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Segeberg Gas geben auf eigenem Gelände
Region Segeberg Gas geben auf eigenem Gelände
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17:23 16.04.2019
Von Sylvana Lublow
Foto: Die Vorsitzende des MSC, Monika Henning, auf dem Gelände, das der Club bald von der Stadt Kaltenkirchen pachten könnte.
Die Vorsitzende des MSC, Monika Henning, auf dem Gelände, das der Club bald von der Stadt Kaltenkirchen pachten könnte. Quelle: Sylvana Lublow
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Kaltenkirchen

Nun müssen nur noch die politischen Gremien zustimmen – und da sieht es bislang gut aus für den Motorsportclub.

Nachdem bereits im Oktober 2017 eine Änderung des Flächennutzungsplans für das Gelände zwischen der A 7 und dem Industriegebiet Moorkaten im Bauausschuss beschlossen wurde, kam nun der nächste Schritt. Die Stadt hat einen Vorentwurf für die Änderung des Flächennutzungsplans erarbeitet und diesen dem Bauausschuss am 18. März vorgelegt. Die Ausschussmitglieder haben den Entwurf einstimmig angenommen. 

"Wir sind wie der HSV ohne Fußballplatz"

Bauausschussvorsitzender Thies Rickert (Pro Kaki) ist optimistisch: „Es sieht gut aus für den MSC. Der Club zeigt sich auch sehr kompromissbereit.“

Die etwa acht Hektar große Fläche liegt nicht weit entfernt vom ehemaligen Trainingsgelände. MSC-Vorsitzende Monika Henning (66) freut sich jedenfalls sehr darüber: „Wir sind wie der HSV ohne Fußballplatz“, sagt sie. Dass der Motorsportclub nun schon so lange ohne festes Trainingsgelände auskommen muss, habe auch negative Auswirkungen auf den Verein gehabt: „Wir hatten damals die Hälfte unserer Mitglieder an den MCE Tensfeld verloren, der ein eigenes Motorsportgelände hat“, so Henning. Von ehemals weit über 200 Mitgliedern ist der MSC mittlerweile wieder auf 145 angewachsen.

Bisher auf Stoppelfeldern trainiert

Zum Glück seien ihnen viele Landwirte in der Umgebung gewogen, so dass die Motocrossfahrer ihren Sport immer auf Stoppelfeldern oder abgeernteten Maisfeldern ausüben konnten. „Unsere Autofahrer können mit Genehmigung manchmal auf dem Festplatz trainieren“, sagt Henning. Vor etwa fünf Jahren habe der Club dann bei der Stadt angefragt, ob es nicht ein Gelände für sie gebe. 

Die acht Hektar unweit der A 7 seien Henning aber auch für die Jugendarbeit wichtig. 21 junge Motorsportbegeisterte sind Mitglied im Club.

Bürgerinitiative will gegen Projekt vorgehen

Doch längst nicht jeder Kaltenkirchener ist einverstanden mit der Wahl des Geländes. Die nächstliegenden Anwohner, etwa einen Kilometer entfernt, haben sich bereits zu einer Bürgerinitiative gegen das Motorsportgelände zusammengeschlossen. Ihr Sprecher Detlef Podalski sagte: „Wir wollen mit den uns zur Verfügung stehen Mitteln des Verwaltungsrechtes gegen dieses Projekt vorgehen. Wir befürchten erhebliche Lärmeinwirkungen auf unsere Grundstücke und Wohnungen. Außerdem werden die Belange des Waldschutzes und Naturschutzes kaum beachtet.“

Training nur zweimal in der Woche

Dabei sieht der Entwurf der Stadt hinsichtlich des zu erwartenden Lärms eine Kompromisslösung vor, mit der auch der MSC einverstanden ist. „Training wird es nur zwei Mal in der Woche geben, sonnabends und mittwochs“, sagt Henning. Sonnabends dürfe das Gelände tagsüber vier Stunden lang genutzt werden und an einem ausgewählten Wochentag könne von 16 bis 20 Uhr gefahren werden, erklärt Rickert den Kompromiss, der auch mit dem Emissionsgutachten übereinstimmt.

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