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Segeberg Spitzenkandidat Krane zuhause bei 8,2 %
Region Segeberg Spitzenkandidat Krane zuhause bei 8,2 %
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17:01 27.05.2019
Von Einar Behn
Foto: Auch wenn er sich keine echten Chancen auf ein Mandat im Europaparlament ausrechnen konnte, war der Bad Bramstedter FDP-Fraktionsvorsitzende Helmer Krane bei der Stimmabegabe guter Dinge.
Auch wenn er sich keine echten Chancen auf ein Mandat im Europaparlament ausrechnen konnte, war der Bad Bramstedter FDP-Fraktionsvorsitzende Helmer Krane bei der Stimmabegabe guter Dinge. Quelle: Uwe Straehler-Pohl
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Bad Bramstedt

Gilbert Sieckmann-Joucken, Fraktionssprecher der Grünen-Stadtverordneten, glaubt, eine Mischung aus bundes- und europapolitischen, aber auch kommunalpolitischen Themen habe die Grünen in Bad Bramstedt so vorangebracht. Mit 29,3 Prozent (2014: 12,8 Prozent) konnte die Partei ihr Ergebnis mehr als verdoppeln und stärkste politische Kraft in der Stadt werden. „Der heiße Sommer im letzten Jahr, die Bewegung Fridays for Future – dass wir so nicht weitermachen können, ist in den Köpfen der Leute angekommen“, meint Sieckmann-Joucken. Auch in der Ortspolitik hätten die Grünen Umweltthemen angeschoben. „Wir haben ein Klimaschutzkonzept initiiert, ein Plastikverbot bei öffentlichen Veranstaltungen durchgesetzt und uns für Blühwiesen eingesetzt.“

CDU-Wahlkampf hatte noch Luft nach oben

Stefan Brumm, Fraktionsvorsitzender der CDU, glaubt dagegen nicht, dass ortspolitische Themen eine Rolle  gespielt haben. Die CDU kam in Bad Bramstedt auf 26 Prozent und verlor damit fast 10 Prozentpunkte gegenüber 2014 (35,7 Prozent) . „Die Grünen haben in Bad Bramstedt einen frischen Wahlkampf geführt, bei der CDU ist da noch Luft nach oben“, sagte Brumm. Dennoch sieht er seinen Ortsverband nicht auf dem absteigenden Ast. „Wir haben junge Leute in der Fraktion und sind damit besser aufgestellt, als manch anderer Ortsverband.“ 

Jan-Uwe Schadendorf, Chef der SPD-Fraktion, zeigte sich natürlich enttäuscht. Die Sozialdemokraten halbierten fast ihr Ergebnis von 2014. Sie kamen auf 16 Prozent (2014: 29,9 Prozent). Das schlechte Abschneiden sei aber nicht „auf lokale Effekte“ zurückzuführen, so Schadendorf: „Die Umweltthemen haben dominiert und den Grünen wurde dafür die höhere Kompetenz zugeschrieben. Dazu kann ich ihnen nur gratulieren.“ 

Krane will nun Bewerbungen schreiben

Die FDP konnte zwar wieder etwas zulegen – sie kam auf 8,2 Prozent (2014: 5,3 Prozent) – bleibt aber weit entfernt von ihren früheren stets zweistelligen Ergebnissen in Bad Bramstedt. Daran konnte auch engagierte Wahlkampf von Landes-Spitzenkandidat Helmer Krane (28) nichts ändern. Der junge Jurist ist aber dennoch zufrieden mit dem Abschneiden der FDP in seiner Heimatstadt. „Wir liegen in Bad Bramstedt deutlich über dem Landesergebnis.“ Dass er keinen Platz im Europaparlament bekommt, war schon vor der Wahl klar. Mit Listenplatz 16 hatte er keine Chance.

Der Spitzenkandidat, der sich in den letzten Monaten ausschließlich dem Wahlkampf gewidmet hatte, will sich nun um seine berufliche Zukunft kümmern. "Jetzt habe ich endlich Zeit, Bewerbungen zu schreiben", sagte Krane, der im letzten Jahr sein Studium abgeschlossen hatte.

AFD unterm Bundesergebnis

Die AfD, die in Bad Bramstedt keinen Ortsverband hat, kam auf 7,4 Prozent, was genau dem Landesergebnis entspricht. Sie liegt damit aber deutlich unter dem Bundesergebnis (10,9 Prozent).

Von rund 10.990 wahlberechtigten Bad Bramstedtern gingen 6066 an die Urne, was einer Wahlbeteiligung von 55,2 Prozent entspricht.

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