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Segeberg Das Leben etwas erträglicher machen
Region Segeberg Das Leben etwas erträglicher machen
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19:01 14.05.2018
Foto: Daniela und Dennis Niemeier aus Lentföhrden kümmern sich rund um die Uhr um Djelly. Sie leidet an einer unheilbaren Muskelschwäche.
Daniela und Dennis Niemeier aus Lentföhrden kümmern sich rund um die Uhr um Djelly. Sie leidet an einer unheilbaren Muskelschwäche. Quelle: Georg Grommes
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Lentföhrden

Lentföhrden. „Sie gibt soviel Kraft, sie ist so dankbar, und es gibt so viele tolle Momente mit ihr.“ Daniela (34) und Dennis Niemeier (40) aus Lentföhrden sind die Eltern von Djellana, die sie liebevoll „Djelly“ oder einfach „Engelchen“ nennen. Djelly ist sechs Jahre alt und damit schon vier Jahre älter, als eigentlich zu erwarten war. Das kleine Mädchen ist unheilbar krank. Es leidet an Spinaler Muskelatrophie (SMA), einer genetisch bedingten Krankheit. SMA bedeutet – vereinfacht erklärt –, dass alle Muskelfunktionen im Körper schleichend schwächer werden, bis am Ende auch die Atmung erlischt.

Djelly muss künstlich ernährt werden

Djelly kann sich kaum bewegen, sie muss dauerhaft beatmet und künstlich ernährt werden. Ihren Speichel kann sie nicht schlucken, wie es gesunde Menschen tun. Er muss regelmäßig maschinell abgesaugt werden. Weil sie ihre Position nicht selbständig verändern kann, muss sie etwa alle zwei Stunden umgelagert werden, auch nachts. Puls und Sauerstoffsättigung werden ständig überwacht. Mittlerweile wurde ihr der Pflegegrad 5 zuerkannt, der höchste, den es gibt. Trotzdem ist das Mädchen in seinem Entwicklungsstand geistig völlig normal, „manchmal sogar ein bisschen altklug, weil sie immer nur mit Erwachsenen zu tun hat“, sagt ihre Mutter. Sie und ihr Mann brauchen aber Unterstützung für einen Autokauf.

57000 Euro kostet das Auto

Djellys besonders umgebauter Rollstuhl muss darin untergebracht werden, außerdem die zahlreichen, lebensnotwendigen Hilfsmittel wie das Beatmungsgerät oder die Maschine zum Speichelabsaugen. 57000 Euro soll dieses Auto kosten, inklusive Umbau. Das ist teuer, „aber der normale Caddy“, sagt Dennis Niemeier, „reicht in der Höhe einfach nicht aus.“

Da Djelly nicht in einem Autokindersitz sitzen kann, können die Niemeiers nur von ihrer Haustür aus mit dem Spezialrollstuhl durchs Dorf laufen. Djelly liebt es, die Kühe und Pferde auf den Weiden zu sehen. Und sie fragt nach den vielen anderen Tieren, die es gibt. „Wenn einer von uns zum Einkaufen will, fragt sie immer, ob sie nicht mitkommen kann“, sagt ihre Mutter. „Nach anderen Unternehmungen fragt sie schon gar nicht mehr. Sie weiß, dass wir ihr dies nicht ermöglichen können.“

Deutsche Muskelstiftung unterstützt Spendenaufruf

Das könnte anders werden, wenn sich genügend Menschen fänden, die bereit wären, Geld auf ein Spendenkonto bei der Deutschen Muskelstiftung zu überweisen. Diese Stiftung bestätigt nicht nur die schwere Erkrankung von Djelly aufgrund der vorliegenden ärztlichen Unterlagen. Sie garantiert auch, dass jeder einzelne Spenden-Cent für den Kauf eines geeigneten Fahrzeugs verwendet wird. Gebühren würden nicht einbehalten, betont die Stiftung in einem Gespräch mit der Segeberger Zeitung.

Das Spendenkonto

Bei der Deutschen Muskelstiftung ist ein Spendenkonto für Djelly Niemeier eingerichtet worden. Überweisungen mit dem Verwendungszweck „Djelly“ an die Bank für Sozialwirtschaft, IBAN DE11 6602 0500 0008 7390 00

Von Georg Grommes

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