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Segeberg Das Ende der Siegesburg
Region Segeberg Das Ende der Siegesburg
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09:18 02.08.2019
Von Thorsten Beck
Die "Segeberger Schnapphähne" haben sich den Schweden in den Weg gestellt - ohne Erfolg. Jan Ove Cronenberg (von links), Nils Hinrichsen und Jochen Saggau stellen sie dar.
Die "Segeberger Schnapphähne" haben sich den Schweden in den Weg gestellt - ohne Erfolg. Jan Ove Cronenberg (von links), Nils Hinrichsen und Jochen Saggau stellen sie dar. Quelle: Privat
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Bad Segeberg

Die „Schnapphähne“ sind eine so genannte Reenactment-Gruppe, die vor allem in den USA sehr verbreitet sind und die in zeitgenössischen Kostümen historische Ereignisse nachempfinden.

Der Bad Segeberger Historiker Nils Hinrichsen (Alt-Segeberger Bürgerhaus) hat die Zerstörung der Burg auf dem ehemals viel mächtigeren Kalkberg im Detail erforscht und nach eigenen Angaben sogar das exakte Datum des Burgfeuersermittelt: „Am 12. August 1644 brannte die 500 Jahre alte ausgedehnte Burganlage für immer ab.“

Todesmutige "Schnapphähne"

 Einen umfassenden Einblick in das historische Geschehen in den Jahren von 1643 bis 1645 im Gebiet des heutigen Kreises Segeberg bietet seit Neuestem auch die Homepage der „Segeberger Schnapphähne“ (www.schnapphähne.de). Die Zerstörung der Siegesburg sei dabei ein zentrales Datum der Stadtgeschichte, das in der Kalkbergstadt aber leider noch nie eine größere Beachtung gefunden habe, meinen Hinrichsen und seine Mitstreiter.

 Eine tragende Rolle in diesem Ereignis habe die Freischärlertruppe der „Schnapphähne“ gespielt, die sich den übermächtigen schwedischen Besatzern todesmutig entgegenwarf. Damit dieser Heldenmut und seine historischen Hintergründe in das kollektive Gedächtnis zurückkehren, gründete Nils Hinrichsen mit dem ebenso geschichtsbegeisterten Jochen Saggau und weiteren Enthusiasten die „Segeberger Schnapphähne“ nach 375 Jahren neu – als „Reenactment“-Gruppe in der damals üblichen Bekleidung aus Ausstattung.

Segeberger Böllerschützen auf dem Kalkberg

Zum diesjährigen Jahrestag der Burgsprengung durch die Schweden haben sie deshalb am Montag, 12. August, eine offizielle Aktion initiiert. Um 15 Uhr sollen Mitglieder der zur Schützengilde gehörenden Segeberger Böllerschützen zunächst lautstark auf dem Kalkberg die Sprengung der Burg simulieren, anschließend werden Schnapphähne ihre riesige Schnapphahn-Fahne – einen dänischen Danebrog mit gekreuzten Hellebarden – vom Mast auf dem Kalkberggipfel einholen und zum „Schutz vor den Schweden“ vom Kalkberg herunter tragen. „Der Kalkberg wird dazu ab dem Bergschlösschen-Platz abgesperrt sein“, kündigt Hinrichsen an.

Zug bis zum Rathaus

Der Weg in die Stadt solle mit Trommelschlägen untermalt werden. Zuschauer seien herzlich eingeladen, dem symbolischen Schauspiel auf dem Berggipfel beizuwohnen. „Die beste Sicht darauf haben sie ab 15 Uhr auf dem Karl-May-Platz vor dem Eingang der Karl-May-Spiele.“ Anschließend können sie sich dem Zug der Schnapphähne (die im Übrigen noch weitere Mitstreiter suchen) hinunter in die Altstadt ab David-Kropff-Weg anschließen – wer mag, gerne auch in historischer Kleidung

Vor dem Rathaus werden Hinrichsen und Co. vor Bad Segebergs Bürgervorsteherin Monika Saggau und Stellvertretendem Bürgermeister Heino Pfeiffer „Meldung machen“ über die brennende Siegesburg – und die gerettete Fahne der Schnapphähne zusammen mit einer Erinnerungsurkunde in die Obhut der Stadtoberen übergeben. Nach einer historischen Erläuterung schließt ein Fanfarenspieler der Truppe das Schauspiel mit Klängen des 17. Jahrhunderts ab. 

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