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Holstein Kiel Holstein Kiel verliert mit 1:2
Sport Holstein Kiel Holstein Kiel verliert mit 1:2
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15:31 03.11.2019
Von Andrè Haase
KSV-Keeper Ioannis Gelios klärt per Fußabwehr in der 4. Minute gegen Bielefelds Marcel Hartel (re.). Quelle: Guido Kirchner/dpa
Bielefeld

Ostwestfalen ist für den Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel in dieser Saison kein gutes Pflaster. Dem Pokal-Aus beim Viertligisten SC Verl am vergangenen Mittwoch folgte am Sonntag eine äußerst unglückliche 1:2 (0:1)-Niederlage beim Tabellenzweiten Arminia Bielefeld. Es war die erste Auswärtsschlappe für die Störche unter der Regie von Holstein-Cheftrainer Ole Werner.

Drei personelle Änderungen nahm Werner im Vergleich zum Pokal-Scheitern in Verl vor. Anstelle des angeschlagenen Innenverteidigers Dominik Schmidt (muskuläre Probleme) feierte Stefan Thesker sein Startelf-Debüt. Zudem kehrte der am Mittwochabend aufgrund einer Kniereizung pausierende Jonas Meffert ins defensive zentrale Mittelfeld zurück. Und „Emma“ Iyoha ersetzte im Angriff den zuletzt formschwachen Makana Baku.

Störche zeigten gutes Gesicht

Und die Störche zeigten auf der gefürchteten Alm ihr gutes Zweitliga-Gesicht der vergangenen Wochen. Vor allem die defensive Stabilität in einer 4-4-2-Grundordnung gegen den Ball beeindruckte. Andreas Voglsammer und Fabian Klos, das Top-Stürmerpaar des Bundesliga-Unterhauses, kamen in Durchgang eins dank konzentrierter Abwehrarbeit aus dem Spiel heraus kaum zur Geltung.

Im eigenen Spielaufbau ließen die Kieler die Kugel geduldig in eigenen Reihen zirkulieren, um dann per Diagonalschlag oder Steckpass in die Tiefe für den entsprechenden Tempowechsel zu sorgen. Woran es mangelte im vorderen Bereich, war die finale Durchschlagskraft, die letzte Präzision bei Ballannahme und Zuspiel. Iyoha (18.) und Alexander Mühling (29.), der trotz der Folgen eines hartnäckigen Infektes das Mittelfeld antrieb, mit einem 30-m-Freistoß hatten zunächst die besten Kieler Möglichkeiten.

Es schien, als wollten sich die Kontrahenten aus Respekt voreinander gegenseitig neutralisieren. Dann aber setzte Marcel Hartel, Bielefeld Bester in Halbzeit eins, zu einem spontanen Solo an der Kieler Torauslinie an. Salih Özcan konnte ihn nicht stoppen – und Jonas Meffert, bis dahin Holsteins fehlerfreier Mittelfeld-Chefstratege, auch nur mit einem Foul. Schiedsrichter Robert Kempter zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Punkt. Klos (33.) nutzte die Gunst der Sekunde und schoss seine Farben per Foulelfmeter in Führung. Es war zugleich das erste Auswärts-Gegentor der Störche, seitdem Ole Werner im Amt ist.

Nur 60 Sekunden später fehlten Janni Serra bei seiner Zehenspitzen-Ablage nur Zentimeter zum sofortigen Ausgleich. Auf der Gegenseite parierte Ioannis Gelios (41.) zwischen den KSV-Pfosten nach Patzer Phil Neumanns einen Voglsammer-Schuss.

Zurück aus der Halbzeitpause gingen die Gastgeber zunächst druckvoller zu Werke. Ein Kopfball von Jonathan Clauss (47.) strich knapp am Kieler Gehäuse vorbei. Drei Minuten später düpierte der Arminen-Rechtsaußen den gerade für den am Oberschenkel verletzten „Jojo“ van den Bergh eingewechselten Seo mit einer perfekten Ballannahme und schneller Drehung im höchsten Tempo. Doch das folgende Clauss-Geschoss entschärfte Gelios.

Die Partie nahm an Fahrt auf. Auch deshalb, weil die Kieler nun noch aggressiver in die Zweikämpfe gingen und die Geschwindigkeit im offensiven Umschaltspiel forcierten. Mehr noch. Die immer selbstbewusster agierenden Störche diktierten jetzt die Partie, drückten die Arminen in deren Hälfte.

Iyoha trifft zum zwischenzeitlichen Ausgleich

Mut und Können mit zählbarer Konsequenz. Der immer stärker auftrumpfende Thesker bediente zielgenau Lee. Der Südkoreaner trat an und spielte Iyoha frei. Und der Leih-Stürmer aus Düsseldorf zirkelte den Ball trotz heftiger Bedrängnis zum 1:1 in die Bielefelder Maschen (68.).

Die Ostwestfalen wankten kurzzeitig – und schlugen doch gnadenlos zurück. Dank der Klasse ihres Traumpaares. Klos auf Voglsammer, kurze Drehung, trockener Flachschuss – 2:1 (73.). Holstein-Kapitän Hauke Wahl stand in dieser Szene ein einziges Mal zu weit entfernt vom Schützen.

Die Nordlichter zeigten Moral. Bei Serras Kopfball (75.) rissen die rund 400 Schlachtenbummler schon die Arme zum Jubeln in die Höhe – leider zu früh, Ortega bewahrte seine Farben vor dem neuerlichen Ausgleich.

Angriffswelle auf Angriffswelle rollte auf den Kasten der Bielefelder. Der kopfballstarke Thesker suchte sein Glück in der Schlussoffensive in vorderster Front. Lion Lauberbach löste Iyoha ab. Am Ende aber blieb die Alm die für Kiel traditionell uneinnehmbare Festung. Das verdiente Unentschieden verdarb Arminen-Verteidiger Amos Pieper, der einen Serra-Kopfball (90.+2) von der Linie schlug.

Arminia Bielefeld: Ortega – Brunner, Nilsson, Pieper, Hartherz – Schütz (49. Salger), HartelClauss (86. Kunze), Yabo (62. Seufert), Voglsammer – Klos.

Holstein Kiel: GeliosNeumann, Wahl, Thesker, van den Bergh (51. Seo) – MeffertMühling, Özcan (85. Porath) – Lee – Iyoha (85. Lauberbach), Serra.

Schiedsrichter: Robert Kempter (Stockach) – Tore: 1:0 Klos (33./Foulelfmeter), 1:1 Iyoha (68.), 2:1 Voglsammer (73.) – Zuschauer: 19.007 – Gelbe Karten: Seufert/Meffert, Özcan.

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