Keine Gottesdienste in Sülfeld trotz Corona-Lockerung
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Segeberg Kirchen dürfen - wollen aber noch nicht
Region Segeberg Kirchen dürfen - wollen aber noch nicht
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13:15 04.05.2020
Von Nicole Scholmann
Pastor Steffen Paar in der Kirche Sülfeld, die zurzeit mit vielen Wolken dekoriert ist.
Pastor Steffen Paar in der Kirche Sülfeld, die zurzeit mit vielen Wolken dekoriert ist. Quelle: Privat
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Sülfeld/Henstedt-Ulzburg

"Für unsere Kirchengemeinde Sülfeld hat der Kirchengemeinderat beschlossen, dass bis auf Weiteres weiterhin alle Gottesdienste und Veranstaltungen in der Grabauer Kapelle, in der Sülfelder Kirche und Friedhofskapelle sowie in der Remise ausgesetzt bleiben", teilen Ulrich Bärwald, Vorsitzender des Kirchengemeinderates Sülfeld, und Pastor Steffen Paar mit. Für das Gremium und den Pastor bleiben trotz der vom Land ausgesprochenen Lockerungen noch einige Fragen offen. "Einen 100-prozentigen Schutz werden wir mit Blick auf Gottesdienste derzeit nicht umsetzen können und die Verantwortung für unsere Mitarbeiter und mögliche Folgen ist uns zu groß", heißt es in einer Mitteilung.

Open-Air-Gottesdienste keine Alternative

Freiluftgottesdienste seien mit Blick auf das weiter bestehende Kontaktverbot in der Öffentlichkeit und die nötigen Sicherheitsbestimmungen im Moment keine sichere Alternative. Für Trauerfeiern, Taufen und Trauungen werde in Absprache mit den Familien und unter Wahrung der staatlichen Maßgaben zur Vermeidung einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus das weitere Vorgehen besprochen.

Lesen Sie auch: Gottesdienste in Schleswig-Holstein werden ausgebremst

Das Verbot von Gottesdiensten und anderen kirchlichen Veranstaltungen wie Gruppentreffen mache "schmerzlich deutlich, was bisher selbstverständlich war". Gemeinschaft gehöre zur Kirchenarbeit. Gottesdienste in der Kirche seien für Menschen ein Ankerpunkt im Leben. "Wir meinen, dass Gottesdienste unter den angezeigten und nötigen Hygienemaßnahmen zu feiern, die gottesdienstliche Gemeinschaft nicht herstellt - zum Beispiel durch die Begrenzung auf eine maximale Teilnehmerzahl und das Sitzen mit Abstand", erklären Bärwald und Paar. "Es wäre nur eine scheinbare Normalität, aber dafür mit einem höheren gesundheitlichen Risiko."

Jeder Monat steht unter einem Thema

Die Sülfelder verweisen auf Angebote im Internet. Zudem werden Themen-Monate geplant, zu denen die Kirche in der Ortsmitte besonders gestaltet wird. Zurzeit geht es um das Thema Himmel - passend zum Himmelfahrtstag am 21. Mai. "Ebenso machen wir uns weiter Gedanken, wie wir für Menschen da sein können, die digital nicht unterwegs sind, die ihr eigenes Haus nicht mehr verlassen können oder solche, die unter sozialer Isolation leiden", sagen Bärwald und Paar. "Wir als Kirchengemeinderat und Pastor werden das uns Mögliche tun, gut für unsere Dörfer und die Menschen da zu sein."

Kirchengemeinderat und Pastor respektieren anderslautende Entscheidungen von anderen Kirchengemeinden und rechnen mit enttäuschten Gemeindegliedern. "Wir beobachten die Lage in unserem Land weiter und werden dann entsprechend beraten und unsere Überlegungen aktualisieren."

Michaeliskirche in Kaltenkirchen wartet ab

Die Michaeliskirche in Kaltenkirchen wird auch am 10. Mai noch nicht für einen Gottesdienst geöffnet sein. "Wir wollen es ruhig und bedacht angehen", sagt Pastor Dr. Tilman Fuß. Die Online-Gottesdienste würden auf große Zustimmung stoßen. "Wir haben deutlich mehr digitale Besucher als bei einem normalen Gottesdienst", gibt Fuß zu. Man wolle in Ruhe einen möglichen Gottesdienst am 17. Mai vorbereiten. "Wir müssen nicht die Ersten sein."

Erlöserkirche noch unschlüssig

Für das Team der Erlöserkirche in Henstedt-Ulzburg sei die Information, wieder Gottesdienste abhalten zu können, zu kurzfristig gekommen. Die Erlöserkirche im Ortsteil Henstedt stehe täglich von 11 bis 12 Uhr und von 18 bis 19 Uhr offen. Wie es mit den Gottesdiensten weitergehe, könne noch nicht gesagt werden. Es gebe weiterhin das Internetangebot der Erlöserkirche.

Drei Gottesdienste in der Kreuzkirche

Die Kreuzkirche in Henstedt-Ulzburg startet am Sonnabend, 9. Mai, um 18 Uhr mit dem Gottesdienstreigen. Weiter geht es am 10. Mai um 10 und um 12 Uhr. Mit den drei Terminen soll allen Interessierten die Möglichkeit gegeben werden, einen Platz zu bekommen. Denn es stehen aus Abstandsgründen maximal 45 Plätze zur Verfügung. In der Regel haben die sonntäglichen Gottesdienste um die 100 Besucher. Es müssen Schutzmasken getragen werden. "Damit die Besucherzahl etwas gesteuert werden kann und möglichst niemand nach Erreichen der maximalen Teilnehmerzahl abgewiesen werden muss, melden Sie sich bitte telefonisch im Kirchenbüro an (04193/997515), oder bei Pastor Mathias Krüger (04193/997511) oder bei Pastor Jürgen Schacht (04193/997513)", heißt es in einer Mitteilung der Kreuzkirche.

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