Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Segeberg Norderstedter Kampfsportlerin Jule Jacobs mit 14 schon Weltmeisterin
Region Segeberg

Kampfsportlerin Jule Jacobs aus Norderstedt mit 14 Jahren Ju-Jutsu-Weltmeisterin

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:17 27.12.2021
Jule Jacobs (14, re.) setzt einen Treffer. Die Norderstedterin ist U16-Weltmeisterin im Ju-Jutsu.
Jule Jacobs (14, re.) setzt einen Treffer. Die Norderstedterin ist U16-Weltmeisterin im Ju-Jutsu. Quelle: Anne Pamperin
Anzeige
Norderstedt

Der Kampfsport Ju-Jutsu spielt nicht nur im Leben von Stefan Jacobs eine wichtige Rolle, die ganze Familie ist involviert. Seine Frau Berit lernte Stefan Jacobs 2004 kennen – beim Sport, aber auf anderem Terrain. „Ich bin damals von Neumünster nach Norderstedt gezogen und meldete mich in einem Fitness-Studio an. Stefan war damals Gerätetrainer im Sportlife in Garstedt. Da hat es dann gefunkt“, erzählt die Fachärztin für Allgemeinmedizin, die regelmäßig als Turnierärztin auf Ju-Jutsu-Wettkämpfen im Einsatz ist. Das erste gemeinsame Kind, Tochter Jule, kam 2007 während der Hamburg Open in Norderstedt zur Welt. Heute ist die 14-Jährige Jugend-Weltmeisterin. Sie gewann bei der U16-WM in Abu Dhabi die Goldmedaille. Im Finale benötigte sie ganze 39 Sekunden, um ihre Gegnerin zu besiegen.

Vom Leistungsturnen zur Selbstverteidigung

Stefan Jacobs entdeckte seine Leidenschaft für Kampfsport und Selbstverteidigung mit 14 Jahren, vorher war er als Leistungsturner und Leichtathlet aktiv. „Beim Turnen wurde mir allerdings damals gesagt, dass ich nicht gelenkig genug bin“, so Jacobs, der daraufhin Barren und Reck links liegen ließ und sich bei TuRa Harksheide ganz dem Thema Judo und – zunächst nur nebenbei – auch Ju-Jutsu widmete.

Die sportliche Heimat der Norderstedter Familie Stefan (v.l.), Jule, Hannes und Berit Jacobs ist das Ju-Jitsu.  Quelle: Anne Pamperin

„1988 haben wir mit 13 Leuten den Verein Kodokan gegründet. Unsere ersten Trainingszeiten hatten wir im Gymnastikraum der Realschule Garstedt“, sagt Stefan Jacobs, dessen größter Erfolg 1987 die Deutsche Vizemeisterschaft war. Noch erfolgreicher ist Stefan Jacobs als Übungsleiter. Seit 1992 besitzt er die Trainer A-Lizenz, unter seiner Regie haben die Kodokan-Sportler unter anderem acht Weltmeistertitel und achtmal Gold bei Europameisterschaften gewonnen.

Aktiv im Talentschuppen Kodokan Norderstedt

Der Ehrgeiz, den Stefan Jacobs als Trainer hat, hat auf seine Kinder Hannes (12) und Jule abgefärbt. Hannes holte sich bei den Deutschen Schülermeisterschaften U14-Bronze, „Wenn meine Kinder kämpfen, bin ich schon aufgeregt. Aber die Verletzungsgefahr ist beim Ju-Jutsu längst nicht so groß wie in anderen Sportarten, zum Beispiel beim Fußball“, sagt Berit Jacobs. Manchmal sei ein Arm verdreht, ein anderes Mal der Nacken verspannt. „Einige schreien während des Wettkampfes sogar extra laut. Das ist aber eigentlich ein Zeichen dafür, dass es nicht so schlimm ist“, sagt die Ärztin schmunzelnd.

Corona war und ist für die Familie Jacobs, wie für viele andere, eine große Herausforderung. Stefan Jacobs blieb zuhause und betreute seinen Nachwuchs während der Schulschließungen im Heim-Unterricht. „Das ist nicht einfach, vor allem, weil jedes Kind anders lernt. Einigen fällt es leicht, andere kommen damit überhaupt nicht zurecht. Wenn niemand da ist, der helfen kann, können Kinder schon mal hinten runterfallen“, sagt Berit Jacobs, die in Norderstedt eine eigene Praxis betreibt.

Corona nicht ohne Folgen für Familie und den Sport

Eine weitere Folge der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen: Zu Beginn des Jahres beendete Stefan Jacobs seine Tätigkeit als Nationaltrainer der Schweiz. Er konzentriert sich jetzt auf das Vereinstraining und unterrichtet zudem zweimal pro Woche die schleswig-holsteinischen Kadersportler vom Hamburger Heidberg-Gymnasium, das auch seine beiden Kinder besuchen.

Der Newsletter der Segeberger Zeitung

Alles Wichtige aus dem Kreis Segeberg. Jeden Montag gegen 17 Uhr im E-Mail-Postfach.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Für das kommende Jahr wünschen sich Stefan, Berit, Jule und Hannes Jacobs – wie die meisten anderen Menschen sicher auch – ein wenig mehr Normalität und weniger oder am besten gar kein Corona mehr. Und Erfolge wollen alle vier – jeder in seiner oder ihrer Funktion – natürlich auch wieder einheimsen. Im kommenden Jahr steht Ende März eine Europameisterschaft an. Bereits am 29. Januar plant Kodokan die Ausrichtung der Norddeutschen Meisterschaften. Wenn die Pandemie es zulässt, wäre das dann der erste offizielle Wettkampf in der neuen Trainingshalle am Exerzierplatz.

Von Anne Pamperin

Gerrit Sponholz 08:06 Uhr
Thorsten Beck 26.12.2021
Peter Zastrow 26.12.2021