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Segeberg Nach Angriff bei Anti-AfD-Demo in Henstedt-Ulzburg: Fahrer wird Prozess gemacht
Region Segeberg

Angriff bei Anti-AfD-Demo in Henstedt-Ulzburg: Fahrer kommt vor Gericht

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10:57 26.11.2021
Von Nicole Scholmann
300 Menschen aus der ganzen Region nahmen im Oktober 2020 – am Tag nach dem Angriff eines jungen Mannes auf Teilnehmer einer Anti-AfD-Kundgebung in Henstedt-Ulzburg – an einer spontanen Demo teil.
300 Menschen aus der ganzen Region nahmen im Oktober 2020 – am Tag nach dem Angriff eines jungen Mannes auf Teilnehmer einer Anti-AfD-Kundgebung in Henstedt-Ulzburg – an einer spontanen Demo teil. Quelle: Nicole Scholmann
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Henstedt-Ulzburg/Kiel

Das Landgericht Kiel hat die Anklage wegen des Angriffs mit einem Fahrzeug am Rande einer AfD-Versammlung am 17. Oktober 2020 in Henstedt-Ulzburg zugelassen. Das teilt die Staatsanwaltschaft Kiel am Freitag mit. Das Hauptverfahren gegen einen jungen Mann, der in der Nähe von Bad Bramstedt leben soll, werde eröffnet. Termine für die Prozesstage stehen noch nicht fest, erklärt Oberstaatsanwalt Dr. Henning Hadeler.

Warnschuss am Henstedt-Ulzburger Bürgerhaus

Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, mit einem schweren Geländewagen auf mehrere Demonstranten am Bürgerhaus Henstedt-Ulzburg zugefahren zu sein und sie dabei verletzt zu haben. Im Bürgerhaus hatte die rechtspopulistische Partei AfD getagt. Wie mittlerweile üblich, hatte es eine Gegenkundgebung gegeben – die mit dem Vorfall an der Straße Beckersberg endete.

Angeklagter habe mit „bedingtem Tötungsvorsatz“ gehandelt

Dem zur Tatzeit heranwachsenden Angeklagten wird ganz genau vorgeworfen, am Rande der Demo „mit bedingtem Tötungsvorsatz vier Personen, die zuvor gegen die Versammlung demonstriert hatten, angefahren und verletzt zu haben“. Die Situation war derartig eskaliert, dass ein Polizist einen Warnschuss in die Luft abgegeben hatte. Am Folgetag hatte es eine spontane Demonstration in Henstedt-Ulzburg gegeben, an der gut 300 Menschen teilgenommen hatten.

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Angeklagt ist der junge Mann nun wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Henstedt-Ulzburger Bündnis froh über Prozessbeginn

Das Henstedt-Ulzburger Bündnis für Demokratie und Vielfalt „freut sich riesig“, so eine Sprecherin, dass der Angeklagte sich vor Gericht verantworten muss. „Sehr gut“, heißt es aus dem Bündnis. Mitglieder des Bündnisses werden nicht nur als Zeugen vor dem Landgericht Kiel aussagen, sondern wollen die Verhandlung auch vor Ort genau verfolgen. „Ich hatte gerade vor einigen Tagen noch Kontakt mit Opfern“, berichtet die Sprecherin, die ihren Namen nicht genannt wissen möchte aus Sorge vor Bedrängungen aus dem rechten Spektrum. Die ihr bekannten Personen würden noch sehr unter dem Angriff leiden.

Nicole Scholmann 26.11.2021
Nicole Scholmann 26.11.2021