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Segeberg Bürger werfen Stadt Täuschung vor
Region Segeberg Bürger werfen Stadt Täuschung vor
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16:40 03.05.2019
Von Sylvana Lublow
Foto: Detlef Podalski ist Sprecher der Bürgerinitiative gegen das Motorsportgelände in Moorkaten.
Detlef Podalski ist Sprecher der Bürgerinitiative gegen das Motorsportgelände in Moorkaten.
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Kaltenkirchen

Darin wird sehr detailliert aufgezeigt, warum die Stadt ihre Entscheidung hinsichtlich des Motorsportgeländes in Moorkaten kippen sollte.

Als Sprecher der Bürgerinitiative erhebt Detlef Podalski schwere Vorwürfe gegen die Stadt. Der 67-jährige verwaltungserfahrene Rentner wohnt seit 15 Jahren im Emil-Nolde-Weg und damit nur etwa einen Kilometer entfernt vom geplanten MSC-Trainingsgelände. Von Täuschung ist die Rede, von Zerstörung eines lebendigen Waldgebiets und vom Verstoß gegen den Lärmaktionsplan der Stadt. „Indem die Stadt ihre selbstgesetzten Ziele ignoriert, zerstört sie jedes Vertrauen zwischen Stadt, Stadtvertretung und den Bürgern“, so Podalski.

Affinität der Stadt zur Sportart nicht nachvollziehbar

230 Mitglieder habe die Bürgerinitiative mittlerweile, nach Podalskis Angaben seien bereits mehr als 370 Widersprüche bei der Stadt eingegangen. „Die hohe Affinität der Stadt zu dieser lärmintensiven und umweltbelastenden Sportart ist für viele von uns nicht nachvollziehbar“, heißt es im Anschreiben an die Stadtverwaltung und die Stadtvertreter. Kaltenkirchen sei die einzige Stadt in Schleswig-Holstein, die eine eigene Motocross-Anlage im Stadtgebiet wünscht.

Keine Großveranstaltungen? Eine Täuschung, sagen die Bürger

Podalski und seine Mitstreiter fühlen sich von der Stadtverwaltung getäuscht. „Das Argument, dass der MSC ja vorher das alte Truppenübungsgelände in Moorkaten zu Trainingszwecken nutzen konnte, und es nur verloren habe, weil es als Flora- und Fauna-Habitat Kaltenkirchener Heide ausgewiesen wurde, stimmt nicht. Das Gelände ist seit 2008 Wald“, erklärt Podalski im Schreiben: „Das betrachten wir als Versuch, die Öffentlichkeit zu täuschen.“ Auch die Aussage der Stadt, dass es auf dem Gelände keine Großveranstaltungen geben werde, sieht Podalski als Täuschung: „Die wird es garantiert geben. Hat der Betreiber erst mal eine Betriebsgenehmigung, kann er für diese eine Ausweitung beantragen und wird sie wahrscheinlich auch bekommen.“

„Jeder darf seine Meinung äußern, ich kann allerdings nicht erkennen, dass auf Seiten der Stadtverwaltung etwas wider besseren Wissens erzählt wurde“, sagt Bürgermeister Hanno Krause dazu: „Im Vorentwurf steht ganz klar, dass nur an zwei Tagen jeweils für vier Stunden trainiert werden darf.“

Ein eigener Lärmgutachter soll beauftragt werden

Ihren Widerspruch begründet die Initiative hauptsächlich mit der Zerstörung eines schützenswerten Naturgeländes. „Es handelt sich dabei um 5,3 Hektar ausgewiesen Wald, in dem Amphibien, Fledermäuse und schützenswerte Vögel wie der Kuckuck leben. In Kaltenkirchen gibt es kaum noch natürliche Waldflächen und dieses letzte Stückchen soll nun in ein Sondergebiet für Motorsport umgewandelt werden“, so Podalski: „Wir machen da nicht mehr mit.“

Bürgerinitiative ist siegessicher

Natürlich sei auch die Lärmbelästigung ein Knackpunkt. „Wir werden vielleicht einen eigenen Lärmgutachter beauftragen, das Lärmgutachten der Stadt ist fehlerhaft“, berichtet Podalski der SZ. Er selbst sei mittlerweile in Kontakt mit den verantwortlichen Behörden und musste feststellen, dass das Verfahren schon weit fortgeschritten ist: „Die frühzeitige Beteiligung der Bevölkerung ist eine Farce.“

Die Bürgerinitiative ist guter Dinge: „Das Ding wird kippen“, ist sich Podalski ziemlich sicher. Er baut dabei auf die Forst- und Naturschutzbehörden. „Wir sind bereit mit einzelnen Stadtvertretern zu sprechen, einen runden Tisch wird es mit uns aber nicht geben“, sagt der 67-Jährige.

Zur „öffentlichen Aussprache“ am 20. Mai um 18.30 Uhr in der Feuerwache werden die Mitglieder der Bürgerinitiative auf jeden Fall kommen. Podalski: „Das wird voll werden.“

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