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Segeberg Wiemersdorf auf der Suche nach Baulücken
Region Segeberg

Baugrundstücke und Gewerbeflächen in Wiemersdorf gesucht

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12:09 29.11.2021
Von Uwe Straehler-Pohl
Der Vorsitzende des Planungs- und Maßnahmenausschusses, Jens Kruppa, geht davon aus, dass 2024 dort, wo jetzt noch Tannen stehen, die Erweiterung des Gewerbegebietes realisiert wird.
Der Vorsitzende des Planungs- und Maßnahmenausschusses, Jens Kruppa, geht davon aus, dass 2024 dort, wo jetzt noch Tannen stehen, die Erweiterung des Gewerbegebietes realisiert wird. Quelle: Uwe Straehler-Pohl
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Wiemersdorf

Rund 50 Grundstücke dürfen in Wiemerdorf aufgrund der Landesvorgaben bis zum Jahr 2030 bebaut werden. Dabei müssen vorhandene Baulücken berücksichtigt werden. Nach Angabe des Vorsitzenden des Planungsausschusses, Jens Kruppa, sind dies derzeit 18, überwiegend an der Rhönstraße. Das berichtete er auf der jüngsten Sitzung des Gremiums. Die Flächen befinden sich seiner Auskunft nach alle in privatem Besitz und verfügen über große Grundstücke, auf denen in der Nachkriegszeit Häuser zur Selbstversorgung mit Schweinestall und Möglichkeiten zum Gemüseanbau entstanden sind. Für diesen Bereich müssen nach Abstimmung mit der Baubehörde des Kreises keine grundsätzlichen Änderungen vorgenommen werden.

Planung für die kommenden fünf Jahre

Gemeinsam mit Vertretern der Landesbaubehörde wurde im Dorf eine Begehung vorgenommen um zu prüfen, wo noch Flächen für eine mögliche Bebauung vorhanden sind, erklärte Kruppa. Eine mögliche Vorrangfläche liegt danach, derzeit noch landwirtschaftlich genutzt, an der Gärtnerstraße. Mit den Landeigentümern habe es bereits Vorgespräche gegeben, inwieweit diese bereit wären, diese Grundstücke - Kruppa sprach von zwei bis drei Hektar - an die Gemeinde zu verkaufen. Es gehe darum, zunächst für die nächsten fünf Jahre zusätzliche Wohnbebauung in dem derzeit 1600 Einwohner großen Dorf zu ermöglichen. Näheres wollte er in dieser Phase noch nicht preisgeben.

Deutlich konkreter ist die Absicht der Gemeinde vorangeschritten, zusätzliche Gewerbeflächen anbieten zu können. Hier stehe man in Kaufverhandlungen, so der Ausschussvorsitzende. Das circa ein Hektar große Gebiet liegt gegenüber des bereits vorhanden Gewerbelandes an der Kieler Straße. Er könne sich vorstellen, dass die Realisierung im Jahr 2024 möglich ist, so Kruppas Perspektive.

Klärteichsystem muss auf mehr Bürger vorbereitet werden

Doch um überhaupt grünes Licht von den zuständigen Behörden für die Erweiterung des Dorfes zu erhalten, muss als eine Voraussetzung das vorhandene Klärteichsystem verstärkt werden. Das soll unter anderem durch Lüfter erreicht werden, um den Stickstoff zu reduzieren. Außerdem werden Maßnahmen zur sogenannten Phosphatfällung vorgenommen. Das bedeutet, dass dem Abwasser Chemikalien zur Phosphatentfernung beigemengt werden, sodass die Ablaufgrenzwerte eingehalten werden können. Diese Aufgabe sei bereits jetzt angefasst worden, um rechtzeitig für die künftigen Erweiterungspläne abgeschlossen zu sein.

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Weiterhin wurde vor geraumer Zeit ein Arbeitskreis eingerichtet, der Ideen sammelt, wie das neben dem Dorfhaus gelegene, gemeindeeigene Grundstück im Sinne der Dorfentwicklung genutzt werden kann. Nach Vorstellung der Dorfpolitiker soll hier sozialverträglicher und altersgerechter Wohnraum entstehen. „Die Vermarktung können wir nicht selbst übernehmen. Deshalb haben wir nach Investoren gesucht. Erste Interessenten gibt es schon“, nennt Kruppa den Sachstand. Der Arbeitskreis würde deren Konzepte prüfen.

Wiemersdorf kann an Windkraft mehr verdienen

So wie es aussieht, wird die Gemeinde künftig sogar mit erhöhten Einnahmen aus den Windkraftanlagen zur Umsetzung ihrer Pläne rechnen können. „Windmüller“ Dr. Günther Lüth, einer der Geschäftsführer der Bürger-Windpark Wiemersdorf GmbH, erklärt gegenüber KN-online, dass sechs der aus dem Jahr 2000 bestehenden Anlagen abgebaut werden sollen. An deren Stelle werden fünf neue, deutlich leistungsfähigere Mühlen entstehen. Haben die bisherigen Anlagen 15 Millionen Kilowattstunden (kWh) geleistet und konnten damit rechnerisch 4500 Haushalte versorgen werden, werden es künftig 55 Millionen kWh für rund 17.000 Haushalte sein.

Damit steigt zum einen die Gewerbesteuer, die zu einem Teil der Gemeinde zufließt. Zum anderen profitiert die Gemeinde von der neuen Gesetzgebung, wonach ihr pro verkaufter kWh 0,2 Cent direkt über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zufließen. Bei 55 Millionen kWh sind dies alleine über das EEG 110.000 Euro Einnahmen für die Gemeinde, zuzüglich der Gewerbesteuer.

Nicole Scholmann 29.11.2021
Klaus-Ulrich Tödter 28.11.2021