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Segeberg Krane will mit 28 ins EU-Parlament
Region Segeberg Krane will mit 28 ins EU-Parlament
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10:33 04.01.2019
Von Einar Behn
Foto: Helmer Krane (28) bewirbt sich um einen Sitz im Europaparlament.
Helmer Krane (28) bewirbt sich um einen Sitz im Europaparlament. Quelle: Benjamin Indiedering
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Bad Bramstedt

Herr Krane, Sie haben gerade ihr zweites Staatsexamen bestanden und könnten nun als Jurist arbeiten. Stattdessen wollen sie am 26. Mai 2019 einen Sitz im Europaparlament gewinnen. Was reizt Sie daran?

Helmer Krane: Ich bin mit Europa aufgewachsen und sehe den Zusammenschluss als große Chance. Deshalb glaube ich, dass wir beispielsweise angesichts der Weltlage viel zu wenig aus Europa machen. Ich lese auf Twitter, dass der US-Präsident mit einem Atomschlag droht, in der Ukraine werden mit Militäreinsatz die Grenzen verschoben. Ein einiges Europa ist unsere einzige Chance, die internationalen Herausforderung zu meistern.

 Mit 28 Jahren sind Sie noch sehr jung in der Politik. Wie kamen Sie darauf, einen solchen Karrieresprung zu versuchen? 

 Mich motivieren die Herausforderungen in Europa und aus der Partei habe ich immer wieder das Echo bekommen, meinen Hut in den Ring zu werfen.

Wer gibt solche Rückmeldungen?

Das entsteht in Gesprächen mit Parteifreunden.

Haben Sie sich durch Ihr kommunalpolitisches Engagement einen Namen in der FDP gemacht?

Sicherlich. Außerdem habe ich beispielsweise auch die Online-Wahlkämpfe für die Bürgerschaftswahl in Hamburg und die Landtagswahl in Schleswig-Holstein mitgeleitet.

Am 17. November sind Sie dann auf dem Landesparteitag als Spitzenkandidat der FDP nominiert worden, mit großer Mehrheit.

Wir waren fünf Kandidaten. Ich bin im ersten Wahlgang mit 70 Prozent gewählt worden.

Nun müssen Sie noch die Bundespartei am 27. Januar überzeugen, vorne auf die Liste zu kommen.

Man kann etwa mit einem Sitz pro Prozentpunkt rechnen. Im Moment steht die FDP bundesweit bei 9 Prozent.

Die EU steht zurzeit bei vielen Menschen nicht besonders gut da, was am Erstarken des Nationalismus zu erkennen ist. Wie wollen Sie dem entgegenwirken?

Beispielsweise möchte ich, dass die Europäische Kommission direkt von den Bürgern gewählt und abgewählt werden kann, statt nach dem Regionalproporz zu funktionieren. Am Brexit kann man sehen, dass die Menschen die EU oft nicht als etwas wahrgenommen haben, das sie ändern können, sondern als etwas Fremdes. Ich will den Menschen in Europa klar machen, dass die EU ihnen nicht die Souveränität wegnimmt, sondern sie ihnen sichert. Wir denken noch zu viel in nationalen Kategorien, es fehlt an europäischer Identität.

Die EU-Kritiker sind nicht gerade die Akademiker, sondern eher Menschen mit klassischen Berufsausbildungen.

 Natürlich gibt es Menschen, die bezweifeln, dass die EU ihnen ihren Wohlstand auch noch in zehn Jahren sichern kann. Deshalb möchte ich beispielsweise, dass auch Ausbildungsabschlüsse EU-weit anerkannt werden. Es kann nicht sein, dass wir in Südeuropa hohe Jugendarbeitslosigkeit haben und bei uns Fachkräftemangel. So, wie wir es an den Universitäten mit den Master- und Bachelorabschlüssen geschafft haben, müssen wir auch bei anderen Berufen zu einer Vereinheitlichung kommen. Sonst wird Europa tatsächlich eines Tages als ein Elitenprojekt wahrgenommen.

Werden Sie aus Bad Bramstedt wegziehen, wenn Sie ins Europarlament gewählt werden?

 Nein, das habe ich nicht vor.

 Aber Ihre kommunalpolitischen Ämter werden Sie niederlegen?

 Das werden wir im Ortsverband entscheiden, wenn es soweit ist.

Interview: Einar Behn

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