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Segeberg Omikronvirus in noch mehr Clubs in Segeberg: Hunderte müssen in Quarantäne
Region Segeberg

Omikronvirus in noch mehr Clubs in Segeberg: Hunderte in Quarantäne 

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14:07 31.12.2021
Von Gerrit Sponholz
Auch im Que-Danceclub in Bad Segeberg hat es bei den letzten Feiern zu Weihnachten mindestens einen Omikron-Fall gegeben.
Auch im Que-Danceclub in Bad Segeberg hat es bei den letzten Feiern zu Weihnachten mindestens einen Omikron-Fall gegeben. Quelle: privat/Archiv
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Kreis Segeberg

Außer dem Club Joy in Henstedt-Ulzburg sind weitere Clubs im Kreis Segeberg und außerhalb des Kreises von weiteren Omikron-Fällen betroffen, die rund um Weihnachten geöffnet hatten.

Der Infektionsschutz des Kreises Segeberg hat an Silvestermittag auch Besucher weiterer Clubs aufgefordert, sich unmittelbar in eine 14-tägige Quarantäne zu begeben. Grund dafür sei, dass mindestens jeweils ein Gast mit der Omikron-Variante infiziert war, sagt Kreissprecherin Sabrina Müller.

Corona in Clubs im Kreis Segeberg: „Deutlich über tausend Quarantänefälle“

Genaue Zahlen kann sie nicht nennen. Sie geht aber von insgesamt „deutlich über tausend“ Menschen aus, die jetzt in Quarantäne müssen.

Bekannt war bereits ein Ausbruch unter Besuchern im Joy in Henstedt-Ulzburg. Neu hinzugekommen sind Coronafälle im Calypso-Club in Henstedt-Ulzburg, das in den sozialen Netzwerken schon zuvor seine Besucher aufgefordert hatte, zum Corona-Test zu gehen, und im Que-Danceclub in Bad Segeberg. Der Betreiber hat danach seine Türen mangels Perspektive ohnehin für immer geschlossen.

Auch Busgruppe der Segeberger Landjugend soll in Quarantäne

Betroffen ist auch die Busgruppe einer Segeberger Landjugend, die das Pahlazzo in Pahlen (Kreis Dithmarschen) besucht hatte, sagt Sabrina Müller. In allen vier Diskotheken seien mittlerweile zum Teil mehrere Omikron-Fälle bei Besuchern nachgewiesen worden. „Bei einer Vielzahl von Betroffenen mit positiven Schnelltests stehen die PCR-Ergebnisse noch aus.“

Der Club Calypso auf dem Rhen in Henstedt-Ulzburg zählt zu den Omikron-betroffenen Lokalitäten. Quelle: Nicole Scholmann

Der Infektionsschutz des Kreises Segeberg arbeite eng mit den Veranstaltern zusammen und sei bemüht, alle Gäste zu erreichen. Gäste und Angehörige sollten sich fortlaufend in den sozialen Medien auf den Seiten von Veranstaltern informieren, wenn sie an den Weihnachtsfeiertagen in Clubs oder Diskotheken zu Besuch gewesen sein sollten.

Kreis Segeberg: Club-Besucher sollen unverzüglich in Quarantäne

Müller erinnert an die Pflichten der Besucher der Clubs: Sie haben sich unverzüglich für 14 Tage in häusliche Quarantäne zu begeben und beim Infektionsschutz per Kontaktformular zu melden. Häusliche Quarantäne bedeute, dass das Haus, das Grundstück beziehungsweise die Wohnung nicht verlassen und auch kein Besuch empfangen werden darf.

Der Kreis Segeberg hat ebenfalls alle im Kreisgebiet wohnenden Besucher weiterer Clubs mit Coronafällen ebenfalls zur Quarantäne und Meldung beim Infektionsschutz des Kreises Segeberg aufgerufen: Bestätigt wurden Omikron-Fälle in den Diskotheken Fun Parc in Trittau (Kreis Stormarn), Cheyenne-Club in Rendsburg, Pahlazzo in Pahlen und Max in Kiel.

Kreis Segeberg erwartet exponentielle Coronafall-Steigerung

Omikron sei die mittlerweile in Schleswig-Holstein am stärksten verbreitete Variante, sagt Müller. „Eine exponentielle Zunahme der Fälle im Kreis Segeberg wird, insbesondere vor dem Hintergrund der Ausbruchsgeschehen in den Diskotheken, kurzfristig erwartet.“

Der Infektionsschutz des Kreises sei bereits vor dem Weihnachtswochenende deutlich überlastet gewesen. „Er kommt mittlerweile an seine Belastungsgrenze.“ Außer den Großausbrüchen gebe es ein sehr diffuses Infektionsgeschehen, das häufig nicht zuzuordnen sei. „Mit Ende der Ferienzeit ist ein weiterer Anstieg der Fallzahlen zu erwarten.“

Segebergs Landrat Schröder wegen Omikron sehr besorgt

Landrat Jan Peter Schröder (parteilos) ist besorgt: „Die Fallzahlen vor allem im Kreis Segeberg steigen extrem. Wir sehen jetzt, dass die deutlich ansteckendere Omikron-Variante das Infektionsgeschehen übernimmt.“

Landrat Jan Peter Schröder (parteilos): "Die Fallzahlen vor allem im Kreis Segeberg steigen extrem." Quelle: Christian Detlof

Er bitte daher alle Bürger eindringlich, jeden nicht notwendigen Kontakt zu vermeiden. „Ich, wir alle, hatten gehofft, in diesem Jahr ein anderes Weihnachten und Silvester feiern zu können als im vergangenen Jahr. Wir hatten uns die alte Unbeschwertheit und Leichtigkeit zurückgewünscht. Aber dem Virus sind unsere Wünsche und Bedürfnisse egal.“

Landrat: Segeberger sollen sich an Silvester und danach in Verzicht üben

Die Menschen müssten sich auch am Ende dieses Jahres und zu Beginn des neuen Jahres ein weiteres Mal in Verzicht üben, sagt Schröder. „Wir alle sind pandemiemüde, aber wir dürfen jetzt nicht nachlassen, daher mein Appell: Reduzieren Sie Ihre Kontakte, tragen Sie eine Maske, beachten Sie die AHA-L-Regeln, und lassen Sie sich impfen und boostern!“

Der Infektionsschutz hat dazu aufgefordert, nicht unnötig Kontakt per Telefon oder E-Mail aufzunehmen. Bürger sollten sich fortlaufend auf der Homepage des Kreises Segeberg informieren.

Corona-Kontaktpersonen müssen Formular ausfüllen

Kontaktpersonen sollen das Kontaktformular auf der Homepage ausfüllen (www.segeberg.de – Coronavirus – Corona-Formulare). Der Kreis hat außerdem darum gebeten, unter „Bemerkungen“ unbedingt die aufgesuchte Lokalität hinzuzufügen.

Kontaktpersonen, die Symptome entwickeln, sollen sich an die Hausarztpraxis wenden, eine E-Mail an infektionsschutz@segeberg.de senden oder Telefon 116117 anrufen, im Notfall Telefon 112.

Quarantänebescheinigung: Bearbeitung wird einige Zeit dauern

Alle Mitglieder des betroffenen Haushalts müssten dann ebenfalls sofort für 14 Tage in Quarantäne und sich über das Kontaktformular beim Infektionsschutz des Kreises Segeberg melden. Eine telefonische Kontaktaufnahme durch den Kreis Segeberg werde lediglich in Einzelfällen erfolgen, kündigte Müller an.

Eine Bescheinigung über die Dauer der Quarantäne würden Betroffene im Nachgang per Post erhalten. Wegen der Vielzahl an Personen, die aktuell in Quarantäne seien, werde die Bearbeitung der Bescheinigungen einige Wochen in Anspruch nehmen.

Quarantänepflichtige sollen sich umgehend melden

Der Arbeitgeber habe bis zu zwei Jahre Zeit, den Verdienstausfall einzureichen, erklärt Sabrina Müller. Zeitlicher Druck sei also nicht gegeben. Der Infektionsschutz habe deshalb gebeten, von Nachfragen zu dieser Thematik abzusehen.

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Außerdem hat der Infektionsschutz darauf hingewiesen, dass die Bescheinigung nur ausgestellt wird, wenn sich jemand kurzfristig nach Quarantänebeginn mittels Kontaktformular beim Kreis Segeberg gemeldet hat. Mit anderen Worten: Die Betroffenen sollen nicht zögern, sich zu melden.

Quarantäne: Freitesten nicht möglich

Eine Verkürzung der Quarantäne von 14 Tagen und ein Freitesten seien nicht möglich, sagt Sabrina Müller. Auch hier bitte der Infektionsschutz darum, von Nachfragen abzusehen.

Nadine Materne 31.12.2021
Nicole Scholmann 31.12.2021
Gerrit Sponholz 31.12.2021