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Segeberg Trauer um Jazzmusiker Wolfgang Schlüter
Region Segeberg Trauer um Jazzmusiker Wolfgang Schlüter
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17:38 13.11.2018
Foto: Jazzmusiker Wolfgang Schlüter ist mit 85 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben.
Jazzmusiker Wolfgang Schlüter ist mit 85 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Quelle: Christian Charisius/dpa (Archiv)
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Henstedt-Ulzburg

Der Jazzmusiker Wolfgang Schlüter ist tot. Wie seine Plattenfirma Skip Records am Dienstag mitteilte, starb er am Montag im Alter von 85 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Der 1933 in Berlin geborene Musiker wollte eigentlich klassischer Solopaukist werden, wechselte dann aber zum Vibraphon und zum Jazz.

2001 wurde er mit dem Deutschen Jazzpreis und 2013 mit einem Echo Jazz ausgezeichnet. Er lebte zuletzt in Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg). Er hinterlässt eine Lebensgefährtin sowie zwei Kinder und Enkelkinder.

Schlüter experimentierte mit Naura und Rühmkorf

Wolfgang Schlüter spielte in bekannten deutschen Rundfunkorchestern bei Kurt Edelhagen, Erwin Lehn, Werner Müller, Paul Kuhn und Franz Thon, der ihn 1965 zum NDR holte. Schlüters Schwerpunkt lag in den Bereichen Swing, Bebop und Cool Jazz. Seit 1966 experimentierte er zusammen mit Michael Naura und dem Poeten Peter Rühmkorf auch in grenzüberschreitenden Jazz-und-Lyrik-Projekten.

Ein kurz vor seinem Tod abgeschlossenes Projekt mit seinem Wolfgang Schlüter Quartett und Streichern werde jetzt posthum veröffentlicht, sagte eine Sprecherin von Skip Records.

Soli veredelten NDR-Aufnahmen

Wie kaum ein anderer habe Wolfgang Schlüter auch den Sound der NDR Bigband, der er von 1965 bis 1994 als festes Ensemble-Mitglied angehörte, geprägt, erklärte Achim Dobschall, Leiter des Bereichs Orchester, Chor und Konzerte des NDR.

„Mit Dankbarkeit und großem Respekt blicken wir auf eine 65 Jahre andauernde Karriere als Vibraphonist zurück.“ Schlüters Soli hätten Tausende von NDR-Aufnahmen veredelt, nicht wenige von ihnen an der Seite von internationalen Jazz-Größen. „Mit Wolfgang Schlüter verliert die Jazzwelt einen ganz Großen ihrer Zunft“, betonte der Norddeutsche Rundfunk (NDR).

Von dpa

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