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Segeberg Fußball-Oberliga-Spitzenreiter SV Todesfelde bekommt die Note 1
Region Segeberg

Fußball-Oberligist SV Todesfelde verdient sich die Note 1

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16:34 27.12.2021
Von Jürgen Brumshagen
Marcel Boldt sitzt enttäuscht auf dem Rasen: Es läuft einfach nicht beim Fußball-Landesligisten SSC Phoenix Kisdorf.
Marcel Boldt sitzt enttäuscht auf dem Rasen: Es läuft einfach nicht beim Fußball-Landesligisten SSC Phoenix Kisdorf. Quelle: Nils Göttsche/Archiv
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Kreis Segeberg

Fußball-Oberligist SV Todesfelde ist unter den vier Mannschaften des Kreisfußballverbandes Segeberg, die ihre Punktspiele in der Oberliga oder Landesliga Holstein bestreiten, der Klassenbeste. Die Elf von Teamchef Sven Tramm bekommt im Zeugnis für ihr bisheriges Abschneiden in der Südstaffel die Schulnote 1. Eine glatte 2 hat sich in der Landesliga der SV Henstedt-Ulzburg verdient. Der TuS Hartenholm hat sich in den letzten Spielen vor der Winterpause auf eine 4 verbessert, für den SSC Phoenix Kisdorf gibt es die 5 – mangelhaft.

Note 1 für den SV Todesfelde

Der SV Todesfelde unterstreicht auch in dieser Saison seine Sonderstellung unter den Segeberger Klubs. Die Mannschaft brennt darauf, den Sprung in die Regionalliga zu schaffen. Drei Spiele vor Ende der Vorrunde führt die Elf aus dem Joda-Sportpark die Südstaffel-Tabelle mit einem Punkt Vorsprung vor dem großen Rivalen SV Eichede an. Von 13 Spielen ging nur eine mit 1:2 beim TSV Pansdorf verloren. Dazu gaben die Todesfelder nur beim 1:1 gegen den SV Eichede zwei weitere Punkte ab.

SV Todesfelde hat sich clever verstärkt

Der sportliche Leiter Serkan Rinal hat Hand in Hand mit den anderen Verantwortlichen vor der Saison alles getan, um die Mannschaft vor allem in der Breite auf ein noch höheres Niveau zu hieven. Mats Klüver (Oldenburger SV) und Deniz Hasan Yilmaz (USC Paloma Hamburg) haben sich schnell als Volltreffer entpuppt. Tarec Blohm (VfB Lübeck II), Niklas Sabas (SV Barmbek-Uhlenhorst), Finn-Mathis Holm (Eintracht Norderstedt U 19) und Jan-Luca Holst (GW Siebenbäumen) haben mehr als angedeutet, dass sie sich mittelfristig große Einsatzzeiten erkämpfen können. Dazu kam mit Lukas Benner der perfekte Backup für Stammkeeper Fabian Landvoigt vom SV Barmbek-Uhlenhorst zurück.

Mit Offensivfußball prescht „Deathfield“ durch die Liga. 41 Tore erzielten die Todesfelder. Torjäger Morten Liebert (17 Treffer) und seine Mitspieler treffen durchschnittlich mehr als drei Mal pro Partie. Die Balance zwischen Angriffslust und Abwehrarbeit stimmt. Keeper Landvoigt musste nur zehn Bälle aus dem Netz holen.

Note 2 für den SV Henstedt-Ulzburg

Nach dem Aufstieg im Frühjahr 2020 musste der SV Henstedt-Ulzburg lange auf den ersten Dreier in der Landesliga warten. Die Elf war sieglos, als die Runde 20/21 nach vier Spieltagen abgebrochen wurde. In der laufenden Saison platzte in der dritten Partie der Knoten. Auf das 1:0 gegen den TuS Hartenholm ließen die Henstedt-Ulzburger eine Woche später den 7:1-Knaller gegen den Breitenfelder SV folgen.

SV Henstedt-Ulzburg im Aufstiegsrennen

Zur Winterpause ist der SVHU bei 19 Punkten angekommen und stolzer Dritter. Und das, obwohl Erfolgstrainer Dominik Fseisi früh angekündigt hat, seine Tätigkeit Ende Juni 2022 zu beenden. Trotzdem befolgt die in sich gefestigte Mannschaft weiter seine Anweisungen und macht aus einer stabilen Abwehr heraus ihr Spiel. Es ist nicht unmöglich, dass Fseisis Nachfolger Christian Pusch einen Oberligisten übernehmen wird. Sollte Spitzenreiter SV Eichede II die Staffel Holstein gewinnen und die erste Truppe der Stormarner nicht in die Regionalliga klettern, würde in der Landesliga der zweite Platz zum Aufstieg reichen. Der Rückstand der Fseisi-Elf auf den Tabellenzweiten TSV Lägerdorf beträgt nur einen Punkt – und die Henstedt-Ulzburger haben noch zwei Spiele mehr auszutragen.

Note 4 für TuS Hartenholm

In enger Absprache mit der Spartenleitung entschlossen sich TuS Hartenholms Trainer Essmet Omid und der sportliche Leiter Martin Ghafury vor der Saison dazu, im Kader einen radikalen Schnitt zu vollziehen. Der Neuaufbau mit rund einem Dutzend Neuzugängen, von denen viele nie zuvor in ihrer Karriere so hochklassig gespielt hatten, barg ein hohes Risiko. Nach dem famosen 3:2 am ersten Spieltag im Nachbarschaftsderby gegen den SSC Phoenix Kisdorf, als Tjorven Spieler in der Nachspielzeit das Siegtor geglückt war, wurden die Auftritte immer trister. Ob Omid unmittelbar nach der 1:5-Heimpleite gegen den SV Büchen-Siebeneichen selbst um Auflösung des Vertrages bat oder ihm dieser Schritt nahegelegt wurde, darum ranken sich bis heute viele Gerüchte. Wenig später ging auch Ghafury, mittlerweile sind beide als Trainer- und Co-Trainer für den Hamburger Landesligisten Dersimspor tätig.

Trainer Genz stabilisierte TuS Hartenholm

Im Oktober übernahm Martin Genz den Job in Hartenholm, der kurz zuvor beim Verbandsligisten FSG Kaltenkirchen geschasst worden war. Unter der Regie des früheren TuS-Kapitäns stabilisierte sich die Mannschaft, stockte das Punktekonto auf elf Zähler auf und verließ die Abstiegsplätze. Aber niemand weiß besser als Genz: Aus dem Schneider ist seine Mannschaft noch lange nicht.

Note 5 für den SSC Phoenix Kisdorf

Zu stark für die Verbandsliga, nicht gut genug für die Landesliga – dieses Image haftet dem SSC Phoenix Kisdorf an. Den nächsten Entwicklungsschritt konnte die Mannschaft von Dauertrainer Boris Völker nie vollziehen. Dass der Vorstand beschlossen hat, nach zehn Jahren ab Sommer 2022 nicht mehr auf Völker zu setzen, ist sportlich nachvollziehbar.

SSC Phoenix Kisdorf mit viel Verletzungspech

Auch wenn es in der laufenden Runde Gründe für die zumeist mangelhaften Leistungen und den Sturz an das Tabellenende gibt. Die Kisdorfer begannen durchwachsen, ehe sie von einem unglaublichen Verletzungspech verfolgt wurden. Weil die Truppe derart ausgedünnt war, half der 40-jährige Völker nicht nur mehrfach als Spieler aus. Er warf reihenweise Youngster wie die Schult-Brüder Leon und Julius Schult, Sebastian Böttcher, Hendrik Wohlers oder Jonas Rübner ins kalte Wasser. Die Talente versuchten zu schwimmen, gingen aber schließlich mit der Truppe unter.

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Die personelle Situation der Kisdorfer sollte sich nach der Winterpause entspannt haben. Und die Lücke zum rettenden Platz neun beträgt „nur“ fünf Punkte. Die Entscheidung, Völker ein Jahr vor dem eigentlichen Vertragsende vor die Tür zu setzen, hat im Strietkamp-Team allerdings Wunden aufgerissen. Die große Frage ist: Bringt Völker mit seinen Spielern so viel Energie und Lust auf, dass eine Aufholjagd gestartet werden kann?