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Segeberg Gymnasium in Bad Bramstedt könnte durch Neubau ersetzt werden
Region Segeberg

Pläne in Bad Bramstedt: Neubau soll Gymnasium ersetzen

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08:09 24.11.2021
Von Einar Behn
Die Jürgen-Fuhlendorf-Schule muss erweitert werden. Die Frage ist, ob angebaut wird oder ein Neubau auf einer Wiese entsteht.
Die Jürgen-Fuhlendorf-Schule muss erweitert werden. Die Frage ist, ob angebaut wird oder ein Neubau auf einer Wiese entsteht. Quelle: Einar Behn
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Bad Bramstedt

Braucht die Jürgen-Fuhlendorf-Schule fünf oder acht neue Klassenräume?, einen Anbau oder einen kompletten Neubau? Der Schul- und Kulturausschuss wollte sich noch nicht endgültig festlegen. Die Tendenz geht aber deutlich in Richtung eines separaten Neubaus, der später erweitert werden kann und die alten, schlecht wärmegedämmten Gebäudeteile der Schule ersetzen soll.

Gymnasium Bad Bramstedt ist schon länger zu klein

Schulleiter Dr. Holger Oertel macht schon seit Langem darauf aufmerksam, dass das Gymnasium zu klein wird. Spätestens wenn alle Jahrgänge das G9-Abitur anstreben, fehlen fünf Klassenräume. Und auch jetzt schon musste die Schule Wanderklassen ohne festen Klassenraum bilden. Und die Stadt Bad Bramstedt wächst immer weiter. Mittlerweile hat sie rund 15.500 Einwohner. In naher Zukunft sollen weitere Neubaugebiete erschlossen werden, ebenso im Umland. Die Kindertagesstätten und Grundschulen sind bereits an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt. In einigen Jahren werden die Kinder in die weiterführenden Schulen wechseln und dort für noch größere Engpässe sorgen.

Karin Steffen (SPD): „Wir müssen mal etwas weiterdenken.“ Quelle: privat

Nicht kleckern, sondern klotzen! Das ist die Devise der SPD, die im Schul- und Kulturausschuss einen Neubau am Gymnasium beantragte, der acht Klassenräume aufnehmen soll und so konzipiert wird, dass er leicht erweitert werden kann. SPD-Stadtverordnete Karin Steffen: „Wir müssen mal etwas weiter denken.“ Sie plädierte dafür, einen bereits gefällten Beschluss zurückzunehmen, wonach die Schule nur um fünf Räume erweitert werden sollte.

Bürgermeisterin Jeske für Bau auf der grünen Wiese

Bürgermeisterin Verena Jeske hatte sich schon in der Vergangenheit mehrfach dafür ausgesprochen, das Anfang der 70er Jahre gebaute Gymnasium nach und nach durch einen Neubau zu ersetzen. Auch sie plädierte dafür, die acht Klassenräume in einem freistehenden Gebäude unterzubringen, das nördlich der Sporthallen gebaut werden soll. Die dortige Wiese gehört der Stadt und ist für solche Schulerweiterung ausdrücklich vorgesehen. Die ganz alten Gebäudeteile, die über keine ausreichende Wärmedämmung verfügen, könnten dann im gleichen Maße abgerissen werden, wie der Neubau auf der Wiese wächst. Alle paar Jahre anzubauen, werde am Ende teurer als ein Neubau, meint die Rathauschefin.

Bisher war geplant, die Jürgen-Fuhlendorf-Schule an der Südseite zu erweitern. Dort befindet sich noch eine unbebaute Fläche. Jeske glaubt aber, dass das wegen der dortigen Feuerwehrzufahrt nicht möglich sein wird.

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Den anderen Fraktionen im Ausschuss geht alles zu schnell, denn ein solcher Neubau wird die chronisch klamme Stadt etliche Millionen kosten. „Der Antrag ist zwar verständlich und überzeugend, das kann man aber nicht mal eben so aus der Hüfte schießen“, kommentierte Ausschussvorsitzende Ina Koppelin (FDP). Güde Callsen (Grüne) forderte eine Grundsatzdiskussion, wohin sich Bad Bramstedt überhaupt entwickeln, ob es immer weiter wachsen soll. Bürgermeisterin Jeske erinnerte an die Ansiedlung des Endoprothesenherstellers Waldemar Link GmbH, der 500 Arbeitsplätze in Bad Bramstedt schaffen will. „Wer Firmen ansiedelt, muss auch für Wohnraum für die Arbeitnehmer sorgen.“

Letztlich konnte sich der Ausschuss zu keiner Entscheidung durchringen, obwohl allen einleuchtete, dass fünf zusätzliche Klassenräume nicht ausreichen werden. Der Ausschuss will nun im Januar eine Sitzung nur der Erweiterung des Gymnasiums widmen. Bis dahin soll die Verwaltung ermitteln, mit welchen Schülerzahlen zu rechnen ist und wie viele Räume wirklich benötigt werden.

Energetische Sanierung weiterhin geplant

Beschlossen wurde aber auch, an der bereits im Bauausschuss vereinbarten energetischen Sanierung der alten Gebäudeteile festzuhalten. Zumindest sollen dafür weiterhin 150.000 Euro an Planungskosten im Haushalt 2022 stehen. Die Sanierung selbst wird von einem Experten auf rund 2,5 Millionen Euro geschätzt. Wenn die Gebäudeteile über kurz oder lang aber ohnehin abgerissen werden sollen, ergibt die Sanierung keinen Sinn. Offen ist auch, ob dann an der Pelletheizung festgehalten wird, die eigentlich schon in Kürze die 32 Jahre alte Gasheizung ersetzen soll. Auch darüber wird wohl im Januar erneut beraten.

Nadine Materne 23.11.2021
Nadine Materne 23.11.2021
Gerrit Sponholz 23.11.2021