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Holstein Kiel Halle und Holstein Kiel trennen sich torlos
Sport Holstein Kiel Halle und Holstein Kiel trennen sich torlos
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17:22 17.12.2016
Von Andreas Geidel
Hier konnte sich Holstein Kiels Dominc Peitz (rechts) gegen Halles Benjamin Pinto durchsetzen – vor dem Tor gelang das den Störchen am Sonnabend nicht. Quelle: imago
Halle

Am Tag vor dem vierten Advent steckte Fußball-Drittligist Holstein Kiel einmal mehr emotional zwischen Tannenbaum und Borke. Das 0:0 beim Halleschen FC, immerhin das heimstärkste der Liga, ein Punktgewinn? Im nach außen hin verborgenen Seelenleben der Störche aber breitete sich auch ein anderes Gefühl aus. Das leicht frustrierte, das von den zwei verschenkten Punkten.

Der strahlend blaue Winterhimmel wirkte zunächst als passende Symbolik für die Gäste aus Kiel. Nach starkem Flügellauf von Kingsley Schindler mit finalem Querpass kam Milad Salem (11.) an die Kugel. Doch den Schuss des Afghanen aus zehn Metern parierte HFC-Keeper Fabian Bredlow bravourös. Es war zugleich hüben wie drüben die beste Torszene einer intensiven, hart umkämpften, aber mangels Präzision beim letzten Pass ereignisarmen ersten Halbzeit.

Hallenser suchten Heil im Reklamieren

Salem war für den internen Top-Torschützen Steven Lewerenz in die Holstein-Anfangself gespült worden. In vorderster Front übte sich wie zuletzt beim 1:2 gegen Großaspach Mathias Fetsch. Der Ex-Dresdner hatte einen schweren Stand gegen die groß gewachsenen HFC-Verteidiger, löste seine Aufgabe als Ballverteiler aber dennoch zufriedenstellend. Ohnehin suchten die körperlich robusten Hallenser ihr Heil in einer aggressiven Gangart und im dauerhaften Reklamieren. Ohne dafür allerdings von Schiedsrichter Benjamin Bläser entsprechend bestraft zu werden.

Anders agierte der Mann im gelben Trikot bei den Störchen. Das arg einseitige Farbenspiel mündete in den Karten für Dominic Peitz, Alexander Bieler und Eidur Sigurbjörnsson. Eine schwere Hypothek für den zweiten Durchgang.

Der begann mit zwei Fernschüssen der Gastgeber. Damit indes hatte der zu Hause ungeschlagene HFC sein Pulver auch schon verschossen. Denn nun dominierten die Störche endgültig das Geschehen. Dominick Drexler (57.) setzte zu einem Sololauf an, passte perfekt in den Rückraum, wo Peitz sechs Meter vor dem Ziel aller Fußball-Begierde lauerte. Doch sein Schuss wurde von Fabian Baumgärtel in letzter Sekunde abgeblockt. Proteste, der HFC-Verteidiger habe bei seiner Rettungstat die Hand zur Hilfe genommen, blieben vom Unparteiischen ungehört.

Keine kreativen Ideen gegen die HFC-"Wand"

Stattdessen zückte er gegen Halle-Kapitän Klaus Gjasula wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (63.). Nun beschränkte sich der Gastgeber ausschließlich auf das Verteidigen des eigenen Hoheitsgebietes. Den Kielern fiel in Überzahl allerdings nicht viel Kreatives gegen die HFC-„Wand“ ein. Und dennoch hätte Schindler der für Sonntagabend angesetzten Holstein-Weihnachtsfeier den goldenen Stempel aufsetzen können. Seinen Kopfball aus Nahdistanz (78.) lenkte der überragende Bredlow über die Latte. Der Rest entsprach den Erwartungen, wenn die drittbeste Defensive (Halle) auf die zweitbeste (Kiel) trifft.

KN-Einzelkritik

Bewertungen der einzelnen Holstein-Akteure finden Sie in unserer KN-Einzelkritik.

Die Störche überwintern auf Platz sechs. Der Rückstand auf Relegationsrang drei beträgt vier, der auf den direkten Aufstiegsplatz zwei fünf Punkte. Träume sind angesichts dieser Zahlen erlaubt. Und auch Anfang sagte nach der Partie in einer Art Hinrundenfazit: „Die Entwicklung und Art und Weise, wie die Mannschaft selbst hier in Halle Fußball spielt, damit können wir zufrieden sein. Nicht aber mit den Ergebnissen – so wie die Spiele in den vergangenen Wochen gelaufen sind.“ Sprach’s und kündigte für den Neustart 2017 harte Arbeit an, nach der sich „die Jungs dann in der Rückrunde dann hoffentlich noch häufiger belohnen.

Hallescher FC - Holstein Kiel 0:0

Hallescher FC: Bredlow – Schilk, Kleineheismann (69. Diring), Franke, BaumgärtelGjasula, Fennell – Ajani (90. Sliskovic), Pfeffer  (85. Röser), Lindenhahn – Pintol. Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann (79. Siedschlag), Sigurbjörnsson, Czichos, Sicker – PeitzSchindler, Bieler, Drexler, Salem (64. Lewerenz) – Fetsch (88. Harder). Schiedsrichter: Benjamin Bläser (Niederzier) –– Zuschauer: 8103 – Gelbe Karten: Pfeffer, Kleineheismann  – Peitz, Bieler, Sigurbjörnsson, Czichos – Gelb-Rote Karte: Gjasula (63.) wegen wiederholten Foulspiels.

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