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Segeberg Land bremst Supermarkt-Pläne aus
Region Segeberg Land bremst Supermarkt-Pläne aus
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20:26 26.07.2019
Von Gerrit Sponholz
Aldi und Edeka sowie Lidl locken die Einkäufer der Region aus dem Ortszentrum von Bornhöved. Die Lage der Märkte ist auch für Kunden aus dem benachbarten Wankendorf interessant. Die Landesplanung ist gegen eine weitere Stärkung des Handels im Außenbereich.
Aldi und Edeka sowie Lidl locken die Einkäufer der Region aus dem Ortszentrum von Bornhöved. Die Lage der Märkte ist auch für Kunden aus dem benachbarten Wankendorf interessant. Die Landesplanung ist gegen eine weitere Stärkung des Handels im Außenbereich. Quelle: Christian Detlof
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Bornhöved

Bislang können die Bürger in Bornhöved am Ortsrand, nördlich der B430 einkaufen. Aldi und Edeka am Kornkamp, und 250 Meter entfernt bei Lidl am Kieler Tor. Am Kornkamp wächst ein Neubaugebiet und ist ein zweites geplant. Edeka möchte erweitern, geht aus Unterlagen des Amtes Bornhöved hervor, von 850 Quadratmeter auf 1800 Quadratmeter inklusive Getränkemarkt und Back-Shop. 

Gemeinde will Edeka ausbauen lassen

Die Gemeinde will nur 1500 Quadratmeter erlauben, einen Getränkemarkt und einen Backshop als getrennte Einheiten „in nicht näher genannter Größenordnung“. Getränkemarkt und Backshop sollen Läden ersetzen, die an anderer Stelle im Ort aufgegeben worden waren. Zuvor hatte die Gemeinde bereits Lidl erlaubt, auf 1480 Quadratmeter Verkaufsfläche zu erweitern. Bornhöved hatte in Kauf genommen, mit dem Ausbau im Norden den Ortskern zu schwächen. 

Zunächst schien die Landesplanung durchaus gewollt, dem geplanten Ausbau im Norden zuzustimmen. So kam es zumindest in der Gemeinde an.

Doch zugleich plante die Gemeinde, das Ortszentrum zu stärken. Bornhöved war in der Folge in ein Städtebauförderprogramm aufgenommen worden. 

Landesplaner sehen Priorität im Ortszentrum

Die Gutachter und vor allem die Landesplanung wundern sich. Zugleich den Außenbereich Kieler Tor und das Ortszentrum stärken zu wollen, widerspreche sich. „Mit der Stärkung des peripheren Einzelhandelsstandortes Kieler Tor und der gleichzeitigen Sicherung und Stärkung des Zentralen Versorgungsbereiches verfolgt die Gemeinde Bornhöved derzeit zwei sich grundsätzlich widersprechende Planvorhaben“, schreiben die Landesplaner.

Vor diesem Hintergrund könne die Landesplanung den positiven Tenor der Stellungnahme von 2016 nicht mehr aufrechterhalten. Die Gemeinde müsse jetzt von Grund auf ein Konzept entwickeln. „Priorität muss der zentrale Versorgungsbereich genießen“, meinen die Landesplaner. Auch deshalb, weil im Ortszentrum mehr Menschen leben als im Norden der Gemeinde. 

Edeka will nicht umziehen

Bornhöved und Amt sprachen deshalb Edeka an, vielleicht in den Ortskern umzuziehen. Das habe Edeka abgelehnt. Edeka möchte lieber am alten Standort bleiben, neben Aldi gebe es Agglomerationseffekte. Gemeint ist, dass Kunden zu einem Standort kommen, und gleich in zwei verschiedenen Läden einkaufen können.

In der Unterlage des Amtes für eine Gemeindevertretersitzung zu dem Thema am Donnerstag, 29. August, ab 19.30 Uhr in der Schulaula heißt es, Edeka möchte auch deshalb im Norden bleiben, um Kunden aus Wankendorf anzusprechen. Und im Ortskern von Bornhöved gebe es angeblich zu wenig Parkplätze. Zudem wolle angeblich Aldi den Standort neben Edeka in Bornhöved schließen. So, wie 2016 schon in Plön geschehen. 

Aldi widerspricht Gerüchten

Aldi-Nord widerspricht. „Tatsächlich planen wir nicht, den Aldi in Bornhöved zu schließen“, sagt Dr. Axel vom Schemm, Manager Unternehmenskommunikation ALDI Einkauf GmbH & Co. oHG. „An dem Gerücht ist nichts dran.“

Das Amt Bornhöved schlägt den Gemeindevertretern nun zwei Alternativen vor. Bornhöved verfolgt weiter seinen Plan, im Norden der Gemeinde die Ladenflächen zu erweitern. Oder die Gemeinde versucht, eine Supermarktkette zu überzeugen, in der Ortsmitte anzusiedeln. Wenn möglich, sollen die Gespräche bis Oktober abgeschlossen sein. 

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