2. Bundesliga: Emmanuel Iyoha (15.) und Salih Özcan (30.) treffen für Kiel.
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Holstein Kiel Iyoha und Özcan treffen für Kiel
Sport Holstein Kiel Iyoha und Özcan treffen für Kiel
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15:16 30.11.2019
Von Andrè Haase
Kiels Angreifer Emmanuel Iyoha (Mi.) jubelt nach seinem Führungstreffer zum 1:0. Quelle: Robert Michael/dpa
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Kiel/Dresden

Fünftes Zweitliga-Duell zwischen Dynamo Dresden und Holstein Kiel – fünfter Sieg für die Störche. Am Sonnabend feierten die Störche einen erst am Ende auf der Kippe stehenden 2:1 (2:0)-Erfolg in Elbflorenz. Mit dem zweiten Auswärts-Dreier in Folge nach dem 6:3 in Wiesbaden in der Vorwoche Vorhang haben die Nordlichter ein Acht-Punkte-Polster zwischen sich und die beiden direkten Abstiegsränge gelegt.

2:1 bei Dynamo geriet am Ende zur Zitterpartie

Der erste, aus Kieler Sicht geplante Höhepunkt brachte noch keine besonderen Ausschläge auf der nach oben offenen Emotions-Skala. Die Fan-Gruppierung „Block 501“ hatte ihre selbst gestaltete Mützen-Kreation unter Woche der ersten und zweiten Mannschaft, dem Woman-Team sowie den Mitarbeitern der Geschäftsstelle geschenkt. Als Geste des Dankes trugen die KSV-Profis die den winterlichen Temperaturen angemessene Kopfbedeckung beim Warmmachen im Rudolf-Harbig-Stadion.

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Doch der Empfangsjubel aus dem Gästeblock fiel vergleichsweise bescheiden aus. Grund: Die verspätete Ankunft des Sonderzuges mit 600 Schlachtenbummlern in Dresden. Erst nach und nach füllten die insgesamt rund 1000 Holstein-Anhänger unter den 24.811 Zuschauern die Ränge.

„Ihre“ Störche, bei denen Aleksandar Ignjovski erwartungsgemäß den angeschlagenen Mittelfeld-Motor Alexander Mühling vertrat, waren ungeachtet der gefühlten fünf Grad minus sofort auf Betriebstemperatur. Was zunächst noch fehlte, war die Präzision im letzten Drittel vor dem gegnerischen Gehäuse.

Und die Dynamos? Deren Verunsicherung war bis unter das Stadion-Dach spürbar. Auch das Wechselspiel mit dem eigenen Anhang funktionierte nicht. Selten bei Holstein-Gastspielen war die Arena weniger gefüllt, noch nie von einer derart mauen Atmosphäre geprägt. Und dann legte auch noch der Mega-Stimmungskiller aus Kiel im 15-Minuten-Takt los.

Ein überragendes Zuspiel von Janni Serra landete bei Jae-Sung Lee. Dessen scharfen Flachball ließ „Emma“ Iyoha (15.) per Außenrist elegant zum 1:0 der Störche ins Netz der Sachsen rutschen. Bewacher Jannik Müller war einen Tick zu spät gegen den Kieler Schützen gekommen.

Und geriet damit zum Symbol des Dresdner Kardinal-Makels. Der Spielaufbau wurde gegen sofort und hoch anlaufende Störche zum Sachsen-Risiko, die Räume im hinteren Verbund waren zu groß – vor allem aber verloren die Gelb-Schwarzen die wichtigen Zweikämpfe.

Wie in der 30. Minute. Als erneut Serra seinen Kollegen Salih Özcan mit einem Pass der Marke Extraklasse auf die Reise schickte. Der U21-Nationalspieler, bis zum Sonnabend nicht eben als Turbo-Sprinter bekannt, setzte sich im Laufduell kraftvoll und voller Torgier mit Florian Ballas durch und schoss aus halbrechter Position zur 2:0-Führung ein.

Ignjovski (39.) hatte den ersten Zweitliga-Treffer seiner Karriere auf dem Fuß. Auf der Gegenseite scheiterten Dzenis Burnic (16.) und Niklas Kreuzer (16.) an KSV-Keeper Ioannis Gelios. Mehr brachten die über alle Maßen enttäuschenden und sich im Stile eines echten Abstiegskandidaten präsentierenden Gastgeber offensiv nicht zustande. Kein Wunder, dass die Dresdner Zuschauer ihre Mannschaft mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Halbzeitpause verabschiedeten.

Nach Wiederbeginn stellte Dynamo-Coach Cristian Fiel von Dreier- auf Viererkette um. Tatsächlich wirkten die Gastgeber nun etwas geordneter und stabiler in hinteren Regionen. Nach vorne indes ging lange Zeit weiterhin wenig bis gar nichts.

Vielleicht wäre die desillusionierende Vorstellung in eine etwas andere Richtung gelaufen, wenn Rene Klingenburg (54.) freistehend aus zwölf Metern besser gezielt hätte. Wenn der vierte Dresdner Eckstoß (60.) nicht an der Fünfmeter-Linie an Freund und Feind vorbei gesegelt wäre.

So aber brachten die Kieler ihren Vorsprung trotz Feldvorteilen der Dynamos lange problemlos über die Zeit

Ohne dabei allerdings selbst weitere offensive Nadelstiche zu setzen. Die sich bietenden Konter-Räume blieben ungenutzt. Entweder agierte der ballführende Spieler zu lange mit der Kugel am Fuß. Oder die Genauigkeit beim finalen Zuspiel ließ zu wünschen übrig. Gravierende Passivität schlich sich in die Reihen der Kieler. Gepaart mit Konzentrationsschwächen.

Die Quittung folgte prompt. Nach einem Ballas-Schuss (79.), abgefälscht von der Schulter des eingewechselten Baris Atik, lag die Kugel urplötzlich im Kieler Netz. Gerade hatten die Dynamo-Fans skandiert: „Dritte Liga, tut schon weh, scheißegal, SGD.“ Nun loderte die Hoffnung wieder.

Um 14.52 Uhr war auch diese Flamme erloschen. Während der Kieler Anhang mit den Gewinnern endlich die ersehnte ausgelassene Mützen-Party feierte, schlich Cristian Fiel mit hängendem Kopf in die Kabine. Es dürfte sein sportlich letzter Gang in dieser Mission gewesen sein.

Dynamo Dresden: Broll – J. Müller, Ballas, Ehlers – Kulke, Nikolaou (46. Atik), Burnic (70. Stor), Kreuzer (46. C. Löwe) – Klingenburg – Kone, Jeremejeff.

Holstein Kiel: Gelios – Neumann, Wahl, Thesker, van den Bergh – Meffert – Ignjovski (83. Khelifi) , Özcan – Iyoha (62. Baku), LeeSerra (90.+3. Schmidt).

Schiedsrichter: Christof Günsch (Marburg) – Tore: 0:1 Iyoha (15.), 0:2 Özcan (30.), 1:2 Ballas (79.) – Zuschauer: 24.811 – Gelbe Karten: Klingenburg, Ehlers, Ballas/-.

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