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Fußball Experte erklärt: So wetten Profis
Sport Fußball Experte erklärt: So wetten Profis
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18:30 27.02.2020
Von Clemens Behr
Sportwettenexperte Michael Monka im Interview. Quelle: Ulf Dahl/privat
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Erlangen

Herr Monka, auf welche Informationen greifen Wetter und Buchmacher bei Fußballwetten zurück?

Zunächst unterscheidet man zwischen harten Fakten und ergänzenden Informationen. Harte Fakten sind zum Beispiel die Anzahl der Torschüsse, die Anzahl der angekommenen Pässe im angreifenden oder verteidigenden Drittel - die Pässe im Mittelfeld haben deutlich weniger Relevanz - oder die Wahrscheinlichkeit, wie nah der Schuss an einem Tor war. Pfosten- und Lattentreffer werden hierbei höher gewichtet als ein Schuss, den der Torwart gefangen hat.

Ergänzende Informationen sind die zur Verfügung stehenden Spieler, Vereinskrisen, die Form der letzten Spiele sowie Heim- und Auswärtsstärke. Der Buchmacher berechnet aus den ihm zur Verfügung stehenden Informationen seine Quote – und damit die Höhe für einen möglichen Gewinn.

Und hat man als Insider im Amateurbereich unter Umständen einen Vorteil gegenüber den Buchmachern? Informationen und Statistiken sind ja nicht so leicht zugänglich wie beispielsweise in der Bundesliga.

Das ist in der Tat so. Wenn dem Buchmacher in tieferklassigen Ligen nur unzureichende Informationen zur Verfügung stehen, dann berechnet er möglicherweise eine falsche Quote. Hier beginnt das „Spielfeld“ für Profi-Sportwetter. Die fokussieren sich in der Tat auf untere Ligen, die dritte Französische Liga, fünfte englische Liga oder in Deutschland bis zu den Verbands- und Landesligen.

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Wie läuft das dann genau ab?

Profi-Wetter arbeiten im Team. Jeweils ein Mitglied ist für eine Mannschaft der gesamten Liga verantwortlich, bei jedem Spiel vor Ort und notiert die harten Fakten. Nach dem Spieltag wird alles zusammengetragen und eine Prognose für den kommenden Spieltag erstellt.

Nehmen wir das Spiel SC Weiche Flensburg 08 II gegen Eutin 08. Im ersten Schritt wird der Profi-Sportwetter aus seinen Daten festlegen, ob er die Partie überhaupt wettet. Unter einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent wird er dies nicht tun. Nehmen wir an, er errechnet eine Wahrscheinlichkeit von 84 Prozent für einen Flensburger Sieg. Das entspricht einer fairen Quote von 1,19. Da Buchmacher etwa 5 bis 7 Prozent abziehen, wäre 1,15 für den Wetter noch eine akzeptable Quote. Je höher die Quote darüber liegt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Profi die Wette spielen wird.

Und damit sind Profi-Wetter erfolgreich?

Der normale Wetter hat hier keine Chance, einen kontinuierlichen Gewinn zu erlangen. Ganze Teams, die bessere Informationen generieren, schon. Diese leben aber auch davon und machen nichts anderes.

Was können Wettanbieter dagegen machen?

Die Anbieter vergleichen untereinander ständig die Quoten der Konkurrenz – und dies automatisiert. Wenn es hier zu Abweichungen kommt, gibt es „Quotenalarm“. Gewinnen Profi-Sportwetter aber zu häufig, dann werden sie einfach gesperrt. Das dürfen sie aktuell noch ohne Angabe von Gründen.

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