Jugendcafé wird in Bad Bramstedt nun doch in diesem Jahr noch gebaut
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Segeberg Nun wird das Jugend-Café doch gebaut
Region Segeberg Nun wird das Jugend-Café doch gebaut
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17:55 19.06.2020
Von Einar Behn
In einer Computergrafik gibt es das Jugendcafé bereits. Es soll hinter dem Jugendzentrum gebaut werden.
In einer Computergrafik gibt es das Jugendcafé bereits. Es soll hinter dem Jugendzentrum gebaut werden. Quelle: Architekten Schnack und Ellerbrock
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Bad Bramstedt

SPD-Fraktionssprecher Jan-Uwe Schadendorf berichtete, dass sich am selben Tag die Fraktionsvorsitzenden getroffen und geeinigt hätten. In vorangegangenen Ausschusssitzungen hatten CDU und FDP noch mit ihrer politischen Mehrheit für eine zweijährige Verschiebung gestimmt. Dadurch sollte der durch die Corona-Krise gebeutelte Stadthaushalt geschont werden. Aber das Thema war vor allem in der CDU umstritten, wie sich nun auch im Sozialausschuss zeigte. Ausgerechnet der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende Werner Weiß meldete sich aus den Zuschauerreihen zu Wort. „Ich bitte Sie für das Juz-Café zu stimmen“. Als Mitbegründer der Einrichtung liege ihm das Jugendzentrum am Herzen. Das Café sei gut geeignet, die Innenstadt auch für Jugendliche attraktiver zu machen. Weiß wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass sich die Fraktionsvorsitzenden schon geeinigt hatten. 

Jugendbeirat warb für das Café

Die CDU hatte auch den Jugendbeirat der Stadt um eine Stellungnahme gebeten, die erwartungsgemäß eindeutig zugunsten des Anbaus ausfiel. Er hatte die Idee zu dem Café gehabt. Den Weg zum Umschwenken hatte auch Bürgermeisterin Verena Jeske geebnet, die noch eine weitere Stiftung gefunden hat, die den Bau mit 10.000 Euro unterstützen will. „Diese Stiftung möchte nicht öffentlich genannt werden“, erklärte Jeske. Die Stadt muss nun von den veranschlagten 400.000 Euro nur noch 230.000 Euro selbst bezahlen. 100.000 Euro steuert die Aktivregion Holsteiner Auenland bei, 50.000 Euro der Kreis Segeberg, 10.000 Euro kommen von „Gudruns Kinderstiftung“. 

Für den Flachdachanbau gibt es bereits einen Architektenentwurf des Büros Schnack und Ellerbrock. Er war in langen Verhandlungen mit dem Denkmalschutzamt des Kreises abgestimmt worden, was wegen der Nachbarschaft zum Schloss erforderlich war. Ursprünglich sollte schon im letzten Jahr Baubeginn sein.

Jugendzentrumsleiterin von Beschluss überrascht

Jugendzentrumsleiterin Christine Daue, die selbst zur Sitzung gekommen war, wurde von dem Beschluss angenehm überrascht. Sie hatte sich darauf vorbereitet, in der Sitzung noch einmal für das Café zu plädieren, was nun nicht mehr nötig war. Allerdings erläuterte sie ihren sozialpädagogischen Anspruch, weil immer mal wieder kritisiert wird, dass das Jugendzentrum nicht genügend von Jugendlichen besucht wird: „Es geht nicht darum, wie viele kommen, sondern wer kommt.“ 

Probleme mit Jugendlichen auf dem Schulhof

Dass es in Bad Bramstedt einigen Jugendlichen schwerfällt, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten, zeigt sich auch an einer Beschwerde, die Bürgermeisterin Jeske ins Rathaus geschickt bekommen hat. Der Schreiber beklagt sich über lärmende Jugendliche abends auf dem Schulhof der Grundschule Am Bahnhof.  Schulleiterin Katja Walter bestätigte dies auf Anfrage. „Erst gestern habe ich dort wieder leere Flaschen und ein leeres Marihuana-Tütchen aufgesammelt. Sogar Kanüle von Spritzen haben wir schon gefunden, es ist wirklich schlimm.“ Ihrer Meinung nach sollten die Schulhöfe abends gesperrt werden.  

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