnen und ihre Urlaubsquartiere „nachträglich legalisieren“, bevor ein neues Tourismuskonzept steht.

Ursprünglich waren Ferienwohnungen – republikweit – in Wohngebieten nie erlaubt. Beispiel Jungfernstieg Eckernförde: Ein Teil der Bebauung, insbesondere vor dem Strand, ist per Bebauungsplan allein dem dauerhaften Wohnen gewidmet.

Viele Ferienwohnungen in Eckernförde dürften bis heute "illegal" sein

Also war keine Zweitwohnung in den betroffenen Häuser nach alten Recht für die Vermietung an Feriengäste zugelassen. Gleichwohl wurden hier und auch anderswo Eigentumswohnungen und Zimmer über die Jahrzehnte zu Gästequartieren.

ETMG-Chef Stefan Borgmann: „Die Rechtslage kennen viele Betroffene gar nicht. Sie nehmen an, alles sei in Ordnung, weil sie eine Zweitwohnung gemeldet haben." Der Deutsche Tourismusverband lief lange gegen die alte Regelung Sturm.

Nun verbuchte er Erfolg bei der Neuauflage der BauNVO 2017: Die moderate Durchmischung von Wohngebieten mit Ferienwohnungen ist in Urlaubsorten nun möglich. Das ist aber kein Selbstgänger.

Vermieter von Ferienwohnungen können nachträgliche Genehmigungen beantragen

Für eine Ferienwohnung im Wohngebiet braucht man heute eine Genehmigung. sonst bleibt sie illegal. Was tun? Bauantrag stellen, vorab eine Architekten  oder nur die Bauaufsicht prüfen lassen, ob man noch nachrüsten muss. Das Bauamt Eckernförde verspricht angemessene Frist.

Vorteil der nachträglichen Legalisierung: Sollte die Eckernförder Politik im Zuge der Tourismus-Steuerung eine Veränderungssperre in einigen Bereichen erlassen, was rechtlich möglich ist, hätten genehmigte Quartiere Bestand. Wer danach noch einen Antrag stellt, geht leer aus.

Ferienwohnungen habe großen Anteil am Tourismus in Eckernförde

Allein 300 Privatvermieter sind für Eckernförde gemeldet. Im Gesamtraum Eckernförder Bucht, der auch die Hüttener Berge umfasst, betreut die ETMG 498 Ferienwohnungen, 117 Ferienhäuser, 24 Hotel und Pensionen. Die Zahl der Gästeanfragen bei der ETMG stieg von 1280 (2008) auf 3398 (2017).

Daraus resultierten 2008 noch 1070 Buchung über die Touristinformation. 2017 lag die Zahl der Buchungen mit 5129 jedoch erheblich über der Zahl der Anfragen. Der Grund: Immer mehr Gäste buchen gleich online. Die Zahl der Übernachtungen ist wesentlich höher. 2017 waren es allein in Eckernförde 142388.

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