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Segeberg Verlor die CDU wegen der Ausbaubeiträge?
Region Segeberg Verlor die CDU wegen der Ausbaubeiträge?
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19:16 07.05.2018
Von Einar Behn
Foto: Helmer Krane (Mitte) und Anja Schuppe, die hier mit Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach das Wahlergebnis auf dem Bildschirm ansahen, hatten Grund zur Freude. Die FDP konnte ihre Stimmen fast verdoppeln.
Helmer Krane (Mitte) und Anja Schuppe, die hier mit Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach das Wahlergebnis auf dem Bildschirm ansahen, hatten Grund zur Freude. Die FDP konnte ihre Stimmen fast verdoppeln. Quelle: Einar Behn
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Bad Bramstedt

„Es hat sich ausgezahlt, dass wir in der Frage konsequent geblieben sind“, sagte Gilbert Sieckmann-Joucken am Wahlabend. Seine Partei hatte gegen die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge gestimmt. Aber die Frage ist, inwieweit das Thema die Grünen-Wähler überhaupt erreicht hat. Das Wahlergebnis blieb mit 19,1 Prozent fast gleich mit dem von 2013. Sie stellen erneut fünf Stadtverordnete. Die Hochburg der Grünen liegt in der Süd-West-Stadt, wo sie auf deutlich über 20 Prozent kamen. Straßenausbauten stehen hier in den nächsten Jahren nicht auf der Agenda.

Drei Sitze mehr in der Stadtverordnetenversammlung

Die CDU verlor fast sieben Prozentpunkte, liegt jetzt bei 32,4 Prozent und büßte einen Sitz in der Stadtverordnetenversammlung. Sie stellt jetzt neun Stadtverordnete, die alle direkt gewählt wurden. Damit hat die Union mehr Sitze als ihr nach der Verhältniswahl zustehen, sogenannte Überhangmandate. Um den Proporz wieder herzustellen, musste auch noch ein Ausgleichsmandat vergeben werden, das an die Grünen ging. Die Stadtverordnetenversammlung wächst damit von den eigentlich vorgesehenen 23 Sitzen auf jetzt 26.

Die FDP hatte nicht nur das Thema Straßenausbaubeiträge in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfs gestellt, sondern war auch mit einer deutlich jüngeren und neuen Mannschaft angetreten. Ihr Lohn: 20,4 Prozent, fast doppelt so viel wie 2013 und zwei Stadtverordnete mehr. Von ihren nunmehr fünf Stadtverordneten gehört nur Anja Schuppe zur alten Fraktion. Unbestritten ist, dass Helmer Krane die Fraktionsriege anführen wird. Der erst 27-Jährige Jurist hatte einen engagierten Wahlkampf geführt, mit dem er so manches Mal bei den Altvorderen der anderen Parteien für Bluthochdruck sorgte. Die Vermutung liegt nahe, dass die FDP vor allem unzufriedene CDU-Wähler auf ihre Seite zog, wohl auch, weil gerade in den älteren Stadtteilen die Bürger fürchten, bald für Straßenausbauten zur Kasse gebeten zu werden.

SPD konnte sich dem Landestrend widersetzen

Nicht weniger engagiert führte die SPD ihren Wahlkampf. Pressesprecher Jan-Uwe Schadendorf versorgte die Presse fast täglich mit Mitteilungen. Hat es was genützt? Schadendorf ist zufrieden. „Wir haben dem Landestrend getrotzt, das war keine leichte Aufgabe“, sagt er. Allerdings hat die Partei in Bad Bramstedt 2,4 Prozentpunkte eingebüßt gegenüber 2013.

Die neue Stadtverordnetenversammlung wird mit 9 CDU-, 7 SPD- und jeweils 5 FDP- und Grünen-Sitzen wohl weiterhin mit wechselenden Mehrheiten abstimmen. Doch beim Thema „Ausbaubeiträge“ wird alles beim Alten bleiben. CDU und Grüne können wieder den Streichungsantrag von SPD und FDP abschmettern.

Michael Stamp 07.05.2018
Heinrich Pantel 07.05.2018