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Segeberg Thriller-Team: Der Wein war schuld
Region Segeberg Thriller-Team: Der Wein war schuld
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17:08 12.11.2018
Von Sylvana Lublow
Foto: Ihr drittes gemeinsames Buch heißt „Invisible“: Arno Strobel und Ursula Poznanski lasen in Henstedt-Ulzburg.
Ihr drittes gemeinsames Buch heißt „Invisible“: Arno Strobel und Ursula Poznanski lasen in Henstedt-Ulzburg. Quelle: Sylvana Lublow
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Henstdt-Ulzburg

Dort lasen sie aus ihrem neusten gemeinsamen Thriller: Invisible. Es ist bereits der dritte gemeinsame Roman der beiden Bestsellerautoren nach „Fremd“ und „Anonym“. Und der zweite mit dem Polizisten-Team Nina Salomon und Daniel Buchholz. Beide stehen aktuell vor einem nahezu unlösbaren Fall. Sowohl den Prolog als auch die ersten zwei Kapitel – und somit den ersten Mord – bekamen die rund 50 Zuhörer in der Bücherei vorgelesen. Das Besondere: Ihre Thriller werden aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln geschrieben, Poznansiki schreibt aus der Sicht der Kommissarin Salomon, Strobel aus der ihres Kollegen Buchholz.

Aus Spaß begannen sie gemeinsam ein Buch zu schreiben

Wie genau das funktioniert, also zu zweit einen Roman zu schreiben, wollten die Zuhörer nach der Lesung wissen. Strobel erklärte: „Erst schreibt Ursula ein Kapitel und schickt es mir per E-Mail, dann schreibe ich das nächste und schicke es ihr.“ Zuvor müssen Plot und Personen natürlich schon stehen. „Viel Wein, sehr viel Wein“, sei geflossen bei ihrer ersten Begegnung auf einem Verlagsfest, erzählte Strobel. Und der Wein sei auch schuld an ihrer Zusammenarbeit gewesen. „Wir hatten uns über unsere Arbeit unterhalten und waren uns an einem Punkt beide einig: Wir würden niemals mit jemand anderen ein Buch zusammen schreiben.“ Später am Abend, nach noch mehr Wein, sei es beiden auf einmal doch „reizvoll“ erschienen, gemeinsam ein Buch zu schreiben, nämlich jeder aus seiner Perspektive. „Wir hatten dann aus Spaß damit angefangen, uns Kapitel hin und her zu schicken und haben nach 100 Seiten unsere Agenten darauf angesetzt“, erzählte Strobel: „Innerhalb von zwei Tagen war das Buch gut verkauft.“

Poznanski ist bekannte Jugendbuchautorin

So begann die Erfolgsgeschichte des Autoren-Teams. Humor sei eines der Rezepte für diesen Erfolg. „Ursula schickte mir mal eines ihrer Kapitel mit einem Cliffhanger. Der letzte Satz lautete: Da klingelte es an der Tür.“ Er habe sie dann gefragt, wer da an der Tür klingelt. Ihre Antwort: „Keine Ahnung, ist dein Kapitel.“

Mit Anekdoten wie diesen unterhielten die beiden Bestsellerautoren ihr Publikum, das nicht müde wurde, Fragen zu stellen: „Ist es anstrengend, Bücher zu schreiben?“, wollte ein junges Mädchen wissen. „Es geht, es ist auf jeden Fall ein toller Job. Aber man will sich mit jedem neuen Buch toppen“, antwortete Poznanski. Die 50-jährige Wienerin ist seit einigen Jahren eine der bekanntesten deutschsprachigen Jugendbuchautorinnen. Ihr erster Bestseller „Erebos“ erschien 2010, für Erwachsene schreibt sie seit 2012.

Einar Behn 12.11.2018
Gerrit Sponholz 12.11.2018
Sylvana Lublow 11.11.2018