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Holstein Kiel Die Wucht der zweiten Welle
Sport Holstein Kiel Die Wucht der zweiten Welle
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07:00 02.12.2016
Von Andreas Geidel
Volle Pulle: Auch der pfeilschnelle Störche-Flügel Kingsley Schindler (li.) bewies zuletzt seine Joker-Qualitäten – notfalls auch mit einem Fuß unter der Grasnarbe. Quelle: Sonja Paar
Kiel

„Jetzt sind wir in der Adventsphase, in der wir uns belohnen wollen. Und in Rostock wollen wir den nächsten Schritt machen.“ Als Basis für den Tabellensechsten (24 Punkte) gilt das jüngste 2:1 gegen Regensburg, der erste Sieg nach vier Remis in Folge. Um sich in oberen Tabellengefilden zu etablieren, so Anfang, müsse die Ergebnisblockade bei Auswärtsauftritten gelöst werden: „Wir wollen endlich einmal nachlegen, das haben wir den Spielern verbal auch so transportiert.“

Ein Erfolg der KSV im Ostseestadion käme einer Premiere gleich: Erstmals in dieser Saison hätte dann mit Anfang und Tom Cichon nach Karsten Neitzel/Jan Sandmann sowie dem Interimsgespann Ole Werner/Hannes Drews ein Kieler Trainerduo zwei Dreier am Stück eingetütet.

Ob sich Geschichte wiederholt? Vor knapp zwei Jahren, am 20. Dezember 2014, triumphierten die Störche bei der Hanse-Kogge glatt mit 4:0. Eine Initialzündung, der Beginn einer großen Erfolgsstory, an deren Ende nur eine Minute zum Zweitligaaufstieg fehlte. „Parallelen nimmt man gerne an, wenn sie positiv sind“, sagt Anfang, der sich allerdings mit derartigen Rückschauen nicht lange aufhalten mag.

Die Tagesaktualität verlangt den Blick nach vorne. Und der offeriert durchaus erkennbare Fortschritte im Holstein-Lager. Die Spielidee von Dominanz und Ballbesitz werde, so Anfang, immer intensiver von den Akteuren im Training und im Liga-Betrieb gelebt. Auch deshalb, weil „die Qualität in unserem Spiel über 90 Minuten hoch gehalten wird“. Den Einwechselspielern sei Dank. Ob Kingsley Schindler für Milad Salem (oder umgekehrt) auf dem Flügel, ob Tim Siedschlag für Luca Dürholtz (oder umgekehrt) im zentralen Mittelfeld, ob Dominic Peitz für Alexander Bieler (oder umgekehrt) auf der „Sechs“ – die Wucht der zweiten Welle stellte speziell in den vergangenen 180 Minuten sowohl Chemnitz (2:2) als auch Regensburg jeweils in Halbzeit zwei vor größte Kraft- und Konzentrationsprobleme.

Anfang wertet diesen Schub von der Bank als Beleg für die Homogenität im Kader: „Das Team funktioniert!“ Auch in Rostock könnte es wieder zur Rotation, zu Veränderungen in der Startelf kommen. „Wir wollen nicht zurückhaltend spielen, wir wollen die Spiele gewinnen“, wiederholt der 42-jährige Coach, der am Sonnabend auf Patrick Kohlmann (Bandscheibe), Evans Nyarko (Muskelfaserriss) und Miguel Fernandes (Spätfolgen eines Autounfalls) verzichten muss, seine berufsbezogene Fundamentalthese.

11.000 Zuschauer werden zum Kampf um die Ostsee-Meisterschaft erwartet. Der auf Rang zehn platzierte Gastgeber (23 Zähler) steht trotz überschaubarer Erfolgsquote in heimischer Arena (zwei Siege, vier Remis, zwei Niederlagen) als Symbol für die selbst im internationalen Vergleich wohl einmalige Ausgeglichenheit einer Spielklasse. Seit fünf Begegnungen kennt Hansa das Gefühl einer Niederlage nicht mehr. Doch dem bemerkenswerten 1:0 beim selbst seit fünf Partien sieglosen MSV Duisburg am 22. Oktober folgte gleich vier Mal ein 1:1 in Serie – unter anderem bei den Heimauftritten gegen Werder II und Mainz II. Kein Wunder, dass Christian Brand, Cheftrainer des Flaggschiffs des 11.000 Mitglieder starken Klubs, appelliert: „Derby hin oder her – wir müssen wieder ins Tor treffen und zu Hause gewinnen.“

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