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Holstein Kiel Janni Serra kritisiert Fan-Erwartungen
Sport Holstein Kiel Janni Serra kritisiert Fan-Erwartungen
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19:00 06.02.2020
Von Marco Nehmer
Volle Kraft voraus: Janni Serra steht der KSV endlich wieder zur Verfügung - und macht eine klare Ansage. Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Der Testlauf? Geglückt. Mittwochvormittag, erste Einheit der Woche von Holstein Kiel vor dem Nord-Kracher in der Zweiten Fußball-Bundesliga gegen den FC St. Pauli (Mo., 20.30 Uhr, im KN-Liveticker). Janni Serra absolviert zum ersten Mal seit seinem knapp sieben Wochen zuvor erlittenen Muskelfaserriss wieder Teile des Mannschaftstrainings. Am Donnerstagmorgen dann grünes Licht von den Physios: Der Oberschenkel hält. Komplette Rückkehr in alle Übungsformen.

Er ist wieder da. Nach einer Leidenszeit, die objektiv betrachtet eigentlich erträglich war. Für Serra selbst war sie aber fast unerträglich. Mehr Leiden als Zeit. Geduld ist nicht die Stärke des Janni Serra. Er ist einer, der spielen will. Am besten immer und sofort. „Klar ist es eklig, die Spiele zu verfolgen und selbst nicht eingreifen zu können. Oder von außen zu sehen, wie die Jungs trainieren und selbst nicht mitmachen zu können“, sagt er. „Das nervt schon.“

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"Ich fühle mich auf jeden Fall bereit für Montag"

Besonders in Spanien war der Frust groß. „Gerade im Trainingslager hat sich das für mich wie eine Katastrophe angefühlt“, sagt Serra. „Ich muss meine Runden laufen und die Kollegen trainieren mit Ball und spielen dann Fußballtennis – das zehrt dann schon an den Nerven.“

Dass er jetzt wieder ran darf, muss sich für ihn wie ein Sprung ins Balsam-Bad anfühlen. Zurück im Element. „Ich kann alles machen und fühle mich wohl“, sagt der 21 Jahre alte Angreifer. Auch wenn er am Donnerstag zurückgepfiffen werden muss. Sachte, sachte. Serras getrackte Werte nähern sich dem roten Bereich an. Sein Training endet 20 Minuten vor Schluss.

„Ich muss erst mal wieder reinkommen. Ich bin diese Belastung nicht mehr gewohnt“, sagt er. Nichts riskieren vor dem großen Ziel: das Flutlichtspiel gegen St. Pauli. „Ich fühle mich auf jeden Fall bereit für Montag“, sagt Serra. „Ich muss schauen, wie die nächsten Tage verlaufen und mit dem Trainerteam sprechen. Es geht schließlich auch darum, ob sie mich schon so weit sehen. Ich hoffe, dass ich dabei bin.“

Fan-Reaktion nach dem Osnabrück-Spiel: "...das fand ich schade"

Ob er direkt ein Kandidat für die Startelf wäre? Ungewiss. Klar ist aber: Die KSV kann seine Tore, aktuell steht Serra bei sechs, gut gebrauchen. Vor allem zu Hause. In den sechs Heimspielen unter Ole Werner gab es nur einen Sieg. Warum läuft es daheim so viel schlechter als auswärts, wo es im selben Zeitraum gleich fünfmal drei Punkte gab?

„Die Heimtabelle (Platz 16, d. Red.) lügt nicht“, sagt Serra – und holt auf der Suche nach den Gründen aus: „Vielleicht sind es unsere eigenen Erwartungen, die uns zu Hause im Weg stehen. Aber auch die Erwartungshaltung im Umfeld ist enorm gestiegen. Ich fand es zum Beispiel schade, dass nach einer guten Serie mit zwei Auswärtssiegen beim Heimspiel gegen den VfL Osnabrück (2:4 am 7. Dezember, d. Red.) nach dem Schlusspfiff nur noch geschätzt 500 Zuschauer da waren, um uns zu verabschieden.“

Es ist ein Thema, das ihn merklich wurmt. „Da sollten alle auch mal den Ball flach halten und sehen, was wir hier eigentlich mit unseren Mitteln herausholen. Das ist sehr stark und das sollte auch mal anerkannt werden“, sagt Serra.

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Dass man nach einem schlechten Saisonstart nun bei 27 Punkten stehe, sei nicht selbstverständlich. „Der Verein ist jetzt im dritten Jahr in der Zweiten Bundesliga. Unsere Transferausgaben waren meines Wissens im Ligavergleich eher gering. Wenn man sieht, was andere Vereine in die Hand nehmen und dann sieht, wie wir trotzdem mithalten können, dann kann man darauf sehr stolz sein.“

Mithalten, das wollen sie auch gegen St. Pauli. In einem Spiel, das eine knisternde Atmosphäre verspricht. „Ich erwarte, dass es brennt. Die Pauli-Fans werden heiß sein – und unsere noch heißer. Da mache ich mir gar keine Sorgen“, sagt Serra. „Ich hoffe, dass wir auf dem Platz ein Feuerwerk abbrennen und den Leuten etwas zeigen können.“ Um endlich wieder einmal die drei Punkte in Kiel zu behalten. Um die Kritiker verstummen zu lassen. Und wenn es nach ihm geht, dann mit Janni Serra auf dem Platz. Denn endlich ist er wieder da.

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