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17:58 10.12.2016
Von Andreas Geidel
Hängende Köpfe: Holstein Kiel hat nach sieben Spielen ohne Niederlage erstmals wieder verloren. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Stattdessen beendete Maria mit seinem Last-Minute-Treffer zum 2:1 (1:1)-Sieg für die SG Sonnenhof Großaspach die Störche-Serie von zuvor sieben Partien ohne Niederlage. Es war der dritte Schuss der Baden-Württemberger auf das Gehäuse der Nordlichter ...

Dabei hatte alles so emotional begonnen. Wie angekündigt wurde vor dem Anpfiff Ex-Storch Marlon Krause nach vierjährigem Engagement bei  Holstein offiziell verabschiedet. Und dessen Kumpel, der KSV-Mittelfeld-Allrounder Tim Siedschlag, erhielt anlässlich seines 300. Herren-Einsatzes für die Kieler ein Trikot mir der Rückennummer 300.

Der 29-jährige Jubilar schien besonders inspiriert von dieser Ehrung. Nach 33 Sekunden holte er die erste KSV-Ecke heraus, nach 1:16 Minuten hatte er die erste prickelnde Schusschance. Und weiter ging’s im Takt. Wie entfesselt legten die Störche los. Nach Kopfballvorlage von Mathias Fetsch stürmte Kingsley Schindler (3.) alleine auf Kevin Broll zu, hob die Kugel zwar über den SG-Keeper hinweg, aber auch am Tor vorbei.

Besser machte es der Störche-Turbo acht Minuten später. Eine Ballannahme, ein Blick, ein 25-Strahl in den Winkel des gegnerischen Gehäuses – der Treffer zur Holstein-Führung, ein Traum. Der hätte den grauen Himmel endgültig erleuchten können, hätte Fetsch (27.) nach einer perfekten Ballstafette über die Stationen Alexander Bieler und Patrick Herrmann die Kugel aus sechs Metern ins Netz und nicht über die Querlatte geschossen.

Plötzlich geriet Sand ins Getriebe der Holstein-Offensiv-Maschinerie. Die Gäste hatten bis dato ihre durchaus ideenreiche Spielanlage mangels Durchschlagskraft in vorderster Front nur in Ansätzen auf den tiefen Rasen gebracht. Doch als der nach einem Zweikampf mit Osei Kwadwo schwer angeschlagene Hoheneder  im Abwehrzentrum fehlte, waren sich Herrmann und Schmidt nach weiter Flanke von Pascal Sohm nicht einig. Nicolas Jülich (40.) hieß der Nutznießer, er schoss den Ball unbedrängt aus der Luft zum Ausgleich ein.

Ein Treffer, der den Störchen zwischenzeitlich den Strom abschaltete. Erst recht, als Schmidt fünf Minuten nach der Pause den Ball nicht wegschlagen konnte, ausrutschte und so den anlaufenden SG-Stürmer Lucas Röser 25 Meter vor dem KSV-Gehäuse im Fallen mit zu Boden riss. Für Schiedsrichter Eric Müller eine klare Sache, für den objektiven Beobachter eine vertretbare Entscheidung: Rote Karte für den Kieler Verteidiger wegen Notbremse. „Eine extrem harte Regelauslegung“, schimpfte Schmidt später.

Die Gäste vom Dorf zeigten nun, warum sie vor dem Auftritt im Holsteinstadion erst fünf Gegentreffer in fremden Gefilden kassiert hatten.  Sie liefen trotz Überzahl nicht ins offene Messer, hatten mehr Ballbesitz, ohne allerdings auch nur eine Torchance zu kreieren. Im Gegenteil. Die KSV-Profis mobilisierten alle Kräfte. Und kamen durch Schindler (80.) und Fetsch (82.) zu zwei weiteren 100-prozentigen Möglichkeiten.

„So grausam kann Fußball sein. Es hätte nur einen Sieger geben dürfen. Und das waren wir. Diese Niederlage darf einfach nicht wahr sein“, zürnte Holstein-Sportchef Ralf Becker nach dem Abpfiff stellvertretend mit den höheren Mächten.

 Hier sehen Sie Stimmen zum Spiel:

  

 

Und hier die Pressekonferenz:

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Schmidt, Hoheneder (42. Sicker), Czichos – PeitzSchindler, Siedschlag (53. Sigurbjörnsson), Bieler, Lewerenz (83. Janzer) – Fetsch.

Großaspach: BrollKrause, Leist, Gehring – Schiek, Jülich, Hägele, LorchSohm (83. Binakaj), Röser (90.+2 Hoffmann), Osei Kwadwo (58. Maria).

Schiedsrichter: Eric Müller (Bremen) – Tore: 1:0 Schindler (11.), 1:1 Jülich (40.), 1:2 Maria (89.) – Zuschauer: 4368 – Rote Karte: Schmidt (51.) wegen Notbremse - Gelbe Karten:  Janzer/Lorch, Osei Kwadwo.

Hier ist der Live-Ticker zum Nachlesen...

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