Bruchweg im Ihlwald in Bad Segeberg bleibt bis Ende August gesperrt
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Segeberg Bruchweg bleibt bis Ende August gesperrt
Region Segeberg Bruchweg bleibt bis Ende August gesperrt
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15:58 04.05.2020
Von Thorsten Beck
Der Bruchweg am Ihlsee bleibt bis Ende August gesperrt. Die kranken Eschen stellen eine Gefahr dar.
Der Bruchweg am Ihlsee bleibt bis Ende August gesperrt. Die kranken Eschen stellen eine Gefahr dar. Quelle: Stadt Bad Segeberg
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Bad Segeberg

Der Bruchweg im Bad Segeberger Ihlwald, ein nicht nur bei vielen Segebergern sehr beliebter Wanderweg, wird frühestens in der zweiten Augusthälfte wieder geöffnet. Das hat das Bad Segeberger Bauamt jetzt mitgeteilt. Mit den aus Sicherheitsgründen notwendigen, zuletzt unterbrochenen, Baumfällarbeiten solle demnach am Montag, 17. August, begonnen werden. 

Spaziergänger akut gefährdet

Dass die Stadt die Verbindung, die von der Straße Am Ihlsee zum Hamdorfer Weg führt, bereits im Oktober vorigen Jahres für Fußgänger hatte geschlossen werden müssen, hängt in erster Linie mit den vielen dort (noch) stehenden Eschen zusammen. "Ihnen macht unter anderem das immer häufiger vorzufindende Eschensterben zu schaffen", heißt es in einer Pressemitteilung. Die von einem Pilz befallenen Bäume seien in der Regel nicht mehr zu retten. Das Problem sei nach Auskunft von Experten, dass sich die angeschlagenen Riesen schräg stellen, weil das Wurzelwerk buchstäblich weggammelt. Bilder bereits umgestürzter Eschen aus dem Ihlwald zeigen das sehr deutlich.

Knapp 60 Bäume betroffen

Aufgrund ohnehin schwieriger Standortbedingungen, Auswirkungen langer Trockenheitsperioden sowie dadurch erhöhter Krankheitsanfälligkeit entwickelten aber auch andere Baumarten Stresssymptome. Alles in allem gehe es in dem Bereich am See um knapp 60 Pflanzen.

Viel Totholz gebildet

Innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit habe sich in der Vergangenheit sehr viel Totholz an den Bäumen gebildet, so die städtischen Umweltexperten, was zu unvorhersehbaren Astabbrüchen und somit zu einer erheblichen Gefährdung von Spaziergängern führen könne. „Eine erhebliche Anzahl Bäume ist inzwischen schon komplett abgestorben und deshalb nicht mehr standsicher.“ Immer mehr Exemplare stürzten deshalb gerade nach stärkeren Stürmen schlichtweg um.

Ausnahme für bebaute Grundstücke

Die bisher vorgenommenen Baumfällarbeiten an den Grenzen zu den bebauten Grundstücken seien nur deshalb möglich gewesen, weil eine besondere Gefährdungssituation bestanden habe, heißt es aus dem Rathaus. Das gelte für den Abschnitt, der ausschließlich durch den Wald führt, allerdings nicht. "Weil dieser Teil des Bruchwegs gesperrt werden kann, liegt rechtlich eine solche Ausnahmesituation nicht vor." Folge: Die Kettensägen dürfen erst nach der Fortpflanzungsperiode der Fledermäuse und Vögel erfolgen. Denn gerade die nutzten die Stämme und Äste als Nistmöglichkeiten.

Bäume werden ab 17. August gefällt

Nachdem die artenschutzrechtlichen Fachgutachten und Abstimmungen mit der zuständigen Fachbehörde inzwischen erfolgt seien, könnten die Bäume, die den Wanderweg gefährden, also ab Mitte August gefällt werden. Der Forstunternehmer sei beauftragt, unverzüglich am 17. August zu beginnen, sodass die Freigabe des Weges spätestens Ende August erfolgen könne. 

Die Stadt Bad Segeberg muss zwar dafür sorgen, dass von öffentlichen Wegen keine Gefahr ausgeht; dabei darf sie aber keine geschützten Tierarten gefährden. Und genau das ist am Bruchweg das Problem: Morsche Bäume mit ihren Aushöhlungen sind vor allem bei den unter Artenschutz stehenden Fledermäusen sehr beliebt.

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