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Holstein Kiel Holstein Kiel verliert 0:3
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15:12 14.09.2019
Von Andrè Haase
Heidenheims Tim Kleindienst (li.) und Kiels Aleksandar Ignjovski sind im Kopfballduell.
Heidenheims Tim Kleindienst (li.) und Kiels Aleksandar Ignjovski sind im Kopfballduell. Quelle: Stefan Puchner/dpa
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Heidenheim

Fußball-Zweitligist Holstein Kiel stimmt im Spätsommer den Herbst-Blues an. Das 0:3 (0:2) beim 1. FC Heidenheim in Heidenheim präsentierten sich die Störche über weite Strecken im Stile eines Abstiegskandidaten und bestätigten auf bedenkliche Art und Weise den Negativtrend, der sich gegen Aue (1:1) und im Test beim SV Meppen (1:1) angedeutet hatte. Für die Holstein-Verantwortlichen stellt sich derweil seit diesem Sonnabend die Kardinalfrage: Ist die Qualität des Kaders nicht ausreichend? Oder ist Andre Schubert als vergleichsweise emotionsloser Stratege der falsche Cheftrainer?

Schlapp, hilflos, ohne Mumm: Diskussionen um Cheftrainer Schubert werden intensiver

Schlapp, einfallslos, teils überfordert, ohne richtigen Mumm – der Auftritt der Störche glich bei hochsommerlichen Temperaturen in Durchgang dem eines durchschnittlichen Drittligisten, der bei einem gestandenen Zweitligisten gastiert. Die Folgen eines technischen Fehlers von Jonas Meffert bescherte den Heidenheimern bereits nach 26 Sekunden die erst Torchance. Doch nicht etwa Standard-Spezialist Marc Schnatterer zirkelte die Kugel in aus 20 Metern in Richung Kieler Gehäuse, sondern Norman Theuerkauf – der allerdings verfehlte das Ziel knapp.

Anders als der starke FCH-Mittelfeldantreiber Robert Leipertz. Der profitierte zunächst von einem Ballverlust des Südkoreaners Jae-Sung Lee. Dass danach Phil Neumann im direkten Zweikampf erst zu zögerlich agierte und dann noch den Leipertz-Schuss abfälschte, passte zu den komplett missratenen ersten 45 Minuten. Der sechste 0:1-Rückstand im sechsten Saisonspiel war perfekt – und sogar gekrönt von einer neuen Holstein-„Bestmarke“. Denn in Heidenheim schlug das Schicksal schon in der dritten Minute und damit so früh wie noch in diesem Spieljahr zu.

Störche-Offensive agierte in einem 4-3-3-System eher willkürlich

69:31 Prozent Ballbesitz pro Heidenheim notierte die Statistik der ersten 15 Minuten. Dazu ein Chancenplus von 6:1 für die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt beim Pausengang. Der aus Freiburg verpflichtete Tim Kleindienst bereitete den Störchen besondere Sorgen. Einen Kopfball setzte der FCH-Mittelstürmer über das Tor (26.). Einen Kleindienst-Knaller aus 18 Metern ließ KSV-Keeper Dominik Reimann abprallen, Leipertz vergab die Abstauber-Möglichkeit (27.).

Im dritten Anlauf indes fand Kleindienst die Lücke. Nach der Heidenheimer Lieblingsbeschäftigung: das schnelle Umschalten. Wieder gingen der Szene ein Lee-Ballverlust sowie eine untaugliche Zweikampf-Führung von Neumann voraus. Der stramme Linksschuss des Heidenheimer Angreifers aus spitzem Winkel entstammte der Kategorie „nicht unhaltbar“ landete zur 2:0-Führung (29.) im Kieler Netz.

Und die Störche-Offensive? Agierte in einem 4-3-3-System eher willkürlich, wenig automatisiert, teils in Ansätzen mit individueller Klasse, deutlich häufiger aber zu zaghaft. Bis auf eine Doppelchance für Lee (16.) bekamen die rund 200 Schlachtenbummler so gut wie nichts geboten.

Die Kieler U21-Nationalspieler Janni Serra und Salih Özcan mussten zu zweiten Durchgang Stefan Thesker und dem tunesischen Auswahlakteur Salim Khelifi weichen. Wechselspiele ohne Wirkung. Alexander Mühling (54.) ließ die Chance zum 1:2 ungenutzt. Im direkten Gegenzug zirkelte Theuerkauf die vierte Heidenheimer Ecke auf den Kopf von Kleindienst – 3:0 (55.). Die endgültige Entscheidung in einer Partie, deren Signale schon vorher auf Holstein-Niederlage Nummer drei standen.

Heidenheim: K.Müller – Busch, Mainka, Beermann, Theuerkauf – Dorsch, Griesbeck – Schnatterer, Leipertz (70. Multhaup), Kerschbaumer (65. Otto) – Kleindienst (77. Biankadi).

Holstein Kiel: Reimann – Ignjovski, Neumann, Wahl Seo – Meffert – Mühling, Özcan (46. Thesker) – Lee, Serra (46. Khelifi), Baku (77. Lauberbach).

Schiedsrichter: Nicolas Winter (Düsseldorf) – Tore: 1:0 Leipertz (3.), 2:0 Kleindienst (29.) – Zuschauer: 10.800 – Gelbe Karten: Kerschbaumer/Meffert.

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