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Holstein Kiel Befreiungsschlag für Holstein Kiel
Sport Holstein Kiel Befreiungsschlag für Holstein Kiel
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15:38 29.09.2019
Von Andrè Haase
Makana Baku (Mitte) jubelt mit seinen Kollegen Jaeseong Lee (li.) und Hauke Wahl über seinen Treffer. Quelle: Daniel Karmann
Fürth

Damit hatten selbst die kühnsten Optimisten im Lager des Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel nicht gerechnet: die sechs Spieltage und 60 Minuten gegen Hannover 96 kriselnden Störche zauberten am Sonntag bei der SpVgg Greuther Fürth eine Auswärts-Gala hin, die nicht dem Format eines Abstiegs-, sondern dem einer Spitzenmannschaft entdsprach. Janni Serra (27.) und Makana Baku per Doppelschlag (49., 61.) trafen zum ersten Kieler Auswärtssieg seit dem 3:1 in Bochum am 23. Februar.

Ein Befreiungsschlag der Extraklasse für Holstein Kiel, sämtliche Negativ-Statistiken gelöscht. Und eine Leistung, die Argumente am Fließband für längerfristiges Vertrauen in den bislang noch als Interimstrainer fungierenden Ole Werner lieferte.

Top-Bedingungen für den Holstein-Kiel-Sieg

Sonnenschein im Frankenland, knapp 20 Grad, das traditionelle Volksfest „Kärwa“ in der Innenstadt – Fürth zeigte sich von seiner schönsten Seite vor dem Anpfiff. Der passende Rahmen für die beste Kieler erste Hälfte dieser Saison in fremden Gefilden.

Ole Werner, von Stadionsprecher Julian Pecher irrtümlicherweise als Werner Ole vorgestellt, hatte sein Team mit einer klaren 4-1-4-1-Grundordnung auf den Rasen geschickt. Und tatsächlich erinnerte das Treiben in weiten Teilen an die Zeit unter Erfolgstrainer Markus Anfang, der zu seiner Zeit ebenfalls diese Strategie bevorzugte.

Defensiv mit einer klaren Zuordnung, ja fast einer Manndeckung; im Mittelfeld aggressive Zweikampfführung und schnelles, mutige Umschalten; in vorderster Front handlungsschnelles Gegenpressing und Zug zum gegnerischen Gehäuse – das einzige Manko der sich von Minute zu Minute selbstbewusster präsentierenden Störche: die mangelhafte Chancenverwerung.

6:0 Chancen, 5:2 Ecken – auch die statistischen Werte belegten die Dominanz der Nordlichter. „Rudi“ Baku (3., 19., 21., 36.) sowie David Atanga und Hauke Wahl im Sekundentakt (25.) verpassten das erste Kieler Erfolgserlebnis im Fürther Ronhof.

Janni Serra trifft für Holstein Kiel

Das blieb Janni Serra vorbehalten. Nach einem Wahl-Befreiungsschlag stürmte der zuletzt unter Ladehemmungen leidende Torjäger unwiderstehlich an. Legte sich die Kugel zunächst mit dem Kopf vor, dann an Fürth-Keeper Sascha Burchert mit dem Fuß vorbei und spitzelte schlussendlich den Ball aus spitzem Winkel ins leere Tor der Franken.

Die 27. Minute – statt des in diesem Spieljahr bislang obligatorischen 0:1-Rückstandes die erste 1:0-Führung. Der gerechte Lohn für eine überaus respektable Mannschaftsleistung.

Makana Rudi Baku mit Doppelpack

Kaum zurück aus den Kabinen demonstrierten die Störche ihren rund 200 Schlachtenbummlern neben Leidenschaft auch noch Fußball-Feinkost aus dem obersten Zweitliga-Regal. Eine Traum-Kombination über die Stationen Serra und Atanga veredelte der heran sprintenden Baku (49.) per Abstauber zum 2:0.

Nun rauschte die Werner-Welle endgültig. Die deutlich überforderten Gastgeber gerieten mehrfach ins Schwimmen. Doch an diesem Nachmittag reichte es für die Kleeblätter nicht einmal zum Seepferdchen-Abzeichen. Und offensiv? Da zogen Dominik Schmidt, Hauke Wahl und Co. die rote Flagge hoch: Badeverbot im und um den Holstein-Strafraum herum! Bis zur 70. Minute gaben die Fürther nicht einen Torschuss in Richtung Ionnanis Gelios ab!

Anders die wie aufgedreht auftrumpfenden Gäste. Atanga (59.) ließ nach Todorovic-Solo das 3:0 noch liegen. Baku (61.) indes nutzte das Mühling-Zuspiel eiskalt zur Entscheidung. Der Rest bis zum Schlusspfiff war Formsache für abgezockte Störche, die den forschen Tönen unter der Woche respektable Taten auf dem Rasenfolgen ließen.

Statistik: Greuther Fürth - Holstein Kiel (3:0)

Greuther Fürth: Burchert – Sauer, Mavraj, Caligiuri, Wittek – Sarpei, Seguin (46. Nielsen) – Hrgota, Green, Mohr – Keita-Ruel (60. Leweling).

Holstein Kiel: Gelios – Todorovic, Schmidt, Wahl, van den Bergh – Meffert – Baku, Mühling, Lee (84. Lauberbach), Atanga (75. Khelifi) – Serra (67. Özcan).

Schiedsrichter: Arne Aarnink (Nordhorn) – Tore: 0:1 Serra (27.), 0:2 Baku (49.), 0:3 Baku (61.) – Zuschauer: 9350 – Gelbe Karten: Keita-Ruel/Khelifi.

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