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Holstein Kiel "Bubi" Hönig hofft auf einen HSV-Sieg
Sport Holstein Kiel "Bubi" Hönig hofft auf einen HSV-Sieg
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09:46 09.11.2019
Von Marco Nehmer
Seit Jahrzehnten enge Freunde: Franz-Josef "Bubi" Hönig (re.) und Uwe Seeler, hier im Jahr 2018 bei der Saisoneröffnung im Volkspark. Quelle: imago/MIS
Kiel

Franz-Josef „Bubi“ Hönig hat den Fußball im Norden in den 1960er-Jahren mitgeprägt. Erst bei Holstein Kiel (1964-1967), dann beim Hamburger SV (1967-1974). Am Sonnabend (13 Uhr, im KN-Liveticker) treffen seine Ex-Klubs aufeinander. Ein Gespräch mit dem früheren Offensivspieler, der mit 77 Jahren seinen Ruhestand in seiner hessischen Heimat im Rheingau genießt.

Herr Hönig, wie hoch ist bei Ihnen das Derby-Fieber?
Ich hatte überlegt, zum Spiel zu kommen, aber ich werde es vorm Fernseher verfolgen. Ich freue mich sehr darauf.

Wie bewerten Sie die sportliche Situation in Hamburg und Kiel?
Die große Konstanz ist auch beim HSV noch nicht da, aber die Situation ist besser als im vergangenen Jahr. Daher denke ich, dass es der HSV und Stuttgart schaffen werden. Holstein Kiel hingegen hat entscheidende Spieler im Sommer verloren und konnte sie nicht gleichwertig ersetzen. Aber man sieht eine Entwicklung über die vergangenen Jahre, auch im Umfeld. Das Stadion hat ein ganz neues Gesicht bekommen und hat nichts mehr mit der alten Schüssel zu tun, die ich noch kenne (lacht).

Im vergangenen Jahr waren Sie beim Auftakt in Hamburg selbst vor Ort. Was verbinden Sie mit dem 3:0 für Holstein?
Man geht mit großen Erwartungen ins Stadion – und dann kriegst du eine solch kalte Dusche. Das war extrem. Ich musste meinen Freund Uwe Seeler, der neben mir saß, beruhigen, sonst wäre er geplatzt. Es war eine sehr große Enttäuschung. Holstein hat aber auch ein Riesenspiel gemacht.

Man hört heraus, dass Sie es eher mit dem HSV halten.
Wir haben drei wunderbare Jahre in Kiel verbracht. Aber sieben Jahre HSV sind am Ende noch sehr viel intensiver. Viele Freundschaften nach Hamburg haben bis heute Bestand, vor allem zu Uwe Seeler. Mit dem „Dicken“ treffe ich mich noch hin und wieder. Er war jahrelang mein Zimmergenosse beim HSV.

Wie hat es Sie damals in den Norden verschlagen?
Ich habe in der Hessenauswahl gespielt, im Jugendbereich war ein gewisser Helmut Ullmann Trainer. Er hatte sich gesagt: ’Wenn ich einmal einen Verein übernehme, dann will ich den haben.’ Und so kam es dann auch. Die Kieler haben sich intensivst um mich bemüht, waren bei meinen Eltern, haben mich nach Kiel eingeladen und mir die schönsten Ecken gezeigt. Ich habe den Schritt nie bereut.

Wie lief es sportlich? Sie waren nah am Bundesliga-Aufstieg.
Das war 1965. Wir haben in der Aufstiegsrunde in der letzten Minute in Mönchengladbach verloren. Das Rückspiel in Kiel haben wir zwar 4:2 gewonnen, aber wir waren raus. Am Ende stiegen die Gladbacher um Günter Netzer und Jupp Heynckes aus. Das war für mich damals ganz gravierend.

1967 sind Sie dann nach Hamburg gegangen.
Wir haben mit Holstein des Öfteren in Hamburg gespielt, etwa gegen Victoria oder St. Pauli. Da hatte mich Manager Georg Knöpfle gesehen und wollte mich zum HSV holen. Das ging dann auch schnell über die Bühne. In der Liga lief es zunächst nicht, aber im Pokal der Pokalsieger dafür umso besser. Im Halbfinale in Cardiff habe ich in der letzten Minute das Siegtor geschossen. Das Finale in Rotterdam haben wird dann gegen den AC Milan recht deutlich 0:2 verloren. Mein Gegenspieler war übrigens Giovanni Trapattoni.

Sie blieben bis 1974, haben aus dem Mittelfeld heraus viele Tore geschossen. Warum hat es nie für die A-Nationalmannschaft gereicht?
Vor ein paar Wochen habe ich einen Brief gefunden – die Einladung des DFB zu einer Südamerika-Reise. Aber der HSV hat mich offenbar nicht freigegeben. In erster Linie war mein Problem aber, dass ich auf meiner Position Wolfgang Overath und Günter Netzer vor mir hatte.

Ihr Tipp fürs Nordduell?
Ich wünsche mir einen knappen Sieg für den HSV. Die Hamburger können die Punkte im Aufstiegsrennen gut gebrauchen. Außerdem denke ich, dass Holstein keine Probleme haben wird, die Klasse zu halten. Sie werden sich einen Platz im Mittelfeld sichern.

Interview: Marco Nehmer

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