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Segeberg A20: Tempo 60 für Fledermausschutz
Region Segeberg A20: Tempo 60 für Fledermausschutz
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11:14 11.05.2019
Von Gerrit Sponholz
Foto: Bislang endet die A20 bei Bad Segeberg.
Bislang endet die A20 bei Bad Segeberg. Quelle: Carsten Rehder
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Bad Segeberg

„Die Fledermäuse fliegen nur nachts und im Sommer“, sagt Schönfeld.  Für diese Zeit könne man doch das Höchsttempo der Autos auf 60 km/h begrenzen, damit die Tiere den Fahrzeugen gut ausweichen können.

Das wäre auch ein Gewinn für die Autofahrer, sagt Schönfeld. „Bislang schleichen sie mit 14 oder 15 km/h auf der B206 durch die Stadt. 60 km/h wäre vier Mal schneller.“

Seit 2009 kein Baufortschritt

Bürgermeister Schönfeld ist frustriert, weil die A20 seit 2009 vor den Toren im Osten der Stadt endet und immer noch nicht weitergebaut ist in Richtung Westen und Elbquerung.

Die A20-Planer der Bund-Länder-Gesellschaft Deges hatten sich bislang nicht mit Naturschutzverbänden über geeignete Schutzmaßnahmen  verständigen können.

Außer besseren Naturschutz hatte das Bundesverwaltungsgericht 2013 auch eine Prüfung von Alternativtrassen verlangt.

Die Deges überarbeitet deshalb die Planung. Sie hatte dem städtischen Bauausschuss kürzlich berichtet, dass die Autobahn bei Bad Segeberg nicht vor 2029 fertig wird. Die A20 soll dort als nahe Südumgehung gebaut werden. 

Zweifel an bisheriger Trasse

Naturschützer und Lokalpolitiker Arne Hansen zweifelt die Planung an und vermutet, dass die Deges eine komplett neue Trasse planen muss.

Aus internen Papieren des Landes und der Deges sind ebenfalls Zweifel herauszuhören. „Für die Baurechtschaffung“ im Abschnitt zwischen Weede und Wittenborn (Nahe Südumgehung Bad Segeberg) „verbleibt ein Restrisiko“, heißt es mehrmals.

Deshalb wurde auch eine südlichere Trasse erwogen, wie sie das Bundesverwaltungsgericht mal nahegelegt hatte: Die A20 würde nicht nördlich, sondern südlich von Klein Gladebrügge entlangführen und mit einer Brücke über den südlichen Zipfel des Mözener Sees.

Damit würden zwar die Planziele erreicht, heißt es weiter. Aber „die Mehrkosten von rund 100 Millionen Euro sind nicht zumutbar.“ 

Bliebe es bei der Nahen Südumgehung, wünscht sich die Gemeinde Klein Gladebrügge keine Brücke am Dorfrand, sondern aus Lärmschutzgründen die Autobahn in einem Trog. Zu teuer, sagt die Deges. Das würde mindestens 80 Millionen Euro mehr kosten.

Ein ähnliches Problem haben die Planer mit der Travequerung der A20. Die Beeinträchtigungen durch die Autobahn könnten zwar gänzlich vermieden werden, würde aber zu unzumutbaren Mehrkosten führen, heißt es in den internen Papieren.

Wohl auch deshalb plant die Deges, zum Schutz der Fledermäuse lieber mehrere Brücken über die A20 zu bauen. So würden die unter Schutz stehenden Tiere nicht von fahrenden Autos erfasst und getötet. 

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