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Segeberg Pro und Contra für Mehrweg-Zwang
Region Segeberg Pro und Contra für Mehrweg-Zwang
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12:24 21.05.2019
Von Michael Stamp
Foto: Plastikgeschirr soll in Bad Segeberg laut Antrag der Grünen auf städtischen Flächen nicht mehr ausgegeben werden dürfen.
Plastikgeschirr soll in Bad Segeberg laut Antrag der Grünen auf städtischen Flächen nicht mehr ausgegeben werden dürfen. Quelle: Alexander Heinl
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Bad Segeberg

Zuletzt hatten Wochenmarkt-Imbissbetreiber Klaus Gohla („Wie sollen wir das denn machen?“) und Veranstaltungs-Organisator Ingo Micheel („Ich finde das gut“) ihre Positionen zum Aus für Einweggeschirr vertreten. Nun sprach die Segeberger Zeitung mit Reinhard Schweim. Er ist bei der Wählergemeinschaft Wir für Segeberg für die Verbindung zu Stadtverwaltung und Kommunalpolitik zuständig. Schweim zeigt sich skeptisch, dass die Mehrweg-Lösung zeitnah umzusetzen ist.

Wir für Segeberg: "Vorstoß ist richtig, aber unüberlegt schnell"

„Der Vorstoß ist richtig, aber unüberlegt schnell“, sagt Schweim. Vor allem die von Grünen-Fraktionschefin Annelie Eick ursprünglich angedachte Zeitschiene mit dem 30. Juni 2019 als spätestmöglichem Datum für die Einführung der neuen Lösung sei „ein Unding“ gewesen. „Man kann nicht heute darüber entscheiden und es morgen einführen wollen.“ 

Auch bis zum 1. Januar 2020 wird es laut Unternehmern nichts

Selbst den als Kompromiss geplanten 1. Januar 2020 hält Schweim für nicht machbar. „Man kann von den Imbissbetreibern nicht erwarten, dass sie ihre Wagen umbauen, wenn sie noch gar nicht wissen, wo das Abwasser bleiben soll.“ Hier müsse sie Stadt erst einmal die Voraussetzungen schaffen – zum Beispiel beim Sanieren des Marktplatzes. 

Pappe soll weiterhin genutzt werden dürfen

Schweim glaubt, dass die Mehrweg-Lösung insgesamt zu weit führt. Einen Verzicht auf Einweggeschirr aus Plastik beurteilt er als sinnvoll, aber die Ausgabe von Behältern aus kompostierbarer Pappe müsse weiterhin möglich sein. Ansonsten sei zu befürchten, dass auch ehrenamtliche Angebote darunter leiden. So könnten Vereine dann weder Suppen noch Getränke für den guten Zweck verkaufen, wenn sie sich das technische Drumherum für Mehrweg nicht leisten können. „Ein Industriegeschirrspüler kostet in der Anschaffung zwischen 5 000 bis 6 000 Euro. Und so ein Gerät braucht man, weil es heiß genug werden muss, um zum Beispiel Lippenstift vom Glasrand zu kriegen.“ Essbares Geschirr aus Bambusflockenpappe, wie bereits vorgeschlagen wurde, findet Schweim abwegig: „Solches Bambusgeschirr soll man einfliegen? Und das soll ökologischer sein?“

Hamburger Straße befürwortet Mehrweggeschirr

Ulf Peters, der viele Veranstaltungen mit seinen Unternehmerkollegen aus der Hamburger Straße organisiert, hat mit dem Mehrweggeschirr hingegen „kein Problem“, wie er sagt. „Da plädiere ich sogar für. Beim Kartoffelfest haben wir schon seit Jahren Mehrweg.“ Nur vereinzelt werde von Vereinen auf Plastikschalen zurückgegriffen – beispielsweise vom Roten Kreuz.

Bad Segeberger Firma bietet Mietung von Geschirr und Besteck an

Die Bratkartoffeln von Gastwirt Heino Lilienthal werden auf Porzellantellern serviert. Diese kommen ebenso wie das Besteck von der Firma Cup & More an der Wacholderstraße. Dort landen sie in benutztem Zustand auch wieder. Peters: „Das ist natürlich mit einer Gebühr verbunden.“ Man müsse jedoch nicht die Technik zum Abspülen vorhalten. „Ich finde das eine gute Lösung.“

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