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Segeberg Radwege: Kaputt oder nicht vorhanden
Region Segeberg Radwege: Kaputt oder nicht vorhanden
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12:19 12.11.2018
Von Einar Behn
Foto: Wo Bäume stehen, wurde am Liehtberg der Asphalt entfernt und durch das Sand-Zement-Gemisch Glensanda ersetzt. Er wurde gerade erst wieder erneuert, doch der gute Zustand hält bei Regen nur wenige Tage.
Wo Bäume stehen, wurde am Liehtberg der Asphalt entfernt und durch das Sand-Zement-Gemisch Glensanda ersetzt. Er wurde gerade erst wieder erneuert, doch der gute Zustand hält bei Regen nur wenige Tage. Quelle: Einar Behn
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Bad Bramstedt

In der Hamburger Straße und am Liethberg wurden vor einigen Jahren die Asphaltdecke im Wurzelbereich von Bäumen entfernt, stattdessen Glensanda, ein Sand-Zement-Gemisch aufgebracht. Der Vorteil daran ist, dass die Oberfläche mit geringem Aufwand wieder eingeebnet werden kann, wenn sie von Baumwurzeln angehoben wird. Bei Radfahrern ist das aber äußerst unbeliebt. Die Oberfläche ist rau, an den Übergängen zum Asphalt bilden sich durch Auswaschungen Absätze und bei Regen wird es matschig und verschmutzt Rad und Kleidung.

Die Grünen fordern nun von der Stadt, die Radwege wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand zu versetzen. So seien sie für die Nutzer „ausgesprochen beschwerlich, teilweise auch gefährlich“, meint der Grünen-Stadtverordneter Peter Strübing.

Doch so einfach geht das nicht. Frank Duwe vom städtischen Bauamt sagt: „Die Hamburger Straße ist eine Bundesstraße. Deshalb ist der Bund als Baulastträger auch für den Radweg zuständig.“ Von dort verspricht er sich nicht viel Entgegenkommen, zumal der Radweg ja vor einigen Jahren wegen der günstigeren Unterhaltung in seinen jetzigen Zustand versetzt wurde.

Glensanda ersetzt Asphalt

Anders am Liethberg. Bis zur Fertigstellung der Umgehungsstraße war er eine Landesstraße (L319). 2011 wurde sie dann aber zur Gemeindestraße herabgestuft. Die L319 beginnt nun erst am Kreisverkehr auf Fuhlendorfer Gebiet. Das Land hatte, so will es die Vorschrift, nach der Herabstufung die Fahrbahn noch einmal erneuert. Den Radweg aber nicht. Im Gegenteil: Hier wurde mit Zustimmung der Stadt der Asphalt an den Bäumen durch Glensanda ersetzt.

Rückgängig gemacht werden könnte das mithilfe eines Kreisprogramms zur Förderung des Radverkehrs, meint Strübing, der auch im ADFC-Bad Bramstedt aktiv ist. Duwe glaubt daran nicht. „Wenn wir dort Geld für einzelne Radwege beantragen, bekommen wir zur Antwort: Ihr müsse erst einmal ein Radwegekonzept aufstellen.“ Alles andere sei nur Flickwerk.

Radwegenetz gibt es nicht

Tatsächlich gibt es in Bad Bramstedt kein durchgängiges Radwege- oder Fahrspurennetz. Die Radfahrer suchen sich ihren Weg. Mutige und Schnelle radeln, wie es in der Innenstadt fast überall Vorschrift ist, auf der Fahrbahn, andere fahren Slalom um die Fußgänger auf den Bürgersteigen, was nicht ohne Konflikte abgeht.

Gerrit Sponholz 12.11.2018
Sylvana Lublow 11.11.2018
Einar Behn 11.11.2018