Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Segeberg Keine Kurkonzerte mehr: BT-Orchester braucht finanzielle Hilfe der Stadt
Region Segeberg

Keine Kurkonzerte mehr: Bad Bramstedter Orchester braucht Hilfe der Stadt

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:38 27.11.2021
Von Einar Behn
Das BT-Orchester, hier bei einem Konzert auf der Schlosswiese, hat hohe Kosten zu bestreiten.
Das BT-Orchester, hier bei einem Konzert auf der Schlosswiese, hat hohe Kosten zu bestreiten. Quelle: Archiv
Anzeige
Bad Bramstedt

Dem BT-Orchester droht eine finanzielle Schieflage, weil es keine Kurkonzerte mehr gibt. Corona hat auch bei Bad Bramstedts großem Blasorchester Spuren hinterlassen. Schon 2020 konnten keine Kurkonzerte mehr gegeben werden, 2021 setzte sich dies fort und wie es aussieht, wird es wohl auch in Zukunft keine Kurkonzerte in gewohnter Form mehr geben.

Denn: Seitdem die Stadt das Management des Kurhaustheaters übernommen hat, sind solche regelmäßigen Konzerte nicht mehr vorgesehen. Die Stadt will aber helfen. Der Kulturausschuss gewährte eine finanzielle Unterstützung von bis zu 3500 Euro im Jahr.

Hohe Kosten durch Nachwuchsausbildung

Vorsitzende Jessica Tonn berichtete im Kulturausschuss der Stadt, das Orchester habe bis zum Ausbruch der Pandemie achtmal im Jahr Konzerte im Theater des Kurhauses gegeben. Der erst in diesem Jahr aufgelöste Theaterverein habe dafür 3500 Euro an das Orchester überwiesen. „Die fehlen uns.“

Das Orchester habe hohe Kosten zu bestreiten, unter anderem durch die Ausbildung der Nachwuchsmitglieder, zurzeit seien es 27. Die bekämen die Instrumente gestellt. „Eine Tuba kostet 9000 Euro, das gesamte Schlagwerk 25.000 Euro“, nannte sie als Beispiele. Und auch der Dirigent, ein Profimusiker, und die Ausbilder müssten bezahlt werden. Von den Erwachsenen spielten die meisten allerdings auf ihren eigenen Instrumenten. Zurzeit hat das Orchester 65 Musiker.

Stadt will sich nicht mehr auf das BT-Orchester festlegen

Orchestervorsitzende Jessica Tonn Quelle: Einar Behn

Swantje Maaß, Kulturmanagerin der Stadt, bestätigte, dass es die Finanzierung der Kurkonzerte in gewohnter Form nicht mehr geben soll. Der Theaterverein, der jährlich 80.000 Euro von der Stadt bekam, habe mit dem Orchester eine feste Vereinbarung gehabt und die Gagen aus seinen Mitteln bezahlt. Der Verein ist aber mittlerweile aufgelöst worden, weil die Stadt den Vertrag gekündigt hatte. Der Verein sei nicht rege genug, das Theater sei zu häufig ungenutzt, hatte es zur Begründung geheißen. Nun haben Swantje Maaß und ihr Amt zum Glück das Management übernommen.

„Wir wollen uns nicht mehr auf eine Musikgruppe festlegen, sondern auch anderen die Möglichkeit zu Konzerten geben“, erklärte Swantje Maaß. Wer auf die Bühne kommt, entscheide das Team des städtischen „Amtes zum Glück“, das sie leitet.

Keine Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen wecken

Arnold Helmcke (SPD) hatte zunächst Bedenken gegen einen pauschalen Zuschuss für das Orchester. „Da kann ja auch jeder andere Verein kommen.“ Zuschüsse sollten nur zu konkreten Vorhaben oder Anschaffungen gewährt werden. Jessica Tonn erwiderte: „Uns geht es um Planungssicherheit.“ Sie müsse wissen, ob sie künftig noch genügend Geld zur Verfügung habe, um den Orchesterbetrieb wie bisher weiterführen zu können.

Der Newsletter der Segeberger Zeitung

Alles Wichtige aus dem Kreis Segeberg. Jeden Montag gegen 17 Uhr im E-Mail-Postfach.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Am Ende stimmte der Ausschuss zu. Bis zu 3500 Euro solle das Orchester pro Jahr bekommen. Allerdings muss das Orchester am Ende jedes Jahres eine Aufstellung der Einnahmen und Ausgaben einreichen.