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Segeberg Kaltenkirchens Freizeitpark bekommt ein neues Gesicht
Region Segeberg

Kaltenkirchens Freizeitpark wird neu bepflanzt, der Wald umgebaut.

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13:11 22.12.2021
Von Sylvana Lublow
Kahlschlag im Freizeitpark Kaltenkirchen: Hier soll bald ein neuer Erholungswald entstehen.
Kahlschlag im Freizeitpark Kaltenkirchen: Hier soll bald ein neuer Erholungswald entstehen. Quelle: Stadt Kaltenkirchen
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Kaltenkirchen

Was derzeit noch an vielen Stellen nach Kahlschlag aussieht, dient nötigen Maßnahmen: Im Freizeit- und Erholungspark in Kaltenkirchen werden schon seit September zahlreiche Arbeiten durchgeführt, um den Waldbestand zu pflegen und teilweise umzugestalten. Dazu gehört auch das Fällen vieler Bäume, wie zum Beispiel der Fichten, deren Bestand um gute 90 Prozent reduziert wurde.

Fast alle Fichten waren vom Borkenkäfer befallen

Der Fichtenbestand sei durch das aktuelle Klima und einen falschen Standort geschwächt, so Kaltenkirchens Bürgermeister Hanno Krause. Außerdem seien die Bäume von Borkenkäfern befallen. „In der Vergangenheit mussten bereits regelmäßig im Halbjahresrhythmus viele abgestorbene Bäume entfernt werden, um die Verkehrssicherheit sicherzustellen“, so Krause. Erhalten bleiben vitale und tiefer im Bestand vorhandene Fichten, die auch keine Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit haben.

Außerdem wurden – vorrangig an allen Wegen und belaufenen Strecken – Bäume entnommen, die derzeit oder auch perspektivisch nicht zu halten sind. Hierbei handelt es sich neben den Fichten um Birken, Pappeln und Weiden. Das sind Pionierpflanzen mit hohem Vermehrungspotenzial bei insgesamt kurzer Lebensdauer. Auch die Späte Traubenkirsche wurde umfassend entfernt. Die leicht giftige Pflanze stammt aus Nordamerika, verbreitet sich stark und verdrängt heimische Arten.

Neue Wanderwege wurden angelegt, alte zugepflanzt

Inzwischen wurde auch schon mit den Nach- und Anpflanzungen von klima- und standortgerechten Nadel- und Laubgehölzen, Sträuchern und Stauden in hoher Artenanzahl und mit großer Insektenfreundlichkeit begonnen, um den Wald auch weiterhin attraktiv zu erhalten. So hat zum Beispiel die Provinzial Versicherung gerade 5000 Bäume und Sträucher gespendet, deren Einpflanzung von einer Woche begonnen hat.

Zusammen mit den Fällungen und Pflegemaßnahmen wird die Wegeführung umgestaltet. Um den Park insgesamt noch attraktiver zu gestalten, sind vereinzelt Gassen zugepflanzt und neue Wander- und Laufwege angelegt worden. „Sämtliche Maßnahmen sind mit der Unteren Forstbehörde, der Landwirtschaftskammer und der Forstbetriebsgemeinschaft abgestimmt“, sagt Krause.

22.000 neue Pflanzen bekommt der Kaltenkirchener Park

Die Arbeiten ziehen sich noch bis in den Frühling hinein. „Durch den hohen Borkenkäferbefall wurde deutlich, dass die ursprüngliche Anpflanzung von Fichten im Freizeitpark immer weniger dem Klima gerecht wird“, so der Bürgermeister. Die Waldumbaumaßnahmen seien so ausgelegt, dass zum einen die Verkehrssicherungspflicht im Bereich der Wege sichergestellt wird und zum anderen notwendige Waldarbeiten zur Waldentwicklung durchgeführt werden, damit in den nächsten Jahren nach Möglichkeit keine Eingriffe mehr erfolgen müssten. Wie viel Geld die Stadt in diese Maßnahmen investiert, konnte die Verwaltung auf Nachfrage von KN-Online nicht beantworten.

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Mit der Pflanzung von mindestens 22.000 Bäumen, Stauden und Sträuchern, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen und Früchte tragen werden, werde auch die Artenvielfalt im Park erhöht, besonders zu Gunsten der Tierwelt. Krause: „Damit wird Kaltenkirchen in Zukunft zu den ganz wenigen Orten in Schleswig-Holstein gehören, die vergleichbare Erholungswälder haben.“

Gerrit Sponholz 22.12.2021
Sylvana Lublow 21.12.2021
KN-online (Kieler Nachrichten) 21.12.2021