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Rendsburg-Eckernförde Neue Gebühren und Suche nach Leitungen
Region Rendsburg-Eckernförde Neue Gebühren und Suche nach Leitungen
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20:00 02.07.2019
Von Sven Janssen
Foto: Techniker Fabian Dohrau (rechts) zeigt Bürgermeister Thorsten Schwanebeck (Mitte) und Kämmerer Marco Carstensen, wie das Rohwasser entnommen wird.
Techniker Fabian Dohrau (rechts) zeigt Bürgermeister Thorsten Schwanebeck (Mitte) und Kämmerer Marco Carstensen, wie das Rohwasser entnommen wird. Quelle: Sven Janssen
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Bredenbek

Wer es nicht kennt, wird das Wasserwerk Bredenbek nicht auf Anhieb erkennen. 2002 wurde es ins alte Feuerwehrhaus im Rolfshörner Weg gebaut, von außen sticht einzig der 500-Kubikmeter-Trinkwassertank ins Auge, der Rest verbirgt sich hinter den Toren der Halle.

Zwei Brunnen versorgen das Dorf

Die öffnete Techniker Fabian Dohrau jetzt, um den Gemeindevertretern die Anlage zu zeigen, die aus zwei Brunnen das Rohwasser bezieht. Der neue Brunnen, der 2002 66 Meter tief gebohrt wurde, ist der Hauptbrunnen. Der zweite Brunnen von 1977, der zur Wassergemeinschaft „Im Dorfe“ gehörte, dient als Notbrunnen.

„Im Wasserwerk wird dem Rohwasser in zwei Filtern Eisen und Mangan entzogen“, erklärte Dohrau. Je 25 Kubikmeter Wasser können maximal durch die beiden Filter jeweils pro Stunde fließen. Durch die Zugabe von Sauerstoff verfestigen sich Eisen und Mangan und setzen sich in den Filtern ab. „Die müssen regelmäßig gespült werden, damit sie weiter funktionieren“, so Dohrau. Pumpen drücken am Schluss das gewonnene Trinkwasser ins Leitungsnetz der Gemeinde. Auch der Trinkwassertank wird befüllt, um Lastspitzen auszugleichen und immer genügend Wasser zu haben.

Maximale Fördermenge soll verdoppelt werden

100.000 Kubikmeter dürfen laut wasserrechtlicher Erlaubnis im Jahr gefördert werden. Derzeit sind es 80.000 Kubikmeter, aber durch Neubaugebiete, beispielsweise auf dem Gelände des ehemaligen „Dorn’schen Hof“, sowie mögliche Anschlüsse von anderen Gemeinden, könnte die Fördermenge nicht mehr ausreichen.

Einstimmig hat die Gemeindevertretung deshalb eine Erhöhung der Fördermenge auf die maximale Leistung des Wasserwerks von 190.000 Kubikmetern beschlossen. Dafür soll eine neue wasserrechtliche Bewilligung beantragt werden, beschloss die Gemeinde. „Die Kosten von rund 4300 Euro belasten nicht den Haushalt, sondern werden aus den Beiträgen bezahlt“, erklärte die Finanzausschussvorsitzende Andrea Gellert (FWB).

Wasserwerk schrieb erstmals schwarze Zahlen

Finanziell konnte der Eigenbetrieb Wasserwerk in diesem Jahr erstmals mit einem Überschuss von 9252,31 Euro abschließen. Bislang habe man rote Zahlen geschrieben mit einem Gesamtverlust von 71.224,57 Euro.

Der Gewinn, den Gellert vor allem auf den heißen Sommer und die dadurch höhere Wasserabnahme erklärte, dürfe aber nicht über die gestiegenen Kosten hinwegtäuschen. Da seit Inbetriebnahme 2002 sich die Gebühren nicht geändert haben, beschloss die Gemeindevertretung einstimmig eine neue Abgabensatzung.

Neue Hausanschlüsse sollen künftig nach tatsächlichen Kosten und nicht über eine Pauschale berechnet werden. Die Grundgebühr ist künftig abhängig von der Größe des installierten Zählers.

Suche nach Trinkwasserleitungen

Für rund 10.000 Euro will die Gemeinde ein digitales Kataster des Trinkwassernetzes erstellen lassen. Bis heute gebe es nur teilweise Zeichnungen, die den Verlauf von Leitungen, Hydranten und Schiebern zeigen, so Kämmerer Marco Carstensen. „Oft können wir nur raten, wo eine Leitung liegt“, sagte Carstensen. Die genaue Position sei bei Planungen beispielsweise für Straßensanierungen und auch zur schnellen Schadensbeseitigung wichtig.

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Christoph Rohde 02.07.2019
Frank Scheer 02.07.2019
Jan Torben Budde 02.07.2019