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Segeberg Balou ist der Neue im Wildpark Eekholt
Region Segeberg

Neuer Wolf für den Wildpark Eekholt

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15:17 16.12.2021
Von Nicole Scholmann
Der junge Wolfsrüde Balou ist am Dienstag aus Hessen in den Wildpark Eekholt gekommen.
Der junge Wolfsrüde Balou ist am Dienstag aus Hessen in den Wildpark Eekholt gekommen. Quelle: Wildpark Eekholt
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Großenaspe

Balou heißt er, der „Neue“ im Wildpark Eekholt. Am Dienstag ist der junge kräftige Bursche aus dem Wildtierpark Edersee in Hessen in den Norden gekommen. Zusammen mit der ebenfalls ein Jahr alten jungen Wölfin Jascha bildet er im alten Gehege ein eigenes Rudel. Ute Kröger, Leiterin der Wildtierschule, ist froh, dass die Zusammenführung mit Jascha problemlos klappte.

Im neuen Gehege gegenüber leben jetzt Mascha und Alexander, beide zehn Jahre alt. Vor fast einem Jahr war es zwischen Alexander und dem Rüden Janosch zu schweren Auseinandersetzungen in der Paarungszeit gekommen. Beide Rüden hatte vorher ohne Probleme Seite an Seite und mit dem Weibchen Mascha und deren Tochter Jascha gelebt. Das änderte sich plötzlich. Beide Rüden verletzten sich bei Kämpfen schwer. Janosch überlebte die Auseinandersetzung nicht. Alexander war schwer verletzt, kam aber wieder zu Kräften.

Mutter und Tochter mussten getrennt werden

Im Laufe der vergangenen Wochen, so Ute Kröger, sei deutlich geworden, dass Mascha und ihre Tochter Jascha sich nicht mehr gut verstehen. In freier Wildbahn ist das die Zeit, so Kröger, in der Jungwölfe das Rudel verlassen und sich eine eigene Familie suchen. Das ist in Gefangenschaft nicht so einfach möglich. Die Wildpark-Leitung reagierte schnell. Über das Netzwerk im Deutschen Wildgehegeverband kam es zum Kontakt zwischen dem Park in Hessen und dem in Großenaspe. Man wurde sich einig und am Dienstag holten zwei Tierpflegerinnen den Jungwolf aus Hessen ab.

„Für den Transport wurde Balou kurz in Narkose gelegt und aufgeladen“, berichtet Ute Kröger. Dann ging es sicher Richtung Norddeutschland. In Eekholt angekommen, wurde das Tier zunächst in einen separaten Teil des alten Geheges gelassen. Aber schnell wurde klar, so Kröger, dass es zwischen Jascha und ihm keine Probleme geben wird – und die Gehegetür ging auf. Seitdem orientiert Balou sich in seiner neuen Heimat. Aber: Alles ganz entspannt und in Ruhe.

Ein ganz entspannter neuer Jungwolf für den Wildpark

Als sehr relaxed und ruhig beschreiben Ute Kröger und die Tierpflegerinnen den Neuzugang. Und wirklich: Zum Termin mit kn-online ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen und verließ seinen Platz unter einem Busch nicht. Er rollte sich lieber ein und machte ein Nickerchen.

Mascha und Alexander sind getrennt von den beiden Jungen im neuen Gehege zu finden. Die Besucher können nun beidseitig des Weges die Wölfe beobachten. In Kürze soll der Steckbrief von Balou fertig gestellt sein, sodass eine Tafel auf den jungen Vierbeiner hinweist. Bis dahin werden nur Kenner der Eekholter Wölfe sich wundern, wer dort eingezogen ist. Nachwuchs ist fürs kommende Jahr bei den Wölfen nicht vorgesehen.

Trotz Corona ein gutes Jahr für den Wildpark Eekholt

Die 40 Mitarbeitenden des Wildparks Eekholt blicken auf ein gutes Jahr zurück. Trotz der Corona-Pandemie sei der Zuspruch groß. Ein genaues Fazit könne erst Anfang des Jahres gezogen werden, aber Ute Kröger und ihr Team sind zuversichtlich, mit guten Zahlen aus dem Jahr zu kommen. Es habe zwar keine Sonderveranstaltungen gegeben, aber die Fans des Wildpark seien dennoch nach Eekholt gekommen und hatten den Park unterstützt. Auch der Verkauf der Jahreskarten 2022 laufe bereits und sehr gut.

Ute Kröger zeigt das neue Bienenhaus, das im Frühjahr im Wildpark Eekholt eingeweiht wird. Quelle: Nicole Scholmann

In den vergangenen Monaten wurden einige Gehege umgebaut und erneuert, beispielsweise das der Seeadler und der Schwarzstörche. Noch im Bau befindet sich das neue Bienenhaus. Es soll im Frühjahr eröffnet werden. Die Kaninchen, Meerschweinchen und Esel werden, so ist der Plan, eine neue Bleibe bekommen. Dabei werde viel in Eigenleistung erledigt, betont Ute Kröger.

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Weil die Corona-Lage nicht einzuschätzen sei, wird auch im Januar keine Sonderveranstaltung stattfinden. Je nach Lage, könnte dann im Februar das Holzrücken mit Kaltblutpferden die erste Veranstaltung sein, gefolgt von den Wolfsnächten. Der Vorteil am Wildpark Eekholt im Gegensatz zu anderen Freizeiteinrichtungen sei, dass die Menschen sich an der frischen Luft aufhalten. So sind zurzeit auch alle Info-Häuschen, die man betreten kann, gesperrt.

Nils Göttsche 16.12.2021
Nicole Scholmann 16.12.2021