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Segeberg Nach Corona-Pause ist vieles anders
Region Segeberg Nach Corona-Pause ist vieles anders
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18:22 10.05.2020
Von Gerrit Sponholz
Über 100 Jahre in Familienhand: Kirsten und Michael Teegen in Leezen öffnen ihr Hotel und Restaurant wieder. Sie stellen die Tische so auf, dass die Mindestabstände eingehalten werden.
Über 100 Jahre in Familienhand: Kirsten und Michael Teegen in Leezen öffnen ihr Hotel und Restaurant wieder. Sie stellen die Tische so auf, dass die Mindestabstände eingehalten werden. Quelle: Sylvana Lublow
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Leezen

„Am 18. März hatten wir geschlossen. Die erste Woche waren wir am Boden zerstört“, sagt Michael Teegen. „Wir hatten schlaflose Nächte.“

Die Familie führt über mehrere Generationen das Haus an der B432 seit über hundert Jahren. Eine Schanklizenz gibt es sogar schon seit knapp 300 Jahren.

Corona-Pause für Modernisierung genutzt

Um Lieferanten und Handwerker nicht hängen zu lassen, packten sie ohnehin geplante Projekte im Haus an. Die Modernisierung der Zimmer mit insgesamt 34 Betten wurde vorangetrieben, Außenjalousien angebracht, ein neuer Herd installiert. Die Zusammenarbeit mit der Hausbank habe toll geklappt. Sie habe auch Tipps für Förderungen gegeben, sagt Michael Teegen.

Rechtlich dürften sie am Montag, 18. Mai, loslegen. Doch Montag war immer schon Ruhetag, nun auch versuchsweise der Dienstag. Um das Personal zu entlasten, und ihm eine Fünf-Tage-Woche zu ermöglichen. Der Saal wird als Restaurant genutzt.

Weg zum WC breit genug

Die Tische sind so gestellt, dass die Abstände groß genug sind. Und auch der Weg zum WC führt nicht zu dicht an anderen Gästen vorbei.

Die Garderobe ist entfernt worden. „Die Gäste werden gebeten, ihre Jacken und Mäntel im Auto zu lassen oder, was sonst nicht üblich ist, mit zum Stuhl zu nehmen“, sagt Michael Teegen.

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Wie viel Ware jetzt einkaufen?

Die Vorräte in den Kühlräumen waren nach der Schließung aufgebraucht worden. Eine Zeitlang lief ein kleiner Außer-Haus-Verkauf. Der Rest war der Tafel für Bedürftige gespendet worden. Nun werden die Geräte wieder eingeschaltet. Und neue Waren eingekauft.

„Die Frage ist: Wie viel?“, sagt Tochter Christine. Die Gefahr sei ja, dass die Behörden kurzfristig wieder neue Beschränkungen erlassen, der Betrieb wieder heruntergefahren werden muss. „Das ist ein finanzielles Risiko.“

Erst mal kleinere Speisekarte

So setzt die Familie erst mal auf eine kleinere Speisekarte: Spargel, Sauerfleisch, Schnitzel etwa. Die ersten Reservierungen, auch im Hotelbereich, gibt es bereits. An der Rezeption wird eine Glaswand Beschäftigte und Gäste trennen und schützen.

Schwer getroffen ist die Hotellerie durch die Absage der Karl-May-Spiele und Konzerte am Kalkberg in Bad Segeberg. „Es könnte ein trostloser Sommer werden“, fürchtet deshalb Michael Teegen ein wenig, und schöpft dennoch wieder Mut: Viele Touristen kehren vielleicht doch ein, weil sie derzeit ja nicht ins Ausland reisen können.

Viel Zuspruch durch Gäste

Auf jeden Fall begeistert ist Michael Teegen von der Rückendeckung durch die Gäste. Sie hätten viel Verständnis für die schwierige Lage der Branche und des Betriebes gezeigt. „Ich hoffe, dass uns in der Pause keiner vergessen hat!“

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