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Segeberg Vom Trecker aus Kinofilm sehen
Region Segeberg Vom Trecker aus Kinofilm sehen
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20:14 18.08.2019
Von Nadine Materne
Heiko Rave (links) und Axel Wrobleski freuen sich auf das Treckerkino in Sarau.
Heiko Rave (links) und Axel Wrobleski freuen sich auf das Treckerkino in Sarau. Quelle: Nadine Materne
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Sarau

Auch in anderen Kreisen in der Nachbarschaft wurde Treckerkino schon veranstaltet.

Trecker sind faszinierend, findet Heiko Rave aus Sarau. Die Fahrer seien einfach gemütlich. Mit dem Trecker könne man nicht rumheizen, „das entschleunigt“. Kein Wunder, dass Rave sofort begeistert war, als er vor einigen Jahren einen Bericht über das Treckerkino in Süddorf in Niedersachsen im Fernsehen sah. Kino auf dem Acker, wie Autokino, nur eben mit Trecker. „Das muss doch auch in Sarau machbar sein“, fand Rave. Inzwischen veranstaltet er mit Freunden zum dritten Mal den Open-Air-Kinoabend mit einer norddeutschen Komödie am Sonnabend, 31. August. Der Titel soll eine Überraschung bleiben.

Zum dritten Mal

Mehr als 800 Trecker reihten sich zuletzt im niedersächsischen Süddorf vor der Leinwand auf, die Veranstaltung wurde zu groß und wird deshalb nicht mehr angeboten. Zu hoch war den Veranstaltungen das Sicherheitsrisiko am Ende.

Von solchen Dimensionen ist die Sarauer Treckerkino-Variante weit entfernt und strebt diese auch nicht an. „Um die 90 Trecker waren in den vergangenen beiden Jahren hier.“ Trotz Regens an beiden Veranstaltungstagen, erinnert sich Rave. Etwa drei Mal so viele hätten Platz auf dem Acker von Landwirt Wolfgang Becker. „Aller guten Dinge sind drei“, ist Rave zuversichtlich, dass dieses Mal auch das Wetter mitspielt. 

Sofa in Baggerschaufel

Die Treckerfahrer hätten sich den Kinoabend trotz Regen nicht verderben lassen. Manche seien sogar richtig kreativ geworden, haben sich Sofas in die Baggerschaufel gestellt oder auch einen Sonnenschirm über dem Sitz aufgespannt. „Eine Gruppe hatte sich sogar ein richtiges Wohnzimmer auf dem Anhänger gebaut“, erzählt Rave. Manche seien für das Treckerkino sogar zwei Stunden nach Sarau getuckert. 

Auch in diesem Jahr habe er schon Anfragen von potenziellen Besuchern, die fragten, ob sie mit Campinganhänger zum Übernachten herkommen dürften – um dann am nächsten Tag gemütlich weitere Strecken zurückfahren zu können.

„Auf dem Parkplatz für Autos können auch Wohnmobile stehen“, sagt Rave. Vor die Leinwand dürfen aber nur Traktoren aller Art, stellt er klar. Vom kleinen Mähaufsitzer bis hin zum großen Traktor für die Feldarbeit. 

Vorn die kleinen Trecker, hinten die großen

Für die optimale Anordnung vor der Leinwand hat Rave erfahrene Einweiser von seinen Oldtimertreffen. Vorne sollen die kleinsten Trecker stehen, hinten die großen, versetzt angeordnet. „Wie im Kino“, betont Rave. 

Wer keinen Trecker hat, muss aber nicht draußen bleiben. „Jeder ist willkommen.“ Vor der 7,5 mal 10 Meter großen Leinwand werden Bänke aufgestellt. Auch könne sich jeder seinen eigenen Stuhl mitbringen, wenn er möchte. 

Wie im Kino soll auch das Snackangebot am Abend sein. Popcorn und Nachos mit selbstgemachter Käsesoße. Außerdem Bratwurst vom Grill, dazu Getränke. „Und wenn das Wetter gut ist, gehen wie im Kino auch Helfer mit Bollerwagen und Bauchladen herum“, kündigt Rave an.

Filmtitel noch geheim

Der Film bleibt bis zur Vorstellung am Sonnabend, 31. August, geheim. Ein lustiger Streifen aus Norddeutschland für die ganze Familie mit Bezug zur Landwirtschaft soll es sein. Passend zum Thema Trecker, umschreibt es Rave. Im vergangenen Jahr wurde „Hände weg von Mississippi“ gezeigt, eine Verfilmung des Jugendbuchs von Cornelia Funke. Regie führte der in Bad Segeberg geborene und im stormarnschen Nienwohld aufgewachsene Detlev Buck. „Von ihm werden wir wohl wieder einen Film zeigen“, wird Rave konkreter. Auf alle Fälle muss es ein Film sein, der auch kindgerecht ist. Denn, so Rave: „Ich will die ganze Familien hier haben.“

Einlass ins Treckerkino in Sarau ist am Sonnabend, 31. August, ab 18 Uhr. Der Film beginnt 20 Uhr. Der Eintritt ab 14 Jahre kostet fünf Euro. Der Kino-Acker liegt am Sibliner Weg kurz hinter der Ausfahrt aus Sarau. Parkplätze für Autofahrer sind vorhanden. Zugucken kann jeder, ob mit oder ohne Trecker.

ZUSATZINFO

Einen James Bond-Film können sich Treckerfahrer am Sonnabend, 24. August, in Leezen anschauen. Zum ersten Mal veranstaltet die Norderstedter Firma Euralis den Kinoabend auf einem Acker Richtung Kükels (hinter der Biogasanlage von der Straße Hoogen Door links in den Wirtschaftsweg einbiegen). Einlass ist 19 Uhr, die Filmvorführung startet gegen 20.30 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist erwünscht, online unter www.euralis.de/treckerkino, aber nicht erforderlich.

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