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Rendsburg-Eckernförde Keine Förderung für Moorweg-Sanierung?
Region Rendsburg-Eckernförde Keine Förderung für Moorweg-Sanierung?
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21:00 17.06.2019
Von Frank Scheer
Foto: Für Fördermittel vom Land müsste die Gemeinde neben der Fahrbahn auch die Stützwand der Rampe auf der Ostseite des Moorwegs sanieren. Der Moorweg selbst ist seit Jahren nur ein Flickenteppich.
Für Fördermittel vom Land müsste die Gemeinde neben der Fahrbahn auch die Stützwand der Rampe auf der Ostseite des Moorwegs sanieren. Der Moorweg selbst ist seit Jahren nur ein Flickenteppich. Quelle: Sven Tietgen
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Bordesholm

Der Moorweg ist in Bordesholm eine der Hauptstraßen. Von der Landesstraße 49 ist sie der Hauptzubringer ins Zentrum. Bei einer Verkehrszählung wurden in der Spitzenzeit von 17 bis 18 Uhr 240 nach Bordesholm hinein- und 290 aus dem Ort herausfahrende Autos gezählt.Die Sanierung des 1,4 Kilometer langen Moorwegs entwickelt sich immer mehr zu einer unendlichen Geschichte. Seit mehr als fünf Jahren ist die Sanierung im Gespräch. Wegen der Umgestaltung des Zentrums war die Maßnahme aufgeschoben worden - aber natürlich auch, weil die Kosten hoch und andere Projekte Vorrang hatten.

Der von den Gremien beschlossene Plan sah vor beispielsweise eine gestrichelte Radspur von der Holstenstraße in Richtung L 49 vor. In der Gegenrichtung soll ein normaler Radweg neben dem Fußweg verlaufen. Planer bezifferten die Sanierung mit Kosten von 1,6 Millionen Euro, auf einen Zuschuss von bis zu 800000 Euro hofft die Kommune. 

Sanierung oder nur Unterhaltung?

Zu Irritationen und Verwunderung sorgte aber zuletzt die Aussage des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr (LBV), dass diese Förderung wohl nicht fließen wird. Amtsdirektor Heinrich Lembrecht wies im Infrastruktur- sowie Hauptausschuss darauf hin, "das in einem Gespräch mit dem LBV deutlich wurde, dass ein Schmalspurausbau nicht förderfähig ist." Im Klartext: Die Gemeinde müsse deutlich machen, dass es sich bei dem Projekt nicht um eine "Unterhaltungsmaßnahme für die Oberfläche" handelt.

Zudem scheint die gestrichelte Spur für Radfahrer ein Diskussionspunkt zu sein - die ist aber ausdrücklich von den Bordesholmer Ortspolitikern gewünscht. Und nicht der vom LBV favorisierte kombinierte beidseitiger Radweg auf nur einer Seite. In Bordesholm ist die Radspur in der Öffentlichkeit aber auch umstritten.

60 Zentimeter Straße werden ausgetauscht

Es gebe Vorschriften für den Straßenbau, wonach etwas zuschussfähig sei, räumte Willi Lüdemann (FDP), Vorsitzender des Hauptausschusses, ein. "Aber die Forderung, nun 2,5 Millionen auszugeben, um dann die förderfähig zu erreichen, ist schon eine schräge Nummer." In der Gemeindevertretung am Dienstag, 18. Juni, soll das Thema wieder beraten werden.

Bürgermeister Ronald Büssow (SPD) betonte, dass es man prüfen müsse, welche Varianten nun förderfähig seien. Dies wolle die zukünftige Amtsdirektorin Anja Kühl bis zur Sitzung mit dem LBV abklären. Amtsdirektor Heinrich Lembrecht sieht  keinen "Schmalspurausbau" in der bisherigen Planung. "60 Zentimeter werden ausgetauscht. Ich sehe da eine Verbesserung". Dies wolle man in den Gesprächen mit dem LBV auch deutlich machen.

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