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Rendsburg-Eckernförde Zweiter Anlauf im Prozess um Schlägerei
Region Rendsburg-Eckernförde Zweiter Anlauf im Prozess um Schlägerei
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06:00 06.02.2019
Von Tilmann Post
Foto: Vor dem Amtsgericht Eckernförde wird der Prozess um eine Altenholzer Kneipenschlägerei noch einmal völlig neu aufgerollt.
Vor dem Amtsgericht Eckernförde wird der Prozess um eine Altenholzer Kneipenschlägerei noch einmal völlig neu aufgerollt.
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Altenholz/Eckernförde

Die gesamte Verhandlung geht von vorne los, weil es im vergangenen Jahr zu einer nach der Strafprozessordnung unzulässigen Fristüberschreitung gekommen war. Am ersten Prozesstag im Juni 2018 hatten etliche Zeugen bereits ihre Aussagen gemacht. Zur Fortsetzung einige Tage später kam es nicht mehr, weil der Richter kurzfristig erkrankt war. Elf weitere Zeugen waren umsonst im Gericht erschienen.

Daraufhin kam es zur Fristüberschreitung: Innerhalb der vorgeschriebenen drei Wochen nach dem letzten Prozesstag fand sich kein Termin, an dem sowohl Richter und Schöffen als auch die Vertreter der Staatsanwaltschaft, der Verteidigung und der Nebenklage zugegen sein konnten. Doch mehr Zeit darf zwischen zwei Verhandlungstagen nicht verstreichen, das schreibt die Strafprozessordnung vor.

Prozessaussetzungen sind in Eckernförde selten

„Solche Aussetzungen kommen am Amtsgericht Eckernförde nicht häufig vor“, erklärte Direktor Kai Thomsen auf Nachfrage. Hintergrund der Vorschrift sei, dass Hauptverhandlungen zügig vonstatten gehen sollen. Zudem sei es sinnvoll, dass Richter das Prozessgeschehen für ihr Urteil vor Augen haben. Bei zu großen Zeitabständen sei das nicht gewährleistet. Die Verordnung bestimme zudem, dass Richter und Schöffen, die eine Verhandlung einmal begonnen haben, sie auch zuende führen müssen.

Die Aussetzung sei also kein Hinweis darauf, dass das Eckernförder Amtsgericht als kleinstes im Land personell mangelhaft ausgestattet sei. „Ersatzrichter und -schöffen werden nur berufen, wenn im Vorhinein klar ist, dass ein Prozess Jahre dauert. Das ist aber nur an Landgerichten üblich“, erklärte Thomsen. Vier Richterinnen und fünf Richter sind in seinem Haus an der Reeperbahn beschäftigt, insgesamt gibt es rund 50 Mitarbeiter. Sie sind für mehr als 10.000 Verfahren jährlich zuständig. Strafprozesse machen davon nur einen kleinen Teil aus, die meisten Fälle betreffen das Grundbuchrecht.

Was geschah bei der Schlägerei vor der "Holstenbox"?

Der Prozess wird nun am Donnerstag, 7. Februar 2019, erneut aufgerollt. Zunächst zehn Zeugen und zwei Sachverständige sind geladen. Sie sollen Licht in das Dunkel um die Geschehnisse in der Dezembernacht des Jahres 2015 vor der Kneipe „Holstenbox“ bringen. Angeklagt sind ein 29-jähriger Mann aus Altenholz und ein 37-Jähriger, der heute in Dithmarschen lebt. Sie sollen verantwortlich dafür sein, dass ein Mann aus Kropp während einer Schlägerei über eine Balustrade zweieinhalb Meter in die Tiefe stürzte. Der Familienvater leidet noch heute unter den Folgen der Verletzungen.

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Frank Scheer 05.02.2019
Christoph Rohde 05.02.2019