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Rendsburg-Eckernförde Waffenfund gibt Experten Rätsel auf
Region Rendsburg-Eckernförde Waffenfund gibt Experten Rätsel auf
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14:58 10.01.2019
Von Tilmann Post
Foto: Alexander Ladwig (23) fand beim Strandspaziergang Waffen und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg in der Steilküste.
Alexander Ladwig (23) fand beim Strandspaziergang Waffen und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg in der Steilküste.
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Waabs/Eckernförde

Die zwei Behälter enthielten Pistolen mit dazugehöriger Munition. Die Handfeuerwaffen verschiedener Bauarten waren nicht mehr funktionstüchtig, weil der Rost dem Material stark zugesetzt hatte. Nach dem Abtransport durch den Kampfmittelräumdienst wurden alle Waffen vernichtet. Gefunden hatte sie Alexander Ladwig in der Steilküste bei Hökholz in der Gemeinde Waabs.

„Funde in dieser Dimension sind absolut ungewöhnlich“, sagte Ralf Lohmeyer, Leiter des Polizeireviers Eckernförde. Seine Beamten werden bei Funden an der Bucht alarmiert, um die Stelle zu sichern. Selbst einzelne Waffen sind ihm zufolge die Ausnahme. „Alte Granaten kommen eher mal vor, das passiert am Wasser immer wieder“, so Lohmeyer.

"Nur die Offiziere hatten Pistolen"

Auch der pensionierte Marineoffizier Uwe Wichert (62) aus Damp steht vor einem Rätsel. Er kennt sich mit Kriegshinterlassenschaften bestens aus, ist freier Mitarbeiter im Arbeitskreis „Munition im Meer“ des Bund-Länder-Ausschusses Nord-Ostsee. „Die große Masse an Pistolen macht mich stutzig. Einfache Soldaten waren mit Gewehren ausgestattet, nur die Offiziere hatten Pistolen“, sagte er.

Zumal die zehn Flugabwehrbatterien rund um die Eckernförder Bucht jeweils von Unteroffizieren geleitet wurden. Eine solche Einheit gab es in Waabs, unter anderem auch in Hemmelmark, Eckernförde, Lindhöft und Strande. „Am Ende des Krieges gab es sehr viele Soldaten in Norddeutschland“, deshalb sei kaum einzuschätzen, woher genau diese Waffen stammen. „Ich habe bereits verschiedene Möglichkeiten durchgespielt, es sind aber keine genauen Rückschlüsse möglich“, so Wichert.

„Aber derjenige, der die Kisten damals vergraben ließ, hat Verantwortung gezeigt. Unter den Umständen war es die sicherste Methode der Entsorgung.“ Wären sie nur ins Gebüsch geworfen worden, hätte es ein Unglück geben können, meint der Militärexperte.

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Hans-Jürgen Jensen 10.01.2019